Das ist   Kleidung von meiner Tochter, die vor ein paar Jahren abgehauen ist mit ihrem Mann.

Der war Jude und sie sah schon vorher das Desaster kommen und hat Samuel gebeten mit ihr über Frankreich nach Südamerika zu gehen.

Samuel und Marta sind nur mit 4 Koffern weggezogen. Haben die Wohnung stehen lassen und mir den Schlüssel in den Briefkasten geschmissen. 

Sein Geschäft hat er schon vorher verkauft und das war gut so.I

ch bin als Marta den Samuel geheiratet hat mit ihnen  und meinem Mann nach Berlin, denn in Beuten konnte ich nicht mehr bleiben, sie verstehen.

Eine Katholikin heiratet einen Juden, das ging schon gar nicht und das die Eltern das erlaubt haben, war ein Skandal.

Der Pfaffe redete und redete, ich sollte daran arbeiten das meine Tochter einen Katholiken heiraten soll, sonst wird sie exkommuniziert. 

Dann gehe ich auch aus der Kirche sagte ich zu dem Pfaffen. Es gibt noch andere Glaubensgemeinschaften, als die Katholische Kirche. Dann werde ich evangelisch sagte ich zu ihm und das sofort und ging.

Mein Mann selig ist dann auch evangelisch geworden. Nun waren wir in diesem Katholischen Dorf Aussätzige, die nicht den richtigen Glauben hatten, obwohl es auch ein paar Evangelische Menschen in Schlesien gibt, sagte sie und schaute Jansje in die Augen.

Welcher Glaubensgemeinschaft gehören sie denn an, fragte sie und Jansje erzählte ihr dass sie der Altkatholischen Gemeinschaft angehört, wie viele Menschen in Holland.

Das wird dem Vater von Georg nicht schmecken und der Klara auch nicht, denn die sind schwer Katholisch, warnte Frau Rybnik. Aber wenn der Georg sie will, dann sollte er nicht auf den Glauben sondern auf die Liebe schauen.

Frau Rybnik und Jansje verbrachten einen schönen Abend und es wurde ziemlich spät als sie zu Nachtruhe gingen. 

Sie müssen mich morgen nicht so lange schlafen lassen bat Jansje, denn ich muss Georg suchen und dazu muss ich beizeiten aufstehen. 

 

Der Morgen war frostig und Frau Rybnik gab Jansje warme Unterwäsche und auch ein paar Winter Stiefelchen die ihr ein wenig zu groß waren, doch lecker warm.  Jansje fuhr nach dem Frühstück nach  Wünsdorf, wo sich das Oberkommando der Wehrmacht befand.In ihrer Naivität, sprach sie einen wachhabenden Soldaten an und verlangte den Oberkommandierenden der Wehrmacht zu sprechen.

Der Soldat lachte und schickte sie fort. Aber nicht mit Jansje, sie blieb den ganzen tag in der Nähe der Wachhabenden stehen und nervte die Soldaten.

Das ging   drei tage so, als ein Auto anhielt und General Keitel den Wachhabenden fragte was die Frau wollte.

Der Soldat erklärte die Situation und General Keitel war beeindruckt von der Hartnäckigkeit der hübschen Holländerin.

Sie durfte zu ihm in den Wagen steigen und in sein Büro. 

General Keitel sah sie lange an und fragte.

Haben sie Hunger, worauf Jansje nickte.

Er griff zu Telefon und bestellte Frühstück für zwei.

Das Frühstück kam und es gab nach langer, langer Zeit richtigen Bohnenkaffee zu trinken, ganz abgesehen von den knusprigen Brötchen die mit Wurst und Käseplatte serviert wurden. 

Nun erzählen sie mal sagte Keitel anschließend, was haben sie auf dem Herzen und Jansje erzählte ihre Geschichte und dass sie glaube das die Deutschen alles erreichen in der Welt.

So schmierte sie ihm Honig ums Maul. Keitel war sehr interessiert und versprach alles zutun um Georg zu finden, worauf er sie entließ und für den nächsten Tag einen Termin mit ihr vereinbarte.

Jansje fuhr zu Frau Rybnik , die fast aus ihren Latschen kippte als sie hörte das Keitel, Jansje empfangen hatte

.Morgen habe ich wieder einen Termin sagte Jansje und der ist erst Nachmittag.

Am folgenden Tag war sie Pünktlich am Oberkommando der Wehrmacht und man ließ sie nach dem  Sie ihren Pass zeigte sofort durch in Begleitung eines Soldaten. 

General Keitel erwartete sie schon und auf dem Tisch stand eine Kanne mit Kaffee und feinstes Gebäck.

Wir haben ihren Verlobten noch nicht gefunden informierte er Jansje, aber wir geben nicht auf und sah ihr in ihre braunen Augen.

Morgen kommen sie zur Mittagszeit sagte er nachdem sie Kaffee getrunken haben und sofort kam ein Soldat und begleitete Jansje heraus.

Haben sie denn überhaupt deutsches Geld, fragte er sie und sie verneinte.

Kommen sie zurück ordnete er an und setzen sie sich, den Soldaten vor der Tür stehen lassend.

Wer finanziert ihre Reise hierher fragte er und Jansje erzählte ihm von Frau Rybnik, doch nichts von deren Tochter.

Was kostet die Fahrt fragte er und haben sie dieser Frau Kostgeld gezahlt.

Jansje schüttelte den Kopf und Keitel zog seine Brieftasche heraus.

Da sind hundert Mark sagte er, die sind für die Fahrt und auch für Kostgeld für die nette Frau die sie aufgenommen hat.

Jansje zögerte, aber sie nahm dankend das Geld an ,mit dem Versprechen es ihm irgendwann wieder zu geben.

Der nächste tag verlief ganz anderes, dauernd kamen irgendwelche Männer zu Keitel und legten ihm   Meldungen vor, die er sich sofort anschaute.

Er lächelte und sagte. Jetzt essen wir erst einmal zu Mittag, denn ich habe Hunger und sie wahrscheinlich auch.

Jansje nickte und es dauerte nicht lange da wurde ein Menü für beide serviert.

Eigentlich habe ich gedacht dass sie heute nicht mehr kommen, sagte er und schaute sie lächelnd an.  Aber ich hätte sie holen lassen drohte er, mit dem Zeigefinger, denn wie sagten sie. Die Deutschen können alles und wir können auch alles.

Wir haben ihn gefunden und er ist auf dem Weg hierher, strahlte er sie an.

Sie sehen Deutsche können alles. 

Keitel schickte Jansje in einen Nebenraum und wartete auf Georg , den in Anmarsch war.  

 

Gefreiter sagte der Offizier, Gefreiter , sie werden abkommandiert ,sollen ins Oberkommando der Wehrmacht nach Berlin. 

Wissen sie warum man sie dort abkommandiert hat fragte er Georg und dieser schüttelte den Kopf. 

Sie sollen zu General Keitel, also lügen sie mich nicht an Gefreiter .

Georg wurde es Bang ums Herz. Was wollte man von einem einfachen Soldaten wie ihn, was sollte er bei Keitel, er war doch nur Kanonenfutter, das war ihm von Anfang an klar.

Georg schwor sich nicht zu fallen und auch nicht gezielt zu schießen und war dankbar dass er in der Wehrmacht als Fernmelderelektriker gebraucht wurde.

Was wollten die Nazis von ihm, er der niemals sich zu diesem Regime äußerte, nicht im Guten und auch nicht im schlechten.

Wir wissen nicht wie lange sie dort benötigt werden, aber wenn sie zurück sind erwarte ich einen Bericht bläute ihm der Kommandeur ein.

Jawohl Herr Offizier sagte Georg und verließ das Zimmer.

Draußen stand der persönlicher Fahrer von General Keitel und erwartete Georg. Georg stieg in den Wagen und sagte kein Wort, er begann ein wenig zu zittern und dies bekam der Fahrer mit.

Er schaute Georg an und meinte.

Gefreiter es ist nichts was sie beunruhigen muss, sie brauchen keine Angst zu haben und lachte verschmitzt.

Hatte man ihm doch eingebläut , dem Gefreiten  kein Sterbenswörtchen zu sagen und daran hielt er sich auch.

Dem Georg ging es nicht viel besser, auch wenn der Fahren ihn versuchte zu beruhigen.

Als sie im Oberkommando ankamen wurde er in Empfang genommen und zu dem General geführt.

Melde gehorsamst, , begrüßte er Keitel und schmiss die Hacken zusammen.

Rühren sagte der General und ließ ihn stehen um sich den Mann anzuschauen der von einer Holländerin gesucht wird.

 

Sie waren in den Niederlanden fragte er Georg und dieser antwortete ;

Jawohl Herr General, in Bergen aan Zee, Herr General.

Hat es ihnen denn dort gefallen, fragte Keitel und Georg sagte, dass es ihm dort sehr gut gefallen hätte.

 Haben sie dort eine Verbindung, fragte er Georg und Georg stammelte.

Was sollte er jetzt antworten, es war nicht gerne gesehen, wenn die Soldaten sich mit den Einheimischen befassten.

Georg schwieg und Keitel merkte wohl das er sich nicht wohl fühlte.

Sie können frei reden sagte er und verzog seine Miene.

Herr General, ich weis nicht, wie ich es sagen soll, aber

.Aber , sagte Keitel, aber sie haben dort eine kleine Liebschaft gehabt,

Nein Herr General, keine Liebschaft, ich fand dort die Liebe meines Lebens, sagte Georg und wartete ab was der General darauf antwortete.

Kennen sie eine Jansje, fragte er und Georg schmiss seine Hacken zusammen.

Jawohl Herr General, das ist meine Braut, sagte er, obwohl es bis Dato sein Traum war.

So ihre Braut ist das, witzelte der General und warum haben sie sie verlassen, stichelte ein wenig.

Ich wurde versetzt Herr General, versetzt nach Potsdam , wo ich für die Telegrafenleitungen eingeteilt wurde. 

Genug, sagte Keitel, gehen sie in den nächsten Raum, dort wartet ihre Braut.

Georg bleib fast das Herz stehen, sollte seine Jansje es wirklich geschafft haben, von dem andere Träumen, sollte sie es wirklich bis ins Oberkommando gebracht haben.

Georg salutierte und betrat den Raum.

Da stand sie, sein Traum, seine Sonja wie es sie mit Kosenamen heimlich nannte, denn sie war die Sonne seines Lebens.

Jansje lief ihm entgegen und umarmte ihn, er war ihr völlig egal ob Keitel es mitbekam, das sie ihn abknutschte.

Keitel blieb eine Weile sitzen und dann erhob er sich.

Sie haben zwei Wochen Urlaub gefreiter Subal, bringen sie ihre Braut nach Schlesien zu ihrer Familie und ich wünsche ihnen alles Gute. 

Jansje und Georg bedankten sich bei General Keitel, eilten zu Frau Rybnik und verbrachten ein paar Tage in Berlin. E

r Telegrafierte seiner Schwester Hedwig, die  als einzige eingeweiht war und bat , das sie seinem Vatrer bescheid sagt, der wahrlich nicht erfreut war, das sein Jüngster  eine Ausländerin zur Frau möchte.

Hatte er doch seit seiner Geburt gehofft, das Georg in ein Kloster geht oder ein  Pfarrer wird.

Akzeptiert hat er  Jansje nie und nur einmal sehen wollen.

 Am 15 März 1942 heiratet Georg  seine Jansje, doch die Ehe konnte nicht als Gültig erklärt werden, denn, Jansje war nach Niederländischen Recht nicht Volljährig und musste die schriftliche Beglaubigung ihrer Eltern haben, die diese lange verweigerten.

Erst als ihr zweites Kind unterwegs war entschloss sich Jansje mit ihrem Sohn und schwanger mit einer Tochter nach Holland zu fahren und um die Genehmigung zu bitten.

Ihr Vater wollte davon nichts wissen , ihre Mutter hatte diesbezüglich nichts zu sagen, aber ihre Großmutter Friki, die Friki, die ihre Enkelin Jansje nie leiden konnte, machte dem Schwiegersohn Dampf unterm Hintern, sodass sie mit der Genehmigung wieder nach Schlesien zurück reiste. 

Erst zwei Jahre Später, nach ihrer ersten Trauung, heirateten sie nochmals am 15 März 1944 , vier Monate vor meiner Geburt. 

Meine Eltern waren 54 Jahre glücklich verheiratet und ich habe nie erlebt das sie sich je langweilten.

Oft kam ich stikum ins Haus, aber ich habe nie erlebt das sie nicht miteinander sprachen.

1994 starb  Jansje, meine Mutter und Vater konnte wenig mit seinem Leben als Witwer anfangen.

Die Einsamkeit trieb ihn in eine Dimens in der er immer mit seiner Frau sprach.

Acht Jahre später ist er ihr gefolgt und wenn es ein Leben nach dem Tod gibt, sind sie  jetzt wieder zusammen und vielleicht trafen sie auch General Keitel.

Brabant- Brabant