6. Teil Ein Bündel Briefe mit ungeahnten Folgen
Was stand in den Briefen? Warum wurden sie nie abgeschickt? Warum sprach sie nie mit mir über ihr Elternhaus?
Am nächsten Morgen hatte ich mit beiden ein längeres Gespräch. Ich erzählte von der Burg, und dem verwahrlosten Park. Da blitzten Pepes Augen auf. Ich merkte er hatte Feuer gefangen. Aber nur er allein, ging nicht, damit ist Elena nicht einverstanden.-
Obwohl sinnierte ich, momentan gab es hier nichts Besonderes zu tun.- Natürlich, so machen wir’s. Während der Renovierungszeit bringe ich Abuela und Mathilda hierher. So entgehen sie dem ganzen Dreck und Radau. Beinahe fröhlich bereitete ich den Beiden meinen Plan aus. Ich redete mit Engelszungen auf Elena ein. Erklärte ihr, dass meine Oma eine alte zerbrechliche Frau sei und ihre Freundin ebenfalls, dass beide ihre Fürsorge brauchten. Nun erzähle mal einer Canarierin von alten Menschen. Kein Menschenschlag ehrt so wie sie die Senioren
„Claro. Beatrice tu Abuela, es mi Abuela.“ –
„Aber sie kann, glaube ich, kein Spanisch. Du musst mit ihr deutsch sprechen.“ „No Proplemo“, -
„wie heißt das?“ -
„Keine Probleme“, und dann lachten wir alle drei. Diese Insel wäre umschifft, sagt man hier, wenn ein Konflikt gelöst war.
Bei der Banco de Santander in Las Palmas holte ich meine eigenen Kontoauszüge ab und war erstaunt, dass so viel Geld drauf war. Jetzt noch zum Rechtsanwalt meiner Eltern um das mit dem Erbe zu regeln. Mit der Sterbeurkunde und meinem Geburtsschein war ich automatisch berechtigt
Wieder eine Last weniger .Ich war eine reiche Frau. Welche Gefühle diese Tatsache in mir auslöste, ich kann sie nur umschreiben. Stolz auf meine Eltern, dass sie es in ihrem kurzen Leben so weit gebracht hatten, ohne das Erbe meiner Mutter Denn es dämmerte mir, dass da noch vieles im Verborgenen war, von dem ich nicht wusste.
Was stand in den Briefen? Warum wurden sie nie abgeschickt? Warum sprach sie nie mit mir über ihr Elternhaus?
Noch zum Cementerio Meloneras beide besuchen. Lange stand ich vor der Wand mit ihren Namen und schüttete mein Herz aus. Ich hörte mich fragen, aber eine Antwort gaben sie mir nicht. Nur fühlte ich, dass es in ihrem Sinne war. Dann spürte ich einen Lufthauch auf meiner Wange wie ein Kuss. So beruhigt ging ich nach Hause. Emanuel und Pepe bestellte ich für den nächsten Tag zum Flughafen und so begann mein Abenteuer mit einer ungewissen Zukunft.
Abuela und Mathilda waren also auf Gran Canaria. Elena betütelte die beide und Mathilda genoss es so richtig.
Hier in Deutschland gingen die Arbeiten zügig voran, das obere Stockwerk blieb der Familie und unten wurden die großen Räume alle geteilt, so dass immer zwei Zimmer entstanden. Emanuel hatte mich darauf gebracht. Mach doch ein kinderfreundliches Hotel daraus. So geschah es.
Alle Räumlichkeiten brauchten eine richtige Heizung. Sie verschlang das meiste Geld. Neue Doppelfenster und Fußböden Beläge. Auch Duschen und Toiletten gehörten dazu.
Mir blieb keine Zeit an etwas Privates zu denken. Ich war eine eiskalte Geschäftsfrau geworden. Verhandlungen mit dem Bauamt, mit der örtlichen Verwaltung, und und und. Der Denkmalschutz saß mir im Nacken, obwohl äußerlich alles unverändert blieb. Dass ich mit 25 Jahren solch einem großen Projekt vorstehen würde, hätte ich vor einem Jahr nicht geglaubt.
Sonntags ging ich wie gewohnt zur Kirche. Der alte Pfarrer sprach mich einmal an. Ich lud ihn zu einem Nachmittagskaffee ein. Wir gingen zusammen in „Meine kleine Kapelle" und dort erzählte er mir die Geschichte meiner Eltern. An den Wänden waren die Tafeln aller Verstorbenen angebracht. Ich kannte sie mittlerweile.
„Deine Großeltern hatten zu einem Ball eingeladen. Im Orchester war ein junger Geiger mit schwarzem Haar und brennenden Augen. Deine Mutter, mein Kind war damals neunzehn Jahre, eine bildhübsche blonde Schönheit. Wenn seine Geige weinte, sah sie nur ihn. Es kam, wie es kommen musste, sie verliebten sich unsterblich.“
Ich saß auf der kalten Steinbank und hörte dem Geistlichen zu. „Sie trafen sich lange Zeit heimlich hier in dieser Kirche. Ich wusste davon und warnte sie, dass der alte Herr Baron nie seine Einwilligung geben würde. So war es dann auch, als er es erfuhr, warst du schon unterwegs.
Er schmiss den jungen Mann einfach aus dem Haus und er verlangte von deiner Mutter einen Abbruch der Schwangerschaft. Als sie sich weigerte, sollte sie auch ihre Heimat verlassen. Doch deine Großmutter sprach ein energisches Machtwort. So wurdest du hier geboren. Als du etwas größer warst holte euch dein Vater eines Nachts ab.
Dein Großvater tobte und schwor dass er keine Tochter mehr habe. Du siehst wie gramgebeugt deine Großmutter ist, das alles nahm sie sehr mit. Sie hatten sich im Laufe der Jahre auseinander gelebt.
Als man den Herrn Baron tot nach Hause bracht, wurde von einem Jagdunfall gesprochen. Aber ich weiß es besser, er nahm sich das Leben. Oft berichtete er mir, dass sein Leben keinen Sinn mehr habe, Er fühlte sich schuldig. Er wollte euch schreiben, aber ihm fehlte der Mut. Ja so war das damals.“
„Ich habe ein ganzes Bündel Briefe mitgebracht“,
„ich weiß, deine Großmutter hat es mir erzählt, doch sie hat sie noch nicht geöffnet. Ich riet ihr dazu, die Vergangenheit ruhen zu lassen. Na und wie man sieht ist ja ein neuer Anfang gemacht.“
Lange, als der Pfarrer fortgegangen war, saß ich noch dort Warum hatte es meine Mutter nicht erzählt? Waren sie nicht verheiratet? Bin ich nicht getauft? All das schoss mir durch den Kopf. Ich muss noch mal ihre Papiere durchsehen.
http://www.platinnetz.de/artikel/170641/hier gehts zum 6.Teil
Copyrigth Linda Bohrmann
Obwohl sinnierte ich, momentan gab es hier nichts Besonderes zu tun.- Natürlich, so machen wir’s. Während der Renovierungszeit bringe ich Abuela und Mathilda hierher. So entgehen sie dem ganzen Dreck und Radau. Beinahe fröhlich bereitete ich den Beiden meinen Plan aus. Ich redete mit Engelszungen auf Elena ein. Erklärte ihr, dass meine Oma eine alte zerbrechliche Frau sei und ihre Freundin ebenfalls, dass beide ihre Fürsorge brauchten. Nun erzähle mal einer Canarierin von alten Menschen. Kein Menschenschlag ehrt so wie sie die Senioren
„Claro. Beatrice tu Abuela, es mi Abuela.“ –
„Aber sie kann, glaube ich, kein Spanisch. Du musst mit ihr deutsch sprechen.“ „No Proplemo“, -
„wie heißt das?“ -
„Keine Probleme“, und dann lachten wir alle drei. Diese Insel wäre umschifft, sagt man hier, wenn ein Konflikt gelöst war.
Bei der Banco de Santander in Las Palmas holte ich meine eigenen Kontoauszüge ab und war erstaunt, dass so viel Geld drauf war. Jetzt noch zum Rechtsanwalt meiner Eltern um das mit dem Erbe zu regeln. Mit der Sterbeurkunde und meinem Geburtsschein war ich automatisch berechtigt
Wieder eine Last weniger .Ich war eine reiche Frau. Welche Gefühle diese Tatsache in mir auslöste, ich kann sie nur umschreiben. Stolz auf meine Eltern, dass sie es in ihrem kurzen Leben so weit gebracht hatten, ohne das Erbe meiner Mutter Denn es dämmerte mir, dass da noch vieles im Verborgenen war, von dem ich nicht wusste.
Was stand in den Briefen? Warum wurden sie nie abgeschickt? Warum sprach sie nie mit mir über ihr Elternhaus?
Noch zum Cementerio Meloneras beide besuchen. Lange stand ich vor der Wand mit ihren Namen und schüttete mein Herz aus. Ich hörte mich fragen, aber eine Antwort gaben sie mir nicht. Nur fühlte ich, dass es in ihrem Sinne war. Dann spürte ich einen Lufthauch auf meiner Wange wie ein Kuss. So beruhigt ging ich nach Hause. Emanuel und Pepe bestellte ich für den nächsten Tag zum Flughafen und so begann mein Abenteuer mit einer ungewissen Zukunft.
Abuela und Mathilda waren also auf Gran Canaria. Elena betütelte die beide und Mathilda genoss es so richtig.
Hier in Deutschland gingen die Arbeiten zügig voran, das obere Stockwerk blieb der Familie und unten wurden die großen Räume alle geteilt, so dass immer zwei Zimmer entstanden. Emanuel hatte mich darauf gebracht. Mach doch ein kinderfreundliches Hotel daraus. So geschah es.
Alle Räumlichkeiten brauchten eine richtige Heizung. Sie verschlang das meiste Geld. Neue Doppelfenster und Fußböden Beläge. Auch Duschen und Toiletten gehörten dazu.
Mir blieb keine Zeit an etwas Privates zu denken. Ich war eine eiskalte Geschäftsfrau geworden. Verhandlungen mit dem Bauamt, mit der örtlichen Verwaltung, und und und. Der Denkmalschutz saß mir im Nacken, obwohl äußerlich alles unverändert blieb. Dass ich mit 25 Jahren solch einem großen Projekt vorstehen würde, hätte ich vor einem Jahr nicht geglaubt.
Sonntags ging ich wie gewohnt zur Kirche. Der alte Pfarrer sprach mich einmal an. Ich lud ihn zu einem Nachmittagskaffee ein. Wir gingen zusammen in „Meine kleine Kapelle" und dort erzählte er mir die Geschichte meiner Eltern. An den Wänden waren die Tafeln aller Verstorbenen angebracht. Ich kannte sie mittlerweile.
„Deine Großeltern hatten zu einem Ball eingeladen. Im Orchester war ein junger Geiger mit schwarzem Haar und brennenden Augen. Deine Mutter, mein Kind war damals neunzehn Jahre, eine bildhübsche blonde Schönheit. Wenn seine Geige weinte, sah sie nur ihn. Es kam, wie es kommen musste, sie verliebten sich unsterblich.“
Ich saß auf der kalten Steinbank und hörte dem Geistlichen zu. „Sie trafen sich lange Zeit heimlich hier in dieser Kirche. Ich wusste davon und warnte sie, dass der alte Herr Baron nie seine Einwilligung geben würde. So war es dann auch, als er es erfuhr, warst du schon unterwegs.
Er schmiss den jungen Mann einfach aus dem Haus und er verlangte von deiner Mutter einen Abbruch der Schwangerschaft. Als sie sich weigerte, sollte sie auch ihre Heimat verlassen. Doch deine Großmutter sprach ein energisches Machtwort. So wurdest du hier geboren. Als du etwas größer warst holte euch dein Vater eines Nachts ab.
Dein Großvater tobte und schwor dass er keine Tochter mehr habe. Du siehst wie gramgebeugt deine Großmutter ist, das alles nahm sie sehr mit. Sie hatten sich im Laufe der Jahre auseinander gelebt.
Als man den Herrn Baron tot nach Hause bracht, wurde von einem Jagdunfall gesprochen. Aber ich weiß es besser, er nahm sich das Leben. Oft berichtete er mir, dass sein Leben keinen Sinn mehr habe, Er fühlte sich schuldig. Er wollte euch schreiben, aber ihm fehlte der Mut. Ja so war das damals.“
„Ich habe ein ganzes Bündel Briefe mitgebracht“,
„ich weiß, deine Großmutter hat es mir erzählt, doch sie hat sie noch nicht geöffnet. Ich riet ihr dazu, die Vergangenheit ruhen zu lassen. Na und wie man sieht ist ja ein neuer Anfang gemacht.“
Lange, als der Pfarrer fortgegangen war, saß ich noch dort Warum hatte es meine Mutter nicht erzählt? Waren sie nicht verheiratet? Bin ich nicht getauft? All das schoss mir durch den Kopf. Ich muss noch mal ihre Papiere durchsehen.
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Copyrigth Linda Bohrmann
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