3. Teil

Der psychologische Dienst wurde mir geschickt. Auch eine Sozialarbeiterin, doch wirklich helfen konnte mir niemand. Ich lag in meinem Bett, machte täglich meinen Spaziergang durchs Krankenhaus, denn ich wollte ja wieder fit werden…nur diese schrecklichen Kopfschmerzen ließen einfach nicht nach. Eigenblut wollte man mir abnehmen um es anschließend in meine Wirbelsäule zu spritzen. Könnte eventuell helfen sagte man mir…gefiel mir aber überhaupt nicht! Ich wollte kein Versuchskaninchen mehr sein…darauf hin wurde ich 12 Tage später wieder entlassen. Das Coffein und die anderen Medikamente konnte ich genau so gut zu Hause nehmen.

Der Trigeminus-Nerv( einer unserer Hauptgesichtsnerven) war geweckt worden und machte mich fast wahnsinnig. Ich kann mich noch genau an die 1. Nacht zu Hause erinnern. Mein Sohn lag bei mir, fast auf mir, er wollte am liebsten zurück in meinen Bauch damit ich ihn nie wieder verlassen konnte, das waren tatsächlich seine Worte…Nachdem er eingeschlafen war, fing ich am ganzen Körper an zu zittern. Es war die Angst vor der Zukunft, Angst, dass mein Körper mir nicht mehr, so wie vorher, zur Verfügung stehen würde, da ich doch alleine für unseren Sohn sorgen muss…sein Vater hatte sogar die Unterhaltszahlung eingestellt…mir liefen nur leise die Tränen übers Gesicht…doch plötzlich hatte ich das Gefühl nicht mehr alleine zu sein. Jemand strich leicht über mein Gesicht und sprach mir Mut zu…sehen konnte ich niemanden, bin mir aber inzwischen sicher, das es mein Schutzengel war…mein Tränenfluss beruhigte sich…die Nacht darauf erschien mir meine verstorbene Oma und stauchte mich zusammen. Sie erinnerte mich daran, was ich in meinem Leben schon alles bewältigt habe und es auch dieses Mal schaffen würde. Ich hätte schließlich Hilfe und gute Freunde!

Also fing ich an wieder an unsere Zukunft zu glauben! Ein guter alter Freund stellte mir Reiki vor und behandelte mich 1 x die Woche, was mir sehr gut tat! Auch das umsorgt werden konnte ich inzwischen gut annehmen, ohne ein schlechtes Gewissen zu haben. War auch oft genug für andere da…meine ganze Sichtweise fing sich an zu ändern…nur dieses nicht Können ging mir gehörig gegen den Strich! Aber es war nicht zu ändern, schien eine langwierige Angelegenheit zu sein…

So vergingen 3 Monate…

Wie jeden Tag leerte ich meinen Briefkasten und fand einer Brief meiner Krankenkasse vor, das sie die Krankengeldzahlung einstellen würde, da ich, nach Aktenlage,  wieder in der Lage sei zu arbeiten.

Ich konnte es gar nicht glauben und nahm dieses Schreiben am nächsten Tag mit zu meinem Hausarzt, der auch fassungslos war. „ Sie sind nicht einmal beim med. Dienst gewesen, die sollen sie einmal anschauen, dann merken die sofort, das sie nicht in der Lage sind zu arbeiten!“

Inzwischen war ich auch einem Sozialverband beigetreten, der sofort einen Wiederspruch einlegte und mich zum Arbeitsamt schickte um Harz Vier zu beantragen, denn auch mein Neurologe war der Meinung das ich nicht in der Lage wäre zu arbeiten.

Hätte es in der kommenden Zeit meine Freunde und Eltern nicht gegeben, die für mich, meinen Sohn, den Einkauf, meine Tiere, die Wohnung und die Hin und Rückwege zu diversen Ärzten und Physiotherapie möglich gemacht  indem sie mich gefahren oder auf andere Weise unterstützt haben, weiß ich nicht wie ich es hätte bewältigen können.

EIN GROSSES DANKESCHÖN AN ALLE!

Am 06.12.2007 kam ich erneut ins Krankenhaus. Darmbluten war die Diagnose. 3 Tage lange habe ich niemandem davon erzählt, dass nur Blut kam und dann wurde die Angst zu groß…Hab ja Verantwortung meinem Kind gegenüber. Florian braucht mich noch einige Jahre. Ich erzählte es meinem Vater während eines Telefonates, der sofort unseren Hausarzt anrief und schon hatte ich wieder eine Einweisung bei mir liegen, doch ich wollte nie wieder in dieses Krankenhaus! Keiner kann sich vorstellen welche Angst ich davor hatte…die Tränen liefen ganz automatisch…somit durfte ich erst einmal zu einem Durchgangsarzt der vielleicht ambulant etwas erreichen könne, aber diese Hoffnung wurde mir ganz schnell genommen. Jedoch kam ich nicht in die Diako sondern ins Franziskus-Hospital…wenigstens andere Ärzte. Florian war entsetzt als sein Opa mittags vor der Schule stand um ihn abzuholen. Abends kamen meine Eltern mit Flo ins Krankenhaus um mir alle nötigen Dinge zu bringen. Beim Anblick meines Sohnes fing mein Herz an zu bluten…

Auch der Nova-Virus erwischte mich noch, doch ich hatte Glück im Unglück, denn meine Freunde besorgten Weihnachtsgeschenke für mich und kümmerten sich um unsere Tiere. Florian durfte die ganze Zeit bei einem Schulfreund übernachten, doch nie werde ich den Ausdruck seiner Augen vergessen, als er mich nach der Schule zu Hause am Fenster stehen sah. Er hat regelrecht geleuchtet und ich wusste wieder genau warum es sich lohnte weiter zu kämpfen!

Wir hatten ein sehr schönes Weihnachtsfest im Kreise der Familie!

Geld bekam ich also von niemandem, da ich ja Vermögen besaß…diese Äußerung musste man mir genauer erklären, und man stelle sich vor, ich musste tatsächlich meine LV und die Ausbildungsversicherung meines Sohnes kündigen und erst einmal verleben. Es dauerte etwas über ein Jahr, bis sich überhaupt jemand für sich zuständig fühlte…

Inzwischen lief auch eine  Klage gegen die Krankenkasse und es wurde Rente für mich eingereicht, damit wir überhaupt weiterhin versichert waren…