Es gehört schon eine Portion Mut dazu, mit Gliederschmerzen und Muskelkater wieder ins Training zu gehen. Und dies zwei Mal in der Woche. Immer und immer wieder, der Muskelkater und diese Schmerzen.

 

Sie werden einem nicht bewusst oder auf Grund einer Aggression zugefügt, es ist Teil des Trainings. Nach dem Duschen seine Wunden lecken und mit den Trainingspartnern über Fehler, Perfektion oder auch nur über seine Ziele zu sprechen ist eine wunderbare Möglichkeit, andere Menschen und sich selbst kennen zu lernen, auch andere Menschen zu verstehen.     

 

 

Im Training lernst Du dich am Besten kennen, deine Stärken, wie auch deine Schwächen. Du lernst ja beides. Angreifer (Aggressor) zu sein, aber auch, dich (oder andere) zu verteidigen. Diese Techniken, verbunden mit Kondition und Reflexion und Beweglichkeit, die konditioniert werden, bringen dich in die Lage, sich wie eine Raubkatze zu bewegen. Bewegung…, ein geistiger Spaziergang reicht auch, mir aber nicht.     

 

 

Und immer nur im Bewusstsein, keine „Beute“ zu machen, sondern nur auszuweichen und die Energie des Angreifers (Aggressor) gegen ihn selbst zu richten. Und das funktioniert…, wenn man es beherrscht und eine entsprechende Einstellung verinnerlicht. Die der Defensive…, aber niemals die eines Aggressors.Geistig, körperlich wie auch Mental.     

 

 

Es ist auch eine Kunst der Selbstbeherrschung. Sich zurücknehmen ist eine sehr hohe Kunst, eine der größten überhaupt. Mir gelingt es nicht immer…, hoffentlich immer öfter.     

 

 

Einen Hakama zu tragen, ist eine ganz große Ehre und der ihn trägt, trägt ihn mit Stolz, er weiß auch, weshalb. Ob ich einen trage…? Unerheblich. Weitere, höhere Auszeichnungen sind für Außenstehende nicht mehr ersichtlich. Das muss ja auch nicht sein und ist übrigens auch ein Teil der Philosophie dieser Kampfsportart. Übrigens auch meine.     

 

 

Fühle dich immer wie ein Anfänger…, genau das ist es. Es ist ebenso eine Weisheit des ZEN. Und übrigens hervorragend geeignet für Frauen…, es ist ein sanfter, aber effektiver Weg…, sich selbst kennen und schätzen zu lernen. Und sein Gegenüber.    

 

 

Und deshalb lecke ich meine Wunden und habe zwei Mal in der Woche Muskelkater. So manches Mal auch länger. Wing Tsu war nicht mein Weg…, es ist ein anderer.

 

 

Und so geht jeder seinen Weg…, am besten in Frieden. Und das meine ich ernst.   

 

 

© Peter Braun

Foto: eigenes