Als Jansje geboren wurde war grade erster Weltkrieg und an der Küste Hollands bekam man davon nicht viel mit, denn die Bevölkerung in Egmond aan Zee war eh arm und die meisten Männer fuhren zur See oder waren Fischer.
Jansje war ein gewollt ,ungewolltes Kind, das den Eltern half zu heiraten, denn die Volljährigkeit begann erst mit 30 Jahren in Holland und ihre Eltern kannten sich schon als Kleinkinder.
Dich heirate ich sagte Jannes zu Jopje, als sie fünf und er sechs Jahre alt war und sie versprachen sich auf Lebenszeit, auch wenn die Eltern dagegen waren.
Jansje diente in erster Linie dazu, heiraten zu können und das geschah denn auch ziemlich schnell ans Jopje ihren Eltern erzählte, das sie schwanger sei
.Am 19 August 1914 erbrlickte Jansje das Licht der Welt und ward da, was ihr ihre Großmutter Friki ( Siehe Artikel
„ Frikie, gestorben mit 106 Jahren “
nie verzieh, zumal sie auch noch den Namen ihrer Großmutter Väterlicherseits bekam.
Das Einzelkinddasein dauerte nicht lange, denn kaum konnte sie krabbeln, war schon Lenard da und ein Jahr später auch Engel ( Was in Niederlanden ein Männername ist).
Jansje war ein kluges aber auch aufsässiges Kind, das ihre Ziele immer vor Augen hatte und auch durchsetzte.
Das ihre Großmutter sie nicht leiden konnte und auch die anderen ,Enkel nicht , ging ihr am Gesäß vorbei, doch die Oma musste ihren Anblick jeden Tag ertragen, sei es um sie zu ärgern, das sie anwesend war und so manche Nascherei, die für andere Kinder gehortet wurden, verschwanden in ihrer Schürzentasche um sie mit ihren, jetzt 3 Brüdern zu teilen.
Jansje war ein kluges Kind, das gerne in die Schule ging und davon träumte ein anderes Leben zu leben.
Weit weg von der Nordsee und Dünen, weit weg von Armut . Der Lehrer lobte sie oft und sah sie auf einem Lyzeum, doch das war nichts für die Eltern von Jansje.
Jansje sollte im Haushalt helfen, kochen , putzen, Strümpfe stopfen , Pullover für die Geschwister stricken und mit 13 aus dem Haus gehen, als Dienstmädchen in eine Stellung , denn dann war ein Esser weniger im Hause.
Ihre Stellung brachte sie in den Haushalt eines Arztes, der ihr Potential sah und sie nach einem halben als Dienstmädchen entließ um sie als Arzthelferin auszubilden.
Es waren die schönsten Jahre in ihrer Teenagerzeit und sie war nicht nur Lehrling sondern auch Haustochter, die mit der ganzen Familie am Tisch saß.
Lernte gute Manieren, sich kultiviert zu unterhalten und entdeckte Bücher und vor allem Zeitungen, die sie jeden Abend zur Gänze las.
Die sieben Jahre in der Praxis DR,. Hochenboom, waren mit die glücklichsten ihres Lebens und es traf sie wie ein Schlag als ihr Mentor und Arbeitgeber starb.
Der Nachfolger der Praxis, brachte seine Frau mit, die als Krankenschwester ihm zur Hand ging und Jansje musste sich nach einer anderen Arbeit umsehen.
Sie bewarb sich bei etlichen Praxen, doch die hatten alle ihre Helferinnen und so landete Jansje in der Klinik in Alkmar, wo sie ihren Dienst als Hilfsschwester verrichtete.
In dieser Zeit befreundete sie sich mit dem Koch des Krankenhauses, der ihr das Kochen für 100 und mehr Personen beibrachte und sie nach einem Jahr als Hilfe in der Küche wünschte.
Jetzt begann die Lehre als Köchin und Jaap, ( Jacob) war entzückt wie schnell sie alles begriff, so dass er nach 3 Jahren Zusammenarbeit sich entschied, den Job in der Krankenhausküche aufzugeben und auf einem Luxusdampfer anzuheuern.
Nun war die Zeit für Jansje gekommen, denn auch das Personal war äußerst zufrieden mit ihr und so wurde sie mit 24 Jahren Küchenleiterin des Krankenhauses.
Ein Schwerer Unfall ( Ein Koch ließ den Topf mit heißem Öl fallen, der über die Hände und Füße von Jansje verbrannten), ließen sie ein Jahr aussetzen um dann wieder zurückzukehren und den Koch abzulösen
.Bis zuletzt glaubte sie nicht an einen Unfall, sondern das der Koch ihre Stellung wollte, doch es nicht schaffte ihr gleichzutun, was das Kochen betraf.
Der Zweiter Weltkrieg war inzwischen im vollen Gange und die deutschen besetzten die Niederlande und diesmal erwischte es auch Egmond aan Zee und die anderen Küstenregionen.
Man holte ohne irgendeiner Erklärung Jansje aus dem Krankenhaus und befahl ihr die Küchenleitung des Militärs zu übernehmen, was sie mit Missbilligung dann auch tat.
Was das Kochen betraf, konnte sie nicht aus ihrer Haut und auch wenn sie sich jeden Tag einredete, unschmackhafte Gerichte zu kochen, so gelang es ihr nie das etwas von dem Essen zurückkam.
Nein ,die Soldaten waren alle freundlich und zufrieden mit dem essen, lobten sie, doch sie hatte nur ein müdes Lächeln für ihre Feinde.
Einer war dabei, der lobte sie nie, der sah ihr nur tief in die Augen und lächelte sie warmherzig an, nahm seinen Teller, setzte sich so hin das er sie beobachten konnte und wischte immer sein Besteck nochmals ab, bevor er zu essen begann.
Georg war ein außergewöhnlich gut aussehender Mann, der sich nie mit dem Pulk von Soldaten herumtrieb, sondern lieber alleine ins Kino, Konzert oder Theater ging, auch wenn er die Sprache nicht verstand.
Jansje beobachtete den jungen Mann, der so anders war als die anderen und sie musste mit der Zeit zugeben, dass sie sich in ihn verliebt hatte.
Das war eigentlich nicht ihre Absicht, denn der Groll gegen die Nazis saß tief und alles was Deutsch war , war ihr ein Graus. Eines Tages trafen Jansje und Georg in einem Kino zusammen und Georg richtete es so ein das er neben ihr einen Platz bekam, indem er seinen Sitz mit einem Fremden für ein Obolus teilte.
Nun saß er neben ihr und lächelte sie scheu an.
Sie mögen die deutschen nicht fragte er Jansje und sie sah ihn fragen an.
Was sollte sie antworten, sollte sie ihm sagen dass sie alle deutsche hasste, oder sollte sie ihn anlügen und so tun als ob alles in Ordnung war.
Frage sie immer die mense aus, antwortete sie in Deutsch mit Holländischem Akzent
.Nein sagte Georg leise, ich frage sie nicht aus, denn ich mag sie auch nicht.
Wieso sind sie denn dann bei den Soldaten, antwortete Jansje schnippig.
Wieso arbeiten sie für die Soldaten antwortete Georg mit der Frage.
Man hat mir geswunge, ich war viel glücklicher in dem Krankenhaus, wo ich nur Niederländer zu bekochen hatte, flüsterte sie leise.
Sehen sie , man hat auch mich gezwungen Soldat zu sein, obwohl ich in Duisburg eine gute Arbeit gehabt habe.
Der Film war zu ende, aber gesehen haben sie beide nicht viel davon und Georg begleitete Jansje von Bergen aan Zee nach Egmond, wo sie wieder bei ihren Eltern lebte, denn ihr Vater wollte nicht das sie unter den Deutschen lebteoder schlief.
Ich komme aus Schlesien sagte Georg und eigentlich bin ich aus einer französischen Familie, Hugenotten, verstehen sie.
Jansje verstand nichts, hatte keine Ahnung von Hugenotten, aber sie stammte selbst zur Hälfte aus Französischen Vorfahren, denn die Großmutter ihres Vaters war Französin gewesen und blieb nach einer Strandung eines Passagierschiffes bei ihrem Retter in Holland .
Dafür wurde sie von ihrer reichen Familie enterbt, aber sie wollte lieber Arm sein als ihre Liebe zu Hedrik aufgeben.
Das erzählte sie dem Georg und sie war glücklich das er sich nicht mit den Nazis identifizierte.
Kurz vor Egmond bat sie ihn zurück zu gehen, denn sie wollte kein Getratsche im Ort, zumal sie schon immer auffiel. Hatte sie doch in den Dreißigern einen Schönheitswettbewerb gewonnen, war sie doch die erste die wie Marlene Dietrich eine lange Hose anzog und ein Rückenfreies Top.
Ja sie war schon außergewöhnlich in ihrem Ort und hatte viele Bewunderer, doch auch viele Neider.
Nein einen Deutschen neben sich, das konnte sie noch nicht ertragen, denn wer würde ihr glauben das dieser Mann eigentlich gegen dieses Regime war, wo er doch diesem Diente.
Georg verstand sie und küsste zum Abschied ihr galant die Hand.
