1. Ein Bündel Briefe, mit ungeahnten Folgen-
Der kalte Wind und die Abgase nahmen mir die Luft.
Seit achtzehn Jahren betrat ich zum ersten Mal wieder deutschen Boden
Es war ein eigenartiges Gefühl, so als sei man nach langer Krankheit genesen.
Unschlüssig stand ich jetzt in Trauerkleidung am Frankfurter Flughafen und überlegte, ob es vielleicht doch keine so gute Idee war, hierher zu kommen. Der Taxifahrer enthob mich einer Wahl, er hatte schon mein Gepäck im Kofferraum verstaut und fragte nach der Adresse.
Sollte ich direkt nach Lindenfels fahren, oder doch lieber erst in eine Pension. Ich entschied mich für das letztere.
Vor drei Wochen waren meine Eltern bei einem Steinschlag in den Bergen verunglückt. Mit im Auto saßen sehr gute Freunde von ihnen, alle tot. Das Cabrio war total zusammengedrückt und in ihm die Menschen.
Die Möglichkeit einer Bergung war gering, die Gefahr eines weiteren Rutsches sehr groß. Immer wieder polterte es von oben nach. Die Bergungsmannschaft holten sie unter eigener Lebensgefahr heraus. Ich musste ihre Identität feststellen, was in Anbetracht der Dinge kaum möglich war. Es war grauenvoll.
Nur an den Kleidern und an ihrem Schmuck wusste ich, das ist meine Mutter. Bei dem anderen Ehepaar nickte ich still mit dem Kopf. Mein Vater war am übelsten zugerichtet.
Vier vitale lebenslustige Menschenleben einfach ausgelöscht. Die Beerdigung musste organisiert werden. Das befreundete Ehepaar hatte keine Angehörigen, somit lastete alles auf meinen Schultern. Wenn ich nicht meine zahlreichen Freunde gehabt hätte, wäre ich in meiner Verzweiflung mit meinen Eltern gegangen.
Nach diesem Unglück wurde der Pass gesperrt.Morgen werde ich die Briefe abgeben und wieder zurückfliegen
Bei dem Nachlass meiner Eltern fand ich unter anderem ein Päckchen ziemlich vergilbter Briefe.
Alle an eine Baronin Freifrau von Rotenstein auf Burg Lindenfels adressiert. In einem weiteren Schreiben bat mich meine Mutter nach ihrem Tod, diese dort abzuliefern. Es stand da noch geschrieben, ich stamme von dem Geschlecht derer von Rotenstein ab und sie bat mich ausdrücklich, persönlich dort vorzusprechen.
Nun saß ich da in meinem Pensionszimmerchen und drehte den Packen in meinen Händen hin und her.
Bilder stiegen in mir auf, Bilder die ich schon längst vergessen hatte. Ich spielte mit zwei großen schwarzen Hunden Verstecken. Egal wo ich war, sie fanden mich sofort. Damals wusste ich noch nicht, dass Hunde eine feine Nase haben und auch ein besseres Gehör als wir Menschen. Ich ärgerte mich, wenn sie mich gleich fanden.
Einmal fiel ich in einen großen Teich und wären Hasso und Biene nicht gewesen, wäre ich bestimmt ertrunken. Man schärfte mir ein, nie wieder so weit hinten im Park zu spielen. Komisch, dass mir das jetzt alles einfiel.
In meinem Zuhause einer Finca auf Gran Canaria verbrachte ich meine weitere Kindheit Der warme Wind, die Sonne und das Meer schienen mir damals vollkommen. Nur den Schnee vermisste ich am Anfang. Aber meine Eltern machten mit mir, immer einen Ausflug, wenn der Poco de las Nieves sein weißes Haupt zeigte. Manchmal passierte es so um die Weihnachtszeit, da schneite es oben. Wir Kinder waren außer Rand und Band und tanzten auf den Straßen. Wir waren glücklich und riefen, el Papa Noel, el Papa Noel( der Weihnachtsmann).
Morgen werde ich die Briefe abgeben und wieder zurück fliegen.
Wie es weitergeht? Seid gespannt.
Copyright Linda Bohrmann
Es war ein eigenartiges Gefühl, so als sei man nach langer Krankheit genesen.
Unschlüssig stand ich jetzt in Trauerkleidung am Frankfurter Flughafen und überlegte, ob es vielleicht doch keine so gute Idee war, hierher zu kommen. Der Taxifahrer enthob mich einer Wahl, er hatte schon mein Gepäck im Kofferraum verstaut und fragte nach der Adresse.
Sollte ich direkt nach Lindenfels fahren, oder doch lieber erst in eine Pension. Ich entschied mich für das letztere.
Vor drei Wochen waren meine Eltern bei einem Steinschlag in den Bergen verunglückt. Mit im Auto saßen sehr gute Freunde von ihnen, alle tot. Das Cabrio war total zusammengedrückt und in ihm die Menschen.
Die Möglichkeit einer Bergung war gering, die Gefahr eines weiteren Rutsches sehr groß. Immer wieder polterte es von oben nach. Die Bergungsmannschaft holten sie unter eigener Lebensgefahr heraus. Ich musste ihre Identität feststellen, was in Anbetracht der Dinge kaum möglich war. Es war grauenvoll.
Nur an den Kleidern und an ihrem Schmuck wusste ich, das ist meine Mutter. Bei dem anderen Ehepaar nickte ich still mit dem Kopf. Mein Vater war am übelsten zugerichtet.
Vier vitale lebenslustige Menschenleben einfach ausgelöscht. Die Beerdigung musste organisiert werden. Das befreundete Ehepaar hatte keine Angehörigen, somit lastete alles auf meinen Schultern. Wenn ich nicht meine zahlreichen Freunde gehabt hätte, wäre ich in meiner Verzweiflung mit meinen Eltern gegangen.
Nach diesem Unglück wurde der Pass gesperrt.Morgen werde ich die Briefe abgeben und wieder zurückfliegen
Bei dem Nachlass meiner Eltern fand ich unter anderem ein Päckchen ziemlich vergilbter Briefe.
Alle an eine Baronin Freifrau von Rotenstein auf Burg Lindenfels adressiert. In einem weiteren Schreiben bat mich meine Mutter nach ihrem Tod, diese dort abzuliefern. Es stand da noch geschrieben, ich stamme von dem Geschlecht derer von Rotenstein ab und sie bat mich ausdrücklich, persönlich dort vorzusprechen.
Nun saß ich da in meinem Pensionszimmerchen und drehte den Packen in meinen Händen hin und her.
Bilder stiegen in mir auf, Bilder die ich schon längst vergessen hatte. Ich spielte mit zwei großen schwarzen Hunden Verstecken. Egal wo ich war, sie fanden mich sofort. Damals wusste ich noch nicht, dass Hunde eine feine Nase haben und auch ein besseres Gehör als wir Menschen. Ich ärgerte mich, wenn sie mich gleich fanden.
Einmal fiel ich in einen großen Teich und wären Hasso und Biene nicht gewesen, wäre ich bestimmt ertrunken. Man schärfte mir ein, nie wieder so weit hinten im Park zu spielen. Komisch, dass mir das jetzt alles einfiel.
In meinem Zuhause einer Finca auf Gran Canaria verbrachte ich meine weitere Kindheit Der warme Wind, die Sonne und das Meer schienen mir damals vollkommen. Nur den Schnee vermisste ich am Anfang. Aber meine Eltern machten mit mir, immer einen Ausflug, wenn der Poco de las Nieves sein weißes Haupt zeigte. Manchmal passierte es so um die Weihnachtszeit, da schneite es oben. Wir Kinder waren außer Rand und Band und tanzten auf den Straßen. Wir waren glücklich und riefen, el Papa Noel, el Papa Noel( der Weihnachtsmann).
Morgen werde ich die Briefe abgeben und wieder zurück fliegen.
Wie es weitergeht? Seid gespannt.
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