Ab morgen lassen wir 10 gerade sein.
... zumindest bis Aschermittwoch.
Nochmals vorweg, ich fand den Gag mit der Suppe gut.
Nach endlosen Artikeln über Landschildkröten das passende Rezept zu liefern,
macht doch Sinn.
Nun, ich stehe zu dieser Art von Humor.
Aber jetzt einmal ernsthaft. ;-)
Der Humor und die Deutschen - das ist wohl ein eher trauriges Kapitel unserer
Kultur-, Polit- und Literaturgeschichte.
Wir kennen scheinbar nur den Ernst des Lebens.
Nur, wenn einem das leben nicht mehr lebenswert erscheint, dann rät man ihm zynisch:
-Hauptsache, du verlierst den Humor nicht- tätää, tätää, tätää.
„Humor ist ein Distanzgefühl.“ ( Brecht )
Ich hoffe ich verstoße jetzt nicht gegen eine Regel, weil ich Brecht zitiere? ( Frage ans Team.)
Diese Distanz, die erst den Humor freisetzt, die bringen wir nur sehr selten auf.
Wir sind zu ernst und zu gedankenschwer und zur Selbstironie völlig untauglich.
Wenn überhaupt, dann blüht das Pflänzchen des Humors nur im Verborgenen,
bis es wieder verkümmert, weil es niemand gießt.
Hintergründiges ist uns fremd. Wir stehen eher auf billige Lacheffekte.
Ausländische Wissenschaftler aus mehreren Nationen wurden von der Alexander-von-Humboldt-Stiftung nach mehrjährigem Aufenthalt in der Bundesrepublik gefragt, was sie
besonders charakteristisch an den Deutschen fänden.
( Keine Sorge, ich kopiere nur 100 Jahre alte Kochrezepte.)
Den Damen und Herren waren die unterschiedlichsten Dinge aufgefallen.
Humor hatte lediglich ein einziger entdeckt, ein Koreaner, in einer Kneipe in Berlin.
Die Summierung der übrigen Erfahrungsberichte erlaubte sozusagen eher eine Philosophie
des Humors ex negativo.
Die „ typisch deutschen“ Eigenschaften sind meist genau das Gegenteil der Bedingungen,
die Humor zu seiner Entfaltung benötigt.
Als typische Eigenschaften des Durchschnittsdeutschen ( inkl. neuer Bundesländer )
werden Disziplin und Pflichtbewusstsein, Fleiß und Sparsamkeit, Achtung vor Regeln, Ordnung und Organisation genannt.
- Nichts wird umsonst gemacht. Alles wird nach Maßstab und Rentabilität bemessen. -
( So ein Bulgare )
Höflichkeit, Freundlichkeit und feste formale Rieten prägen den Umgangsstil und sind
zugleich Schutz vor engeren und spontanen Kontakten.
( Wobei ich unter Anderem PN ausschließen möchte.)
Echte Kommunikation wird meist durch stark konventionalisierte Diskussionen ersetzt.
( So ein Ungar.)
Von einer einmal gefassten Meinung, lässt sich ein Deutscher nur sehr schwer abbringen.
Kompromisslosigkeit gilt als Tugend. Alles sollte möglichst perfekt funktionieren.
Flexibilität und Phantasie findet man dagegen nur selten, meinten die ausländischen Wissenschaftler.
Und der Rahmen für schöpferische Improvisation, für das Unvorhersehbare, nicht
Regelkonforme sei sehr klein.
Trotz ihres Wohlstandes, wurden die Deutschen als nicht glücklich empfunden.
Sie wirkten vielmehr oft unzufrieden und von einer schwer begründbaren
„ Neigung zur mäkelnden Nörgelei “. ( Bei PN sehr häufig angetroffen. )
Natürlich können sie auch fröhlich sein, aber nur, falls zu bestimmten Zeiten
Fröhlichkeit angesagt ist – bei Familienfesten, diversen Privatfeten und natürlich
beim Fasching/ Karneval.
Setzt man nun aus allen Puzzleteilen ein Phantombild eine „typischen“ Deutschen
zusammen, so lässt sich eine Disposition für Humor kaum erkennen.
Also ehrlich, der Artikel könnte von mir sein.
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