Doch darauf hätte sie gerne verzichtet
So gegen vier Uhr in der Früh musste der Hund raus. Schlaftrunken aber doch noch rechtzeitig fiel ihr ein, dass sie operiert war, und sich anders bewegen musste. Im Halbdunkel zog sie den Rollladen endgültig hoch.

Der Morgen kündigte sich an. Es sah aus, als ob sich das schöne Wetter weiter halten würde. Sie drehte sich um und bekam den Schock ihres Lebens. Da lag jemand in ihres Mannes Bett. Verzweifelt versuchte sie ihre Gedanken zu ordnen. ‚Hatte ich gestern Besuch?’ Nun drehte sich der Jemand um und schnarchte. Ein Schrei entfloh ihrer Kehle. „Schatz ,wieso bis du da, du bist doch tot.“ -

‚Ich träume war ihr Gedanke.’ Sie ließ den Hund herein und im Vorbeigehen sah sie auf die Wand, dort wo die Bilder ihres Mannes hingen. Es war nichts da. In der Küche auch nix. Doch auf dem Stuhl hing seine Jacke, auf dem Tisch lag eine angebrochene Schachtel Zigaretten, seiner Marke. Daneben das Feuerzeug. Eine halbe Tasse Kaffee, schon kalt. ‚Ich träume war ihr Gedanke.’

Im Wohnzimmer alles wie immer nur, sein Bild fehlte auch hier. Leise schlich sie sich an die Schlafzimmertür und lugte hinein. Er lag in seinem Bett und schnarchte. ‚Ich träume war ihr Gedanke. Aber wieso, er starb doch schon vor’, angestrengt dachte sie nach, ‚vor drei Jahren. Oder hatte ich das auch geträumt?’

Sie konnte sich keinen Reim drauf machen. Morgen, beschloss sie gehe ich auf den Friedhof. Sie schüttelte den Kopf über sich selbst und ging wieder zu Bett. Sie musste noch einmal tief eingeschlafen sein, als das Telefon klingelte. Sie schaute auf die Uhr, es war neun. In diesem Moment dachte sie nicht an das Geschehen in der Nacht. Erst als sie neben sich das gemachte Bett sah, fiel ihr der Traum wieder ein.

In der Küche zeugte nichts von der Anwesenheit eines Mannes. ’Meine Güte, solch ein Traum, aber schön war es doch, als er neben ihr lag und schnarchte.’ -

„Was hast du am Abend gegessen“, fragte sie am Nachmittag ihre Freundin. Sie hatte ihr alles erzählt. „Nix besonderes, wie immer. Ich könnte schwören dass er da war. Obwohl mein gesunder Menschenverstand dagegen spricht.“


Es vergingen einige Tage, da wiederholte sich das Ganze. Verzweifelt fragte sie sich, ‚werde ich verrückt.’ Der Freundin wollte sie nix mehr sagen, aber sie meldete sich bei ihrem Hausarzt an. Er schickte sie zu einem Nervenarzt nach Alzey. „Ich kann nichts feststellen, ist ihnen oft schwindelig, haben sie Kopfschmerzen? Nur zur Ergänzung werde ich sie noch in die Röhre schicken. Nein der Befund ist einwandfrei. Sie sind gesund. Ich würde ihnen empfehlen, lassen sie doch in den nächsten Nächten jemand bei sich schlafen.“

Das tat sie dann auch. Ihre Freundin, auch allein stehend erklärte sich bereit. Nix tat sich. Nach der dritten Nacht meinte sie, „deine Medikamente wirken. du hast gut geschlafen. Ich kann dann wieder gehen.“ In der kommenden Nacht hatte sie wieder den seltsamen Traum.