Dass das Einzelhandelspersonal zwischen 7:00 und 24:00 arbeiten soll, sei eine Arbeitnehmerdemütigung (Einzelheiten bitte im genannten Thread nachlesen).
Ich finde ja auch, man kann die Frage auch mal anders herum stellen: Brauchen wir wirklich ein Ladenschlussgesetz? Ist es nötig, dass von Gesetz wegen angeordnet wird, wann die Läden frühestens öffnen und wann sie spätestens schließen müssen und dass sie keinesfalls 24h/Tag geöffnet sein dürfen? Was sollten solche Bevormundungen?
Wie gesagt gibt es sicherlich einige Aspekte, die dagegen sprechen, dass Läden rund um die Uhr geöffnet haben.
Aber besteht die Sinngebung von Einzelhandelsbetrieben darin, Mitarbeiter (demütigungslos) zu beschäftigen, besteht ihre Aufgabe vornehmend in Arbeitsbeschaffungsmaßnahme, oder sind sie dazu da, dass der Verbraucher sich mit Waren versorgen kann? Und ist es daher nicht wünschenswert, dass die Öffnungszeiten den zeitlichen Möglichkeiten der Verbraucher, die in vielen Fällen selbst Arbeitnehmer sind, die weite Strecken des Tages arbeiten müssen, entgegen kommen? Davon, dass Einzelhandelsbetriebe Unternehmen sind, und Unternehmen wiederum Veranstaltungen zur Gewinnerzielung und nicht in erster Linie Sozialämter mit Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen - also davon, dass Verkäuferinnen und Verkäufer dazu da sind, bei der Vermarktung von Produkten mitzuhelfen und nicht die Kundschaft oder der Betrieb dazu da sind, Verkäuferinnen und Verkäufern ein Einkommen zu bescheren und das auch noch möglichst behaglich - will ich gar nicht erst reden, da ich hier noch nicht so lange Mitglied bin und noch nicht weiß, als wie weit links die Mitgliederschaft einzuschätzen ist.
Aus meinem inzwischen 32-jährigen Werktätigenleben kann ich nur sagen, dass der Arbeitgeber die Arbeitszeiten bestimmt - und zwar aufgrund von Kriterien, die er für angebracht hält, und nicht aufgrund des Gustos der Beschäftigten.
Ja, natürlich ist es bitter für die Beschäftigten, die jahrzehntelang spätestens um 18:30 Feierabend hatten, wenn sie plötzlich rund um die Uhr arbeiten sollen. Aber Veränderungen geschehen nun mal und sie sind nicht immer für alle von persönlichem Vorteil, das ist leider der Lauf der Welt. Wenn die oberste Maxime der Menschheit schon immer gewesen wäre: "Bloß nichts verändern"... man muss auch mal bedenken, dass jeder Zustand, den gewissse Leute für immer und ewig einfrieren wollen, nur deshalb existiert, WEIL Dinge verändert wurden! Andernfalls würden wir nämlich noch immer in den Bäumen hausen...
