UNSER PERSÖNLICHER URKNALL:

° Wir werden geboren, rein, unbelastet von Erfahrungen. Wir haben das Urvertrauen.
° Wir machen unsere ersten Erfahrungen.
° Gewisse Dinge lassen wir nicht mehr an uns heran.
° Wir legen das Fundament für unsere spätere Mauer.

Jungs lernen Mädchen und Mädchen lernen Jungs kennen. Wir verlieben uns blitzschnell. Wir werden genetisch „angesteckt“.

ZWISCHENSTOP:

Hier setzte früher die Kirche ein, die Moral, die uns unsere Eltern vermittelt hatten. Bald würden wir Kinder haben, und die Kinder hatten in geordneten Verhältnissen aufzuwachsen. Und trotzdem gediehen nicht alle so, wie es wünschenswert gewesen wäre. Was wäre gewesen, wenn auch zu Großmutters Zeiten niemand auf zwei Verliebte Einfluss genommen hätte?

WEITER:

° Wir fühlen uns füreinander geschaffen.
° Wir konnten wir es jemals ohne den Liebsten/die Liebste aushalten?
° Wir haben vor, für immer zusammen zu bleiben.

NOCH erreichen uns Sonnenschein und Regen. NOCH sehen wir die Blumen blühen. NOCH sind für wir alles Schöne, aber auch für alles Quälende erreichbar. NOCH sind wir offen für diese Welt.

° Irgendetwas kommt dazwischen.
° Der Reiz von außen ist groß
° Einer der Verliebten „springt ab“ .

Für den Verbleibenden bricht eine Welt zusammen.

ZWISCHENSTOP:

° Die ersten Mauersteine auf dem Fundament.
° Nie wieder ein solcher Mann/eine solche Frau.
° „Beim nächsten Mann wird alles anders“ (Buchtitel).

Schon ist unser Schritt gehemmt. Wir stolpern über Steine.

WEITER:

° Eine Ehe. Kinder. Die Welt scheint gerettet.
° Aber wieder springt eine/r ab.
° Jemand hat die Last der Liebe allein zu tragen.
° Die Kinder leiden.

ZWISCHENSTOP:

° Die Mauersteine erreichen das Fensterniveau.
° Feste Meinungen bilden sich.
= Männer sind schlecht, Frauen sind mies.

Nie wieder.

WEITER:

° Die Einsamkeit dominiert das Leben.
° Der Wunsch nach Nähe wird mächtig.
° Ein(e) neue(r) Partner (in) muss her

Der Versuch endet im Chaos. Die Steine der Mauer erreichen das Dach und schließen dich ein. Aber noch kannst du hell- und dunkel unterscheiden.

Eine neue Sympathie. Ein neuer Versuch.
Ein One-Night-Stand, der nicht als solcher geplant war.

° Du mauerst die Tür- und die Fensteröffnung zu.
° Nun ist es dunkel um dich herum.
° Du vereinsamst

NIEMAND kann dir schaden. NIEMAND kann dir nützen. Du wirst nicht nass, und keine Sonne verbrennt dich. Du siehst den Frühling nicht, nicht den Winter, du spürst die Liebe nicht.

UNSER ULTIMATIVER HILFESCHREI:

° Hört mich denn keiner?
° Will mich denn keiner?
° Geht es euch denn nicht so wie mir?
° Wollen wir nicht gemeinsam unsere Mauern einreißen?

Niemand hört. Unsere Mauern sind schalldicht.

= Ade Leben, Auf Wiedersehen, Liebe. Eine gute Zeit noch...

MEINE FRAGE:

Wenn ich mir überlege, aus welch nebensächlichen Gründen bspw. meine Erste und ich auseinander gerannt sind: Wäre es nicht besser gewesen, die gesellschaftliche Moral hätte uns daran gehindert? BIS DAS DER TOD EUCH SCHEIDE?

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*Liedtext Pink Floyd: THE WALL

Gemeint ist die Mauer in unseren Köpfen. Von Erfahrung zu Erfahrung wird sie größer. Sie schützt uns vor Leid, aber sie nimmt uns auch den Blick auf das Schöne im Leben