Angst
Die Boot- und Kahn-Reise geht morgen zu Ende;dazu passt noch dieses doch traurige happy end,
und auch zu diesem Tag
Angst<br />
<br />
Die Mutter<br />
hat uns immer<br />
gewarnt vor'm Moor;<br />
es wäre tödlich.<br />
<br />
Es wäre schon Frevel,<br />
dort einzudringen<br />
in das Moor,<br />
weil es dich aufsaugt<br />
und dein Leben<br />
in sich hineinschlürft<br />
und du unendlich<br />
mit den Füssen strampelst<br />
und dann bleibt dir die Luft weg,<br />
weil du keinen Boden mehr<br />
unter deinen Füssen spürst<br />
und erbarmungslos hilflos bist<br />
auf eine lautlose Art,<br />
gegen die du dich<br />
nicht wehren kannst,<br />
nicht schreien,<br />
nur glucksende Verzweiflung.<br />
<br />
So hat's die Mutter<br />
uns immer geschildert,<br />
auf ihre gar drastische Art,<br />
mir zumindest,<br />
weil ich ihr Kleiner war.<br />
<br />
Und weil du dich auch<br />
von der neugierigen Sorte zeigtest,<br />
hast du dich,<br />
wie in der Liebe auch,<br />
immer weiter vorgewagt,<br />
bis du mit mir und bei mir<br />
nun stecken geblieben bist -<br />
als das Ruder am Boot<br />
sich nicht mehr bewegen liess<br />
und wir uns festgefahren hatten.<br />
<br />
Ich habe deinen Körper<br />
an mir genossen,<br />
und dein Zittern<br />
dauerte die ganze Nacht.<br />
<br />
Als sie uns fanden,<br />
weil sie mich suchten,<br />
weil ich nicht zum Frühstück kam,<br />
warst du gerade<br />
das erste Mal<br />
in meinen Armen <br />
eingeschlafen.<br />
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