Animalische Momente
Ein Schelm der Böses dabei denkt.....
Es gibt schon Berührungen in der freien Natur, die einem den Adrenalinspiegel hoch- und das Herz in die Hose rauschen lassen.
Als ich vor Jahren den Vereinssport etwas dezimierte und dafür meine Outdooraktivitäten erhöhte, kam es gleich im zweiten Jahr zu
einer Begegnung der Art, wie Ihn Jogger lieben. Frühmorgens in der Dämmerung laufend, das Vogelgezwitscher geniessend, lief ich meine rund 8 km um unseren 600 Seelen Ort. Erfahrene Jogger
wissen, dass beim Laufen die Seele zu baumeln beginnt, und man anfängt seinen Gedanken nachzu-hängen. Beseelt von Solchen und dem idyllischen morgendlichen Ambiente, wurde ich jäh aus meinen Träumereien gerissen, als statt meiner Seele ein knurrender und kläffender Hund an meiner Wade baumelte. Die Laute, die ich von mir gab, stammen sonst von Frauen, die eine Spinnenfobie haben aber nicht von Männern, die von sich behaupten, so leicht nicht zu beindrucken zu sein. Just in die-sem Augenblick kam unser Pfarrer ums Feld und versuchte verzweifelt seinen knapp einjährigen, stark pubertierenden Schäferhund von mir weg zu bringen. Bei genauerem Hinsehen wollte der ei-gentlich nur spielen und hatte mich wahrscheinlich mit dem Hausschuh der Pfarrersgattin verwech-selt. Was dann folgte, brachte mir eine Tafel Schokolade aus dem Kirchenbudget und viele entschul-digende Worte. Natürlich war der Vorfall nicht tragisch uns als Solcher schnell vergessen, wenn ich nicht gerade beim Laufen auf dieser Strecke immer an einen Hund hätte denken müssen, so wech-selte ich die Strecke und die Welt war - so schien es- in Ordnung.
Ich hatte es mir zur Angewohnheit gemacht, die 5 km ins Freibad zu joggen, um danach noch tausend Meter zu schwimmen, so war ich denn auch der Dämmerung entronnen. Schon beim dritten Einsatz dieser Art, hörte ich plötzlich hinter mir ein Rauschen und fühlte im selben Moment, wie scharfe Kral-len meine hohe Stirn umschlossen. Meine Panik lies die eindeutige Identifizierung des Tieres nicht zu. Der Grösse und Spannweite nach war es ein Bussard. Solche Kopfbedeckungen nicht gewohnt, griff ich in meiner Panikattacke in den lebenden Vogel, der nochmals kurz flatterte, bevor er schliesslich das Weite suchte. Zitternd vor Schreck, im Schwimmbad angekommen, musste ich dann auch noch die Witze über die Funktion meines Hubschrauberlandeplatzes, mit dem meine hohe Stirn verglichen wurde, über mich ergehen lassen. Nun, Scherze die auf meine Kosten gemacht werden, stören mich nicht weiter, teile ich doch auch gerne aus. Noch Monate später aber, begegnetet mir Vögel al-ler Grössen im Schlaf und auch diese Strecke war fortan tabu.
Inzwischen sind drei Jahre vergangen und die Beine vergnügen sich inzwischen auf dem Rennrad. Möglicherweise auch dem irrationalen Gedanken folgend, schneller fliehen zu können. Nun, Rennrä-der haben den Nachteil, dass der Nacken leicht ermüdet und man kommt in die Versuchung, auf Kos-ten des Gesichtskreises den Kopf zu senken. So passiert, als ich gestern Morgen um 5:30 meine übli-chen 25 km ins Büro fuhr. Einer Intuition folgend, blickte ich hoch und in die Augen eines Keilers, der in etwa 15- 20 m Entfernung auf der Strasse stand. Die Hinterbeine leicht abgesenkt, die Ohren steil gespitzt blickte er mich mit den wachesten Augen an, die mich jemals musterten. Seine Hauer ragten etwa 15 cm links und rechts aus dem Maul. Einen kurzen Moment lang verschmolzen unsere Gedanken und wie mir schien, taxierten wir beide unsere Chancen, die bei einem Angriff wohl eindeu-tig auf seiner Seite gestanden hätten. Er entschied sich zur Flucht, die er mit einem Quiecken einleite-te. Plötzlich bewegte sich der ganze Hang neben der Strasse und ich sah eine komplette Rotte eine kurzes, steiles Stück hinaufstürmen. Dieses Erlebnis kann ich meinem Geschichtenportfolio hinzufü-gen. Keinem aber werd ich wohl erklären können, was ich in dem Augenblick gespürt haben als mich das Gefühl überkam, eins mit dem Keiler zu sein...
Als ich vor Jahren den Vereinssport etwas dezimierte und dafür meine Outdooraktivitäten erhöhte, kam es gleich im zweiten Jahr zu
einer Begegnung der Art, wie Ihn Jogger lieben. Frühmorgens in der Dämmerung laufend, das Vogelgezwitscher geniessend, lief ich meine rund 8 km um unseren 600 Seelen Ort. Erfahrene Jogger
wissen, dass beim Laufen die Seele zu baumeln beginnt, und man anfängt seinen Gedanken nachzu-hängen. Beseelt von Solchen und dem idyllischen morgendlichen Ambiente, wurde ich jäh aus meinen Träumereien gerissen, als statt meiner Seele ein knurrender und kläffender Hund an meiner Wade baumelte. Die Laute, die ich von mir gab, stammen sonst von Frauen, die eine Spinnenfobie haben aber nicht von Männern, die von sich behaupten, so leicht nicht zu beindrucken zu sein. Just in die-sem Augenblick kam unser Pfarrer ums Feld und versuchte verzweifelt seinen knapp einjährigen, stark pubertierenden Schäferhund von mir weg zu bringen. Bei genauerem Hinsehen wollte der ei-gentlich nur spielen und hatte mich wahrscheinlich mit dem Hausschuh der Pfarrersgattin verwech-selt. Was dann folgte, brachte mir eine Tafel Schokolade aus dem Kirchenbudget und viele entschul-digende Worte. Natürlich war der Vorfall nicht tragisch uns als Solcher schnell vergessen, wenn ich nicht gerade beim Laufen auf dieser Strecke immer an einen Hund hätte denken müssen, so wech-selte ich die Strecke und die Welt war - so schien es- in Ordnung.
Ich hatte es mir zur Angewohnheit gemacht, die 5 km ins Freibad zu joggen, um danach noch tausend Meter zu schwimmen, so war ich denn auch der Dämmerung entronnen. Schon beim dritten Einsatz dieser Art, hörte ich plötzlich hinter mir ein Rauschen und fühlte im selben Moment, wie scharfe Kral-len meine hohe Stirn umschlossen. Meine Panik lies die eindeutige Identifizierung des Tieres nicht zu. Der Grösse und Spannweite nach war es ein Bussard. Solche Kopfbedeckungen nicht gewohnt, griff ich in meiner Panikattacke in den lebenden Vogel, der nochmals kurz flatterte, bevor er schliesslich das Weite suchte. Zitternd vor Schreck, im Schwimmbad angekommen, musste ich dann auch noch die Witze über die Funktion meines Hubschrauberlandeplatzes, mit dem meine hohe Stirn verglichen wurde, über mich ergehen lassen. Nun, Scherze die auf meine Kosten gemacht werden, stören mich nicht weiter, teile ich doch auch gerne aus. Noch Monate später aber, begegnetet mir Vögel al-ler Grössen im Schlaf und auch diese Strecke war fortan tabu.
Inzwischen sind drei Jahre vergangen und die Beine vergnügen sich inzwischen auf dem Rennrad. Möglicherweise auch dem irrationalen Gedanken folgend, schneller fliehen zu können. Nun, Rennrä-der haben den Nachteil, dass der Nacken leicht ermüdet und man kommt in die Versuchung, auf Kos-ten des Gesichtskreises den Kopf zu senken. So passiert, als ich gestern Morgen um 5:30 meine übli-chen 25 km ins Büro fuhr. Einer Intuition folgend, blickte ich hoch und in die Augen eines Keilers, der in etwa 15- 20 m Entfernung auf der Strasse stand. Die Hinterbeine leicht abgesenkt, die Ohren steil gespitzt blickte er mich mit den wachesten Augen an, die mich jemals musterten. Seine Hauer ragten etwa 15 cm links und rechts aus dem Maul. Einen kurzen Moment lang verschmolzen unsere Gedanken und wie mir schien, taxierten wir beide unsere Chancen, die bei einem Angriff wohl eindeu-tig auf seiner Seite gestanden hätten. Er entschied sich zur Flucht, die er mit einem Quiecken einleite-te. Plötzlich bewegte sich der ganze Hang neben der Strasse und ich sah eine komplette Rotte eine kurzes, steiles Stück hinaufstürmen. Dieses Erlebnis kann ich meinem Geschichtenportfolio hinzufü-gen. Keinem aber werd ich wohl erklären können, was ich in dem Augenblick gespürt haben als mich das Gefühl überkam, eins mit dem Keiler zu sein...
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