Ein Handkuss, das hatte noch niemals jemand getan und Jansje war sehr beeindruckt, zumal sie wusste das Georg ein einfacher Soldat war und nicht nach Kariere in der Wehrmacht strebte.
Von nun an trafen sie sich heimlich und aus Sympathie wurde Liebe, die wiederum einem Offizier ein Dorn im Auge war, denn hatte er doch schon seit langem ein Auge auf die rassige Holländerin geworfen, die alle abblitzen ließ.
Nun musste er zusehen, wie verliebt sie in der Gefreiten, dem Niemand war, wo sie doch bei ihm den Himmel auf Erden haben könnte.
Welch eine Verschwendung und was denkt sich dieser Kerl, das er so eine Frau für sich haben könne.
Jansje wurde ins Büro geladen und der Offizier machte ihr klar, dass es nicht gerne gesehen wird, wenn Niederländerinnen sich mit Soldaten treffen, zumal Georg ja nur ein Nichts bei der Armee sei.
Sie sollte sich lieber nach einem Mann umschauen der ihr was bieten könne und er steht jederzeit zur Verfügung, denn er sei schrecklich in sie verliebt.
Jansje atmete tief durch und sagte. Ich aber nicht in sie.
Seit dem Tag sah sie Georg nicht mehr. Sie erkundigte sich bei seinen Kameraden, die ihr auch nicht sagen konnten wo er abgeblieben sei und so mancher dachte dass er jetzt eine Chance hatte bei ihr zu landen.
Ein Freund von Georg gab ihr nach Wochen einen Tipp, das er wegen ihr von dem Offizier versetzt worden sei und er keine Ahnung habe wo er sich befindet.
Hat er ihnen denn nicht geschrieben fragte er Jansje und sie schüttelte den Kopf.
Verfluchte Drecksäcke, sagte Alex, die unterschlagen bestimmt ihre Post, haben sie denn ihm nie ihre Privatadresse gegeben?
Jansje lächelte und erklärte das dies nicht so einfach sei, denn ihre Familie sei gegen den Krieg und gegen die Nazis.Ihre Brüder wurden alle eingezogen, Lenard fuhr schon lange als Offizier zur See, Engel musste für die Deutschen in Deutschland arbeiten und Pieter haben sie auch geschnappt und für den Dienst in einer Kaserne eingezogen.
Vater ist in Rage und ich habe nie erzählt von Georg sagte sie, aber ich muss ihn wieder finden, egal wie.
Letztendlich erzählte sie ihrer Mutter von ihrem Kummer, die es ihrem Vater erzählte, der so in Rage geriet, dass er sie barfuss aus dem Haus schmiss, Mantel und Schuhe hinterher.
Du betrittst nie mehr mein Haus schrie er und Jansje stand alleine im November auf der Strasse und wusste im ersten Augenblick nicht wohin.
Ihre jüngste Schwester Frederika lief ihr nach und gab ihr Geld, damit sie in einer Pension übernachten könne. Das Geld gab ihr ihre Mutter ohne Wissen vom Vater.J
ansje radelte nach Alkmar und mietet ein Zimmer in einer Pension für 3 Tage.
Was sollte sie machen, ging es ihr durch den Kopf und sie entschloss sich nach Berlin zu fahren , um bei dem Wehrbereichsamt herauszufinden wo ihr Liebster hingeschickt wurde.
Sie ging nicht nach Bergen aan Zee zur arbeit, sondern nahm den Zug nach Amsterdam, denn es hatte sich schon herumgesprochen das Deutschland für die Rüstungsindustrie holländische Frauen suchte, die dort arbeiten konnten.
Jansje meldete sich an und wollte unbedingt nach Berlin, was ihr auch gestattet wurde.
Sie kam in ein Sammellager und innerhalb von ein paar Tagen war der Transport mit Arbeiterinnen zusammengestellt.
Es wurden die Namen der Mädchen aufgerufen und in Gruppen aufgeteilt wohin welche kam.So fuhr Jansje gegen Berlin mit dem Ziel ihren Georg zu finden
.Das Wetter war kalt, sie hatte nur das was sie am Leibe trug und schrecklichen Hunger, denn das Geld das ihr ihre Schwester zugesteckt hatte ging für die Karte nach Amsterdam drauf.Sie sah sich die Mädels, an die sich wie sie freiwillig für den Dienst beim Feind gemeldet hatten und machte sich ihre eigenen Gedanken über die Dummheit die sie begingen, indem sie glaubten in Deutschland ein besseres Leben zu haben.
Am Nächsten Tag, nach etlichen Stopps und ausladen von Mädchen kam sie in Berlin an.Am
Bahnhof, das hatte sie ja schon an den anderen Bahnhöfen gesehen wurden die jungen Frauen von einem Mann mit Namen aufgerufen, doch Jansje verschwand noch ehe der Zug richtig hielt aus der Tür die zu den Gleisen führte.Sie hörte ihren Namen noch rufen, doch sie versteckte sich in einem Viehwagon, der auf dem Nebengleis stand und hoffte das dieser nicht gleich wegfuhr.
Der Wagen aber fuhr an und Jansje saß in der Bambule, so dachte sie, denn sie hatte jetzt keine Ahnung wo dieser Zug hinfuhr.
Nach ein paar Minuten hielt dieser an, es wurde wie sich herausstellte nur Rangiert und Jansje sprang aus dem Wagon und lief über Zich Gleise den Häschern aus dem Weg.
Nun stand sie da, Kein Geld, Kein Schlafplatz, wo sollte sie unterkommen. Es begann zu schneien und ihr dünner Mantel war nicht sehr wärmend.
Wo wollen sie hin hörte sie die Stimme einer älteren Frau fragen, wo wollen sie denn hin Kind. Du zitterst am ganzen Leib, stellte sie fest.
Ich will zu dem Oberkommandierenden der deutschen Wehrmacht sagte Jansje und die Frau sah sie groß an
.Was? Fragte sie, wo willst du hin.
Jansje erklärte in kurzen Worten warum sie dort hin will und die Frau sagte.
Erst einmal kommst du mit mir nach hause, sonst kannst du deinen Georg morgen von Oben sehen und die Rüben von unten.
Jansje war dankbar, das Frau Rybnik, so hieß die alte Dame sie mitnahm.
Frau Rybnik stammte aus Schlesien, aus Beuten und erfuhr das Georg auch aus Schlesien stammte.
Woher kommt denn dein Georg, fragte sie Jansje und stellte ihr eine heiße Suppe zum Essen auf dem Tisch.
Aus Friedenshütte sagte Janje mit ihren holländischen Akzent.
Jesses, heilige Maria, Pierunie jasnego sagte Frau Rybnik, das ist ja gleich bei Beuten und ich kenne viele Menschen aus Friedenshütte.
Wie heißt denn dein Liebster, fragte sie.
Georg, sagte Jansje, Georg Subal und er hat mir erzählt das seine Familie vor langer Zeit auf Frankreich nach Schlesien kamen.
Jesses , Maria und Josef,
Der Georg, der Feiner Georg, der Liebling alles Mädchen, in den hast du dich verliebt. Liebt er dich denn auch fragte sie und sah Jansje scharf an.Jansje wurde mulmig ums Herz und Bauch.
Ich denke schon und sie erzählte der Frau wie sie sich kennen gelernt haben.
Jesses, Maria und Josef, das is nicht zu glauben, sagte Frau Rybnik. Wir dachten immer, der nmmt sich nie eine von dem Ort, der ist zu schön, der ist zu musisch , der war so außergewöhnlich das sein Vater fast verrückt wurde.
Hat er dir erzählt dass er der jüngster von 16 Kindern sei, fragte sie Jansje.
Jansje schüttelte den Kopf und Frau Rybnik sprach weiter.
Ich kenne seinen Vater und ich kannte auch seine Mutter, die mit mir in einer Klasse war.
Seine Mutter ist früh gestorben, da war der Bub erst 6 Jahre, aber der Vater lebt noch obwohl der schon 94 neunzig sein müsste
.Er war schon ein alter Mann als er Maria geheiratet hat. Die war seine Schwägerin und so haben sie sich zusammengetan, denn sein Vater hatte mit der ersten Frau 12 Kinder und Maria brachte 3 In diese Ehe mit und dann wurde Georg geboren, da war sein Vater schon dick über sechzig.
Georg hat Geschwister die haben Kinder , die sind zehn Jahre älter als er, lachte sie. Josef, so hieß sein Vater, war ein anständiger , fleißiger Mann, der für alle Kinder gesorgt hat und seine beiden Töchter, die nicht geheiratet haben, haben ihren Bruder erzogen als ob es ihr eigen Kind war.Klara und Hedwig waren verrückt mit dem kleinen Buben und Klara hat sogar einen fantastische Arbeit aufgegeben, die sie in Limburg an der Lahn hatte, um ihren kleinen Bruder zu erziehen.
Nun wusste Jansje schon vieles und sie schlief fast im Stuhl ein.
Ab in die Federn sagte Frau Rybnik und brachte sie zu einem kleinen Zimmer.I
ch tue es auch für Maria sagte sie und bekreuzte sich. Gott sei ihrer Seele gnädig, die arme.
Jansje schlief gut und lange und es war schon Nachmittag als Frau Rybnik mit einer Tasse Milch in das Zimmer kam.
Sie haben gut geschlafen Kind sagte sie und es wird Zeit das sie aufstehen, denn es ist schon nach vier Uhr Nachmittag.
Jansje sprang aus dem Bett, oh Gott sagte sie und entschuldigte sich ein paar Mal.. Nicht zu entschuldigen Kind, du hast diesen Schlaf gebraucht und deinen Georg
wirst du noch finden, doch du musst auch ausgeruht sein, schärfte sie Jansje ein.
