Auch Hunde sind Menschen
Ab und an sieht man den Wald vor lauter Bäume nicht,da tut es gut mal einen Schritt nach Rechts oder Links zu gehen und schon hat man eine völlig neue Perspektive.........und es eröffnet uns Ungeheuerliche Dinge......schmunzel
Seltsam, seltsam, was jahrelang Bestens funktionierte lief langsam aber sicher aus dem Ruder.
Es verging kein Tag,an dem ich nicht mehr zur Rachegöttin mutierte.
Mit rauchenden Nasenlöchern und Hörnern,empfing ich meinen Nachwuchs wutschnaubend unter der Tür.
Allerdings fand ich es irritierend, dass sie so gar nicht schuldbewußt, grinsend an mir vorbei Richtung Küche stürmten.
Heulend zeigte ich auf den mit viel Liebe am Vorabend gebackenen Kuchen,der wie nach einer Rattenattacke auf dem Tresen stand.
Die Zwei verdrehten die Augen,ganz nach dem Motto:" Die schon wieder", und versuchten elegant den Abgang zu machen.
Doch diesesmal stand ich wie die Berliner Mauer, beeindruckend, imposant und Brandgefährlich im Durchgang und wer mich umgehen oder überwinden wollte, lebte gefährlich, sehr gefährlich oder war ein potentieller Selbstmordkandidat.
Also berief ich kurzerhand einen heißen Tisch ein und konfrontierte mein abgenervtes Duo mit den harten Fakten: dass seit Wochen das Bad wie nach einer Seeschlacht aussah, ständig Lebensmittel fehlten, die Süßigkeiten sich ins Nichts auflösten, der Fernseher nie ausgemacht wurde, Videos halb ab gespult im Regal standen usw.
Nun innerlich hatte ich schon längst beschlossen, meinem reuigen Nachwuchs edelmütig zu vergeben und mir mit ein paar fingierten Schuldgefühlen, einige, klitzekleine Vorteile zu verschaffen.
Von der Wega, die gaben mir was fürs Knurren!!!
Alles wurde abgeschmettert, zerpflückt und zerlegt, am Ende blieb ich ratlos mit dem zweifelhaften Titel:
"Looser des Tages" zurück.
Es ist immer gut, sich mal für 10 Minuten auszuklinken, damit die Logik wieder eine Chance bekommt und was ging doch von einer halben Schachtel Zigaretten für eine beruhigende Wirkung aus.
Meine Kinder lehnten jede Schuldzuweisung ab. Sie waren es nicht,ich war es ebenfalls nicht und nun?
Großes Fragezeichen,sehr großes Fragezeichen.
Unser Haushalt bestand aus 3 Personen und einem Hund, nicht mehr und nicht weniger.
Langsam dämmerte mir das Ungeheuerliche ........der Übeltäter war gefunden.....es war unser Hund!!!!
Gut, er war seit jeher anders als all die anderen, aber,dass er mir SO kommen musste!!!!
NEIN.....das konnte und durfte nicht sein.
Wollte oder konnte ich all die Jahre nicht sehen was mit Ihm los war?
Hatte ich all die Anzeichen ignoriert und die Augen vor der bitteren Wahrheit verschlossen?
Jetzt ,da all meine Bauchgefühle einen Namen bekamen, musste ich mich der Realität stellen...unser Hund wurde im falschen Körper geboren, seine Seele war gefangen.
Er sah aus wie ein Hund, fühlte aber wie ein Mensch.
Blacky ,dieser elende Heuchler, dieser miese Boomer verschnitt!!!!
Morgens schleicht sich dieser Schauspieler mit hängenden Ohren, eingezogenem Schwanz, riesigen, tottraurigen Augen unter Dauerwinseln, mit an die Garage, zieht seine Show ab und bellt dem abfahrenden Auto nach, bis es um die Kurve verschwindet.
Jeden Morgen zerreisst es uns das Herz und wir bringen regelmäßig zur Wiedergutmachung Abends ein Leckerli mit.
Blacky wedelt dann so aufgeregt mit seinem Staubwedel von einem Schwanz, dass wir täglich damit rechnen konnten,dass er abfällt.
Also nahm er unsere Entschuldigung an,was uns wiederum sehr glücklich machte.
Nein dieser Schuft lag nicht in der Ecke und litt, dieser Kerl machte PARTY!!!!!!!!!!!
Vor meinem geistigen Auge sah ich genau ,wie sich Blacky langsam umdrehte sobald unser Auto um die Ecke bog, ein fieses Lächeln seine Hackerchen entblößt und er im Seitwärtsgang zu seiner Hundeklappe tänzelt.
Drinnen warf er sich aufs Sofa, machte einen auf Bull Terrier und zappte sich durch alle Programme.
Die Pfoten hinter dem Kopf verschränkt, einen Whisky in Reichweite lies er den Tag sehr relaxed anlaufen.
Ein Hund seiner Veranlagung legte natürlich sehr viel Wert auf den richtigen Stile, Körperpflege, Wellness, Hygiene und tadelloses Aussehen.
Bald gewöhnten wir uns daran, dass das Bad wie ein Schlachtfeld aussah und dieser kleine Casanovaverschnitt die Vormittage mit Talkshows von Fliege bis Britt verbrachte.
Selbst seine Nachmittagsnickerchen in meinem Bett nahm ich hin. Schließlich musste ein Hund wie er, irgendwann das richtige Konzept für seinen allabendlichen Runden ausarbeiten.
Nur die Zahnpasta im Waschbecken störte mich nach wie vor.
Mit ein wenig stolz geschwellter Brust musste ich doch anerkennen, unser Blacky war schon ein schmuckes Kerlchen.
Die lokale Damenwelt lag ihm zu Füßen.
Sie liebten und himmelten ihn gnadenlos an. Er war der ungekrönte Bezirksmatador und so lagen viele gebrochenen Hundeherzen auf seinem Weg, aber noch mehr kleine Blackys in fremde Körbchen.
Die Mädels weinten sich die Augen aus und brachten Ihm Ihre Lieblingskochen, riskierten für eine Liebesnacht, 14 Tage verschärften Zwingerhaft oder den Gang zum Tierarzt.
Solche enorme körperliche Hochleistungen forderten Ihren Tribut.
Er war ständig unterzuckert und konnte das nur durch den radikalen Zugriff auf den Süßigkeitenschrank ausgleichen, oder durch den Verzehr von Lachsschinken, Shrimps, Cheeseburger, Schimmelkäse oder was der Kühlschrank so hergab.
Fraglich blieb für mich jedoch, was er mit Parfüm und den Schminksachen wollte.
In einer Illustrierten fand ich dann einen Beitrag über den neuesten Trend der Männerkosmetik und ich tat es Schulter zuckend als Spleen ab.
Die große Wende kam, als in der Nachbarschaft ein neuer Hund einzog:
Bodo von der Westerwelle.
Ein reinrassiger, arroganter, schlanker, eleganter Dobermannrüde.
Dieser Snob beherrschte in weniger als einer Woche sein Revier und die Damenwelt spielte verrückt.
Jede Hündin träumte davon einmal, nur einmal von Bodo den Hintern ab geschnüffelt zu bekommen.
Das erklärte dann auch den sprunghaften Anstieg unserer Telefonrechnung. Er versuchte zu retten was noch zu retten war. Er jaulte und winselte in den Hörer was das Zeugs hielt, hechelte um Liebe, versprach Ochsenziemer und Frolics, beschwor die zurückliegenden , schöne Abende, aber nicht einmal die kleinen, zotteligen, potthässlichen Marktplatzmischlinge schenkten ihm Gehör.
Mit Wehmut erinnerte er sich an die Zeiten, als er noch die begehrten Pudeldamen klarmachen konnte.
Der Schmerz und die Verzweiflung trieb Ihn dazu, Vergessen in unserem Barfach zu suchen.
Der Rumvorrat nahm in rasantem Tempo ab und ich erkundigte mich bereits nach einem Platz bei den Anonymen Alkoholiker für Hunde unter 20 Kilogramm. Alternativ nach einer Beratungsstelle für Betroffenen und Familienangehörige.
Die nächste Telefonrechnung überflog ich kurz mit einem Auge, gut nicht gerade niedrig, aber in gewohntem Rahmen.
Meinem persönlichen Bankberater stand der aktuelle Kontostand ins Gesicht geschrieben, noch bevor ich den Schalter erreicht hatte.
Mein Verstand weigerte sich hartnäckig das Gehörte zu akzeptieren:
Nein, eine Auszahlung ist nicht möglich, ja,alle Abbuchungen sind einsehbar und nein,eine Telefonrechnung von 1200 DM ist nicht normal.
Meine sadistische Ader erlebte ein ComeBack der besonderen Art. Die ausgedachten Foltermethoden hätte ich meistbietend an Sadam Hussein verkaufen müssen.
Mir gefiel am besten die, mit der Enthaarungscreme sofort nach der Kastration, selbstverständlich ohne Narkose.
Meine Phantasie gaukelte mir schreckliche Bilder vor, in denen unser Hund eindeutig die Hauptrolle spielte.
Er am Telefon. die 190 er Nummer am wählen, glasige Augen, tropfende, heraus hängende Zunge, wie er lüstern in den Hörer winselt und dabei das Stuhlbein bearbeitet.
Ich schwor mir, diesem kleinen Drecksack würde jede einzelne Einheit von seinen Frolics abziehen.
Darauf vertrauend, dass seine Verfressenheit größer als seine Geilheit ist.
Strafverschärfend stöpselte ich bei unserer Abwesenheit das Telefon aus. Mir war es Schnurz egal ob dies zu Traumatischen Erlebnissen oder Potenzstörungen führte.Da ich ihn nicht wie in Adrianos Celetanos Film:" Gib dem Affen Zucker" : Holzhacken oder Kirchenglocken läuten lassen konnte, musste er eben neben dem Fahrrad hinterher rennen bis seine Pfoten glühten und mein Hintern schwielig war.
Dieser Hund lies nichts aus, täglich verschwanden still und heimlich Zigaretten, inklusive Feuerzeug.
Gehörte er zu dem Kreis , der heimlichen Toilettenraucher?
Männer machen das ja gerne,wenn sie ihrem Königstiger, die große,weite Welt zeigen, schnell eine rein ziehen,damit die Mutti nichts merkt.
Er qualmte halt schnell sein Zigarettchen, solange er lässig am Baum stand und cool das rechte Bein hob. Irgendwie versuchte er seine Würde und Ansehen zu retten und kreierte den Typ: Junger Wilder.
Scheinbar durchlaufen Hunde ebenso wie die Menschen die Früh und Spätpubertären Phasen, die oft bis ins junge Erwachsenenalter reichen. In denen Sie keinen blassen Schimmer haben in welches Lager Sie gehören.
Unser Hund befand sich in diesem Wandel und fand wohl seine innere Balance exakt zu der Zeit wieder ,als mein Sohn Jascha auszog.
Zu unserer aller Erleichterung war sein Hormonhaushalt wieder im Gleichgewicht und die Telefonate wurden auf ein Minimum reduziert.
Begleitend entsagte er tapfer dem Alkohol, zeigte kein Interesse an Käse, Schinken und überhaupt dem Kühlschrankinhalt mehr und machte nicht einmal mehr den Versuch eine 190 er Nummer anzurufen.
Die letzten Anwandlungen verlor er kurz nachdem Davine Ihr Studium aufgenommen hatte.
Die heimliche Qualmerei brachte ihm außer übles Gebell am Morgen Nichts, vermutlich hatte er sich an den Süßigkeiten hoffnungslos überfressen, seine Eitelkeit schrumpfte auf den Nullpunkt, was meinen Verbrauch an Lippenstift und Parfüm zugute kam und das Bad sah wieder aus wie ein Bad und nicht wie nach Störtebeckers Seefestspiele.
Manchesmal denke ich, in Wirklichkeit müssen nur wir Erwachsenen durch die üblen Teenyjahre und die Kinder probieren sich nur aus.
Jahre später, da rannte Blacky schon lange durch den Hundehimmel überlegte ich mir oft, was aus uns geworden wäre, hätte Blacky seine Phase nicht abgeschlossen?
Ich glaub ich weiß es: er der erste Hund mit persönlichem 190 Anschluss und ich reich!!!!
Es verging kein Tag,an dem ich nicht mehr zur Rachegöttin mutierte.
Mit rauchenden Nasenlöchern und Hörnern,empfing ich meinen Nachwuchs wutschnaubend unter der Tür.
Allerdings fand ich es irritierend, dass sie so gar nicht schuldbewußt, grinsend an mir vorbei Richtung Küche stürmten.
Heulend zeigte ich auf den mit viel Liebe am Vorabend gebackenen Kuchen,der wie nach einer Rattenattacke auf dem Tresen stand.
Die Zwei verdrehten die Augen,ganz nach dem Motto:" Die schon wieder", und versuchten elegant den Abgang zu machen.
Doch diesesmal stand ich wie die Berliner Mauer, beeindruckend, imposant und Brandgefährlich im Durchgang und wer mich umgehen oder überwinden wollte, lebte gefährlich, sehr gefährlich oder war ein potentieller Selbstmordkandidat.
Also berief ich kurzerhand einen heißen Tisch ein und konfrontierte mein abgenervtes Duo mit den harten Fakten: dass seit Wochen das Bad wie nach einer Seeschlacht aussah, ständig Lebensmittel fehlten, die Süßigkeiten sich ins Nichts auflösten, der Fernseher nie ausgemacht wurde, Videos halb ab gespult im Regal standen usw.
Nun innerlich hatte ich schon längst beschlossen, meinem reuigen Nachwuchs edelmütig zu vergeben und mir mit ein paar fingierten Schuldgefühlen, einige, klitzekleine Vorteile zu verschaffen.
Von der Wega, die gaben mir was fürs Knurren!!!
Alles wurde abgeschmettert, zerpflückt und zerlegt, am Ende blieb ich ratlos mit dem zweifelhaften Titel:
"Looser des Tages" zurück.
Es ist immer gut, sich mal für 10 Minuten auszuklinken, damit die Logik wieder eine Chance bekommt und was ging doch von einer halben Schachtel Zigaretten für eine beruhigende Wirkung aus.
Meine Kinder lehnten jede Schuldzuweisung ab. Sie waren es nicht,ich war es ebenfalls nicht und nun?
Großes Fragezeichen,sehr großes Fragezeichen.
Unser Haushalt bestand aus 3 Personen und einem Hund, nicht mehr und nicht weniger.
Langsam dämmerte mir das Ungeheuerliche ........der Übeltäter war gefunden.....es war unser Hund!!!!
Gut, er war seit jeher anders als all die anderen, aber,dass er mir SO kommen musste!!!!
NEIN.....das konnte und durfte nicht sein.
Wollte oder konnte ich all die Jahre nicht sehen was mit Ihm los war?
Hatte ich all die Anzeichen ignoriert und die Augen vor der bitteren Wahrheit verschlossen?
Jetzt ,da all meine Bauchgefühle einen Namen bekamen, musste ich mich der Realität stellen...unser Hund wurde im falschen Körper geboren, seine Seele war gefangen.
Er sah aus wie ein Hund, fühlte aber wie ein Mensch.
Blacky ,dieser elende Heuchler, dieser miese Boomer verschnitt!!!!
Morgens schleicht sich dieser Schauspieler mit hängenden Ohren, eingezogenem Schwanz, riesigen, tottraurigen Augen unter Dauerwinseln, mit an die Garage, zieht seine Show ab und bellt dem abfahrenden Auto nach, bis es um die Kurve verschwindet.
Jeden Morgen zerreisst es uns das Herz und wir bringen regelmäßig zur Wiedergutmachung Abends ein Leckerli mit.
Blacky wedelt dann so aufgeregt mit seinem Staubwedel von einem Schwanz, dass wir täglich damit rechnen konnten,dass er abfällt.
Also nahm er unsere Entschuldigung an,was uns wiederum sehr glücklich machte.
Nein dieser Schuft lag nicht in der Ecke und litt, dieser Kerl machte PARTY!!!!!!!!!!!
Vor meinem geistigen Auge sah ich genau ,wie sich Blacky langsam umdrehte sobald unser Auto um die Ecke bog, ein fieses Lächeln seine Hackerchen entblößt und er im Seitwärtsgang zu seiner Hundeklappe tänzelt.
Drinnen warf er sich aufs Sofa, machte einen auf Bull Terrier und zappte sich durch alle Programme.
Die Pfoten hinter dem Kopf verschränkt, einen Whisky in Reichweite lies er den Tag sehr relaxed anlaufen.
Ein Hund seiner Veranlagung legte natürlich sehr viel Wert auf den richtigen Stile, Körperpflege, Wellness, Hygiene und tadelloses Aussehen.
Bald gewöhnten wir uns daran, dass das Bad wie ein Schlachtfeld aussah und dieser kleine Casanovaverschnitt die Vormittage mit Talkshows von Fliege bis Britt verbrachte.
Selbst seine Nachmittagsnickerchen in meinem Bett nahm ich hin. Schließlich musste ein Hund wie er, irgendwann das richtige Konzept für seinen allabendlichen Runden ausarbeiten.
Nur die Zahnpasta im Waschbecken störte mich nach wie vor.
Mit ein wenig stolz geschwellter Brust musste ich doch anerkennen, unser Blacky war schon ein schmuckes Kerlchen.
Die lokale Damenwelt lag ihm zu Füßen.
Sie liebten und himmelten ihn gnadenlos an. Er war der ungekrönte Bezirksmatador und so lagen viele gebrochenen Hundeherzen auf seinem Weg, aber noch mehr kleine Blackys in fremde Körbchen.
Die Mädels weinten sich die Augen aus und brachten Ihm Ihre Lieblingskochen, riskierten für eine Liebesnacht, 14 Tage verschärften Zwingerhaft oder den Gang zum Tierarzt.
Solche enorme körperliche Hochleistungen forderten Ihren Tribut.
Er war ständig unterzuckert und konnte das nur durch den radikalen Zugriff auf den Süßigkeitenschrank ausgleichen, oder durch den Verzehr von Lachsschinken, Shrimps, Cheeseburger, Schimmelkäse oder was der Kühlschrank so hergab.
Fraglich blieb für mich jedoch, was er mit Parfüm und den Schminksachen wollte.
In einer Illustrierten fand ich dann einen Beitrag über den neuesten Trend der Männerkosmetik und ich tat es Schulter zuckend als Spleen ab.
Die große Wende kam, als in der Nachbarschaft ein neuer Hund einzog:
Bodo von der Westerwelle.
Ein reinrassiger, arroganter, schlanker, eleganter Dobermannrüde.
Dieser Snob beherrschte in weniger als einer Woche sein Revier und die Damenwelt spielte verrückt.
Jede Hündin träumte davon einmal, nur einmal von Bodo den Hintern ab geschnüffelt zu bekommen.
Das erklärte dann auch den sprunghaften Anstieg unserer Telefonrechnung. Er versuchte zu retten was noch zu retten war. Er jaulte und winselte in den Hörer was das Zeugs hielt, hechelte um Liebe, versprach Ochsenziemer und Frolics, beschwor die zurückliegenden , schöne Abende, aber nicht einmal die kleinen, zotteligen, potthässlichen Marktplatzmischlinge schenkten ihm Gehör.
Mit Wehmut erinnerte er sich an die Zeiten, als er noch die begehrten Pudeldamen klarmachen konnte.
Der Schmerz und die Verzweiflung trieb Ihn dazu, Vergessen in unserem Barfach zu suchen.
Der Rumvorrat nahm in rasantem Tempo ab und ich erkundigte mich bereits nach einem Platz bei den Anonymen Alkoholiker für Hunde unter 20 Kilogramm. Alternativ nach einer Beratungsstelle für Betroffenen und Familienangehörige.
Die nächste Telefonrechnung überflog ich kurz mit einem Auge, gut nicht gerade niedrig, aber in gewohntem Rahmen.
Meinem persönlichen Bankberater stand der aktuelle Kontostand ins Gesicht geschrieben, noch bevor ich den Schalter erreicht hatte.
Mein Verstand weigerte sich hartnäckig das Gehörte zu akzeptieren:
Nein, eine Auszahlung ist nicht möglich, ja,alle Abbuchungen sind einsehbar und nein,eine Telefonrechnung von 1200 DM ist nicht normal.
Meine sadistische Ader erlebte ein ComeBack der besonderen Art. Die ausgedachten Foltermethoden hätte ich meistbietend an Sadam Hussein verkaufen müssen.
Mir gefiel am besten die, mit der Enthaarungscreme sofort nach der Kastration, selbstverständlich ohne Narkose.
Meine Phantasie gaukelte mir schreckliche Bilder vor, in denen unser Hund eindeutig die Hauptrolle spielte.
Er am Telefon. die 190 er Nummer am wählen, glasige Augen, tropfende, heraus hängende Zunge, wie er lüstern in den Hörer winselt und dabei das Stuhlbein bearbeitet.
Ich schwor mir, diesem kleinen Drecksack würde jede einzelne Einheit von seinen Frolics abziehen.
Darauf vertrauend, dass seine Verfressenheit größer als seine Geilheit ist.
Strafverschärfend stöpselte ich bei unserer Abwesenheit das Telefon aus. Mir war es Schnurz egal ob dies zu Traumatischen Erlebnissen oder Potenzstörungen führte.Da ich ihn nicht wie in Adrianos Celetanos Film:" Gib dem Affen Zucker" : Holzhacken oder Kirchenglocken läuten lassen konnte, musste er eben neben dem Fahrrad hinterher rennen bis seine Pfoten glühten und mein Hintern schwielig war.
Dieser Hund lies nichts aus, täglich verschwanden still und heimlich Zigaretten, inklusive Feuerzeug.
Gehörte er zu dem Kreis , der heimlichen Toilettenraucher?
Männer machen das ja gerne,wenn sie ihrem Königstiger, die große,weite Welt zeigen, schnell eine rein ziehen,damit die Mutti nichts merkt.
Er qualmte halt schnell sein Zigarettchen, solange er lässig am Baum stand und cool das rechte Bein hob. Irgendwie versuchte er seine Würde und Ansehen zu retten und kreierte den Typ: Junger Wilder.
Scheinbar durchlaufen Hunde ebenso wie die Menschen die Früh und Spätpubertären Phasen, die oft bis ins junge Erwachsenenalter reichen. In denen Sie keinen blassen Schimmer haben in welches Lager Sie gehören.
Unser Hund befand sich in diesem Wandel und fand wohl seine innere Balance exakt zu der Zeit wieder ,als mein Sohn Jascha auszog.
Zu unserer aller Erleichterung war sein Hormonhaushalt wieder im Gleichgewicht und die Telefonate wurden auf ein Minimum reduziert.
Begleitend entsagte er tapfer dem Alkohol, zeigte kein Interesse an Käse, Schinken und überhaupt dem Kühlschrankinhalt mehr und machte nicht einmal mehr den Versuch eine 190 er Nummer anzurufen.
Die letzten Anwandlungen verlor er kurz nachdem Davine Ihr Studium aufgenommen hatte.
Die heimliche Qualmerei brachte ihm außer übles Gebell am Morgen Nichts, vermutlich hatte er sich an den Süßigkeiten hoffnungslos überfressen, seine Eitelkeit schrumpfte auf den Nullpunkt, was meinen Verbrauch an Lippenstift und Parfüm zugute kam und das Bad sah wieder aus wie ein Bad und nicht wie nach Störtebeckers Seefestspiele.
Manchesmal denke ich, in Wirklichkeit müssen nur wir Erwachsenen durch die üblen Teenyjahre und die Kinder probieren sich nur aus.
Jahre später, da rannte Blacky schon lange durch den Hundehimmel überlegte ich mir oft, was aus uns geworden wäre, hätte Blacky seine Phase nicht abgeschlossen?
Ich glaub ich weiß es: er der erste Hund mit persönlichem 190 Anschluss und ich reich!!!!
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