Heute ist der 10. Tag, an dem ich fast ohne Unterbrechung riechen kann. Welch ein Erlebnis!

Rückblick:

Sie schleicht sich ein, ohne dass man es gleich bemerkt. Leise, langsam oder auch getarnt oder überdeckt durch Schnupfen - die Anosmie.

Wie schmeckt geräucherter Lachs, wenn der Geruchssinn fehlt?
Richtig: Leicht salzig, zart auf der Zunge. Der Geschmack des Rauchs aber fehlt. So geht es mit allen Lebensmitteln, Kräutern und Getränken. Nur der Zungen-Geschmack wie salzig, süß, sauer, bitter wird nur noch wahr genommen. Doch selbst der größte Gestank wird nicht mehr wahr genommen, was manchmal von Vorteil ist.

Geruch - ein Sinn, der mir viele Jahre versagt blieb. Ich musste mein Leben umstellen; denn der Geruchssinn gibt auch Warnung, wenn etwas verbrennt, verkohlt oder wenn etwas verdorben ist.

Erst Anfang der 90er Jahre bemerkte ich, dass mein Geruchssinn sporadisch ausfiel, dann wieder da war - oft nur für kurze Zeit, um anschließend wieder zu entschwinden.

Dem schenkte ich vorerst keine große Bedeutung, da ich auch unter chronischer Nasen-Nebenhöhen Entzündung leide. Dadurch habe ich immer eine feuchte Nase. Mal mehr - mal weniger.

Ich erklärte mir daher die Geruchs-Ausfälle mit dem einhergehenden Schnupfen.

Einige Jahre später (c. Mitte der 90er) war der Geruchssinn völlig weg geblieben und kam nicht mehr wieder.
Es wurde Zeit, einen Arzt aufzusuchen. Aber außer Nasentropfen und der Empfehlung von Nasenspülungen mit Salzwasser gab es nur Achselzucken. Die Schulmedizin konnte nicht wirklich helfen.

Jahre vergingen. Hin und wieder gab es für wenige Augenblicke Geruchs-Erlebnisse, die mir den Mut dazu gaben, mich weiter um ärztliche Hilfe zu bemühen.

Es folgten Ende der 90er Besuche bei HNO-Spezialisten. Nach Untersuchungen wurde festgestellt, dass meine Nasenscheidewand etwas schief ist, was man sofort (und gerne) operativ begradigen wollte. Ich habe diese Operation zum Glück nicht machen lassen; denn ich konnte ja ca. 40 Jahre trotz schiefer Nasenscheidewand sehr gut riechen. Das war also bestimmt nicht die Ursache, dachte ich mir...

Recherchen im Internet führten zu der Erkenntnis, dass bei ca. 70% der Bevölkerung die Nasenscheidewand schief ist!

Wochen später zur Lungenklinik in Großhansdorf, wo ich gründlicher untersucht wurde. Allergie-Tests ergaben, dass mein Histamin-Wert bei dem 8fachen des Normalwertes lag. Das deutet auf eine allergische Reaktion des Körpers. War eine Allergie die Ursache? Nein - auch nicht! Denn die Allergie-Tests ergaben lediglich ein Ergebnis: Allergie gegen Nickel (Das trifft ebenfalls auf eine große Anzahl von Menschen zu).

Auch musste ich mich dem CT-Röntgen des Kopfes unterziehen. Ohne Ergebnis. Die Schulmedizin war am Ende und ich auch.

Weitere Jahre vergingen. Wir schreiben inzwischen das Jahr 2005. Jahre ohne Geruch, einem erheblichen Verlust der Lebensqualität. Ich behandelte mich seither selbst mit ätherischen Ölen (vorwiegend Eukalyptus-Kapseln) und Nasenspray, welches ich mit Salzlösung und Melissengeist verdünne: Melissengeist fördert die Durchblutung. Jeden Morgen spüle ich meine Nase mit einer Salzlösung (Jodsalz) mit Hilfe einer in der Apotheke erhältlichen Nasendusche.
Das macht zwar die Nase für viele Stunden frei, aber der Geruchssinn bleibt aus.

Ich hatte mich damit abgefunden, dass ich nie wieder werde riechen können, war aber dennoch ständig auf der Suche nach Informationen über dieses Phänomen.

Im vergangenen Jahr - also 2007 lernte ich Andrea-Beata kennen. Wir sprachen unter anderem über mein Problem. Einige Tage später übergab sie mir die Anschrift eines Arztes in Hamburg, der die "Neuraltherapie" praktiziert, welche bei Krankheiten, die mit der normalen Schulmedizin nicht geheilt werden können, von wenigen geschulten Ärzten eingesetzt wird. Ich hatte noch nie davon gehört, war zunächst skeptisch und recherchierte im Internet. Dort las ich zum Thema "Neuraltherapie" Informationen über "Störfelder", die durch Operationen, Zahnbehandlungen oder Unfälle im Köper verbleiben und zu Störungen der Zellfunktionen führen können.

Dies wiederum ließ mich hellhörig werden; denn Ende der 80er Jahre hatte ich mehrere Wurzelbehandlungen und Resektionen (operative Entfernung der Zahnwurzel-Spitzen) über mich ergehen lassen müssen.

Ich konsultierte also meinen Zahnarzt, der sofort meine Karte zog und mir bestätigte, dass er 1987 bei einer Wurzel-Operation (Resektion) - als der Oberkiefer von außen geöffnet wurde, um die Wurzel des Augzahnes zu kappen, sehr nah an den Nasen-Nebenhöhlen war. Auf meine Frage, ob das die Ursache meiner chronischen Nasen-Nebenhöhlen-Entzündung und der Anosmie sein könnte, wollte er dies weder ausschließen noch bestätigen.

Einige Wochen später, im Herbst 2007 (ich hätte es sofort machen sollen) holte ich mir meinen ersten Termin bei Dr. Köller in Hamburg, um die Procain-Therapie auszuprobieren.

Er erklärte mir zunächst sehr einleuchtend die Wirkungsweise des Procains, was er sehr gut mit dem "Neustart" eines Computers verglich. Für mich war es ein Strohhalm, nach dem ich griff und begab mich also in die Neuraltherapie mit Procain.

Dazu benötigte Dr. Köller alle Informationen über Verletzungen, Operationen und Zahnbehandlungen. Ich ließ unter anderem ein Panorama-Röntgenbild des Ober- und des Unterkiefers erstellen und brachte es zu ersten Behandlung mit.

Die Therapie konnte nun beginnen.

Die Behandlung besteht darin, dass Dr. Köller Procain in die Stellen spritzt, wo Störfelder vermutet werden. Das ist nicht besonders schmerzhaft, aber an einigen Stellen äußerst unangenehm, da er in meinem Fall in den Oberkiefer, zwischen den Zähnen, in den Gaumen, an der Nasenwurzel und im seitlichen Kiefer mehrfach spritzt. Die Spritze selbst ist super dünn, dünner als Akupunktur-Nadeln.

Das Procain wirkt als leichtes Betäubungsmittel nur ca. 20 Minuten. Die Zellen werden durch diese Betäubung "schlafen gelegt", was bewirkt, dass die betäubten Zellen beim "aufwachen" an ihre ursprüngliche Funktion "erinnert" werden.

Nach den ersten Behandlungen (zuerst 1x wöchentlich, dann 14tägig) konnte ich zunächst keine nennenswerten Verbesserungen feststellen.

Dann geschah das Wunder: Genau eine Woche nach der letzten
Behandlung konnte ich den Geruch von gebrannten Mandeln wahr nehmen, als ich beim Einkaufen war.

Auch am nächsten Tag konnte ich etwas riechen - genoss den Kaffee und mein Eau de Toilette. Am dritten Tag aber verlor sich das "riechen können" wieder und alles war beim "alten".

Ich berichtete Dr. Köller telefonisch darüber, worauf er mich bat, zu einer weitern Behandlung am Freitag, den 14. Dezember zu kommen. Voller Hoffnung unterzog ich mich einer weiteren Behandlung. Dr. Köller verabschiedete mich mit den Worten "dass ich zu Weihnachten wieder riechen könne".

An den folgenden Tagen verzichtete ich bewusst auf alle Nasensprays, spülte aber die Nase wie gewohnt mit der Salzlösung.

Es trat zunächst eine Verschlechterung ein: Die Nase fühlte sich an den folgenden Tagen geschwollener den je an, riechen konnte ich überhaupt nicht.

Am 10. Tag nach der letzten Behandlung, es war Heiligabend - und ich bereitete einen Puten-Braten zu. Um ca. 15h war die Pute in der Bratröhre. Gegen 18h sollte sie fertig sein.

In der Zwischenzeit musste ich den Bratentopf herausnehmen, um die Pute zu wenden. Ich kann nicht mehr beschreiben, welch unbeschreibliches Erlebnis es war, als ich langsam und immer stärker werdend den Duft der bratenden Pute wahr nahm!

Ich kann seit Heiligabend wieder riechen. Bis heute! Das ist die längste Riech-Periode seit ca 18 Jahren!!!!

Lieber Gott, Engel und alle zu denen ich gebetet habe, lieber Dr. Köller, liebe Andrea - euch allen danke ich sehr, dass ich das erleben darf. Ein gesegnetes, gesundes und erfolgreiches neues Jahr !

Hoffentlich bleibt es so - oder wird gar noch besser ????

Leider muss ich noch erwähnen, dass die Krankenkassen diese Therapie nicht bezahlen. Ein weiterer Beweis, dass unsere Wasserköpfe, die diese Regeln aufstellen einen verkehrten Job ausüben. Sie sollten doch lieber wieder Briefmarken stempeln.....

Mit dieser Methode kann man natürlich auch viele andere Leiden, die von der Schulmedizin sonst nicht erfolgreich therapiert werden können, erfolgreich behandeln.

Praxis Dr. Köller in Hamburg:
Tel.: 040 - 280 518 63
Stiftstraße 31
20099 Hamburg