autobahnabenteuer
Uaaah… mir ist so müde. Ich will ins büro und kann nicht, weil ich einfach keinen nerv habe, in endlos langen staus zu stehen. Mein dank an die lokführer.Apropos stau. Ich bin täglich etwa 200 km auf deutschen autobahnen unterwegs, darf mich also getrost als vielfahrer bezeichnen. Was sich dabei an haarsträubenden situationen ergibt, ist einfach unbegreiflich.
Mein bevorzugtes reisetempo liegt bei 150-160 km/h. Ich rolle entspannt, aber extrem aufmerksam, und doch gibt es immer wieder gründe, nach beruhigungspillen zu greifen.
Ein beispiel: hinter mir fährt jemand auf, so nah, dass ich glaube, es mit einem bekloppten zu tun zu haben. Okay, ich ziehe nach rechts, der lkw da vorn ist ja noch ein stück entfernt. Der irre hinter mir zieht gemächlich neben mich. Überhol doch endlich, schwachkopf, der lkw kommt näher. Aber nein, jetzt ist der idiot neben mir und gibt einfach nicht genug gas. Er ist übrigens gar kein er, sondern eine frau. Ich gebe zeichen, dass ich wieder nach links will, weil der lkw jetzt nur noch wenige hundert meter voraus ist. Aber die dame neben mir begreift es nicht. Also, bremsen, sich hinter diesem blöden huhn einordnen und sich vornehmen, demnächst nicht mehr so doof zu sein, platz zu machen.
Nächstes beispiel. Linke spur, 160 km/h. Plötzlich zieht ein ford ka nach links, sein tempo etwa 90. In die eisen! Ich könnte die windschutzscheibe voll kotzen. Ist dem ka-fahrer nicht klar, dass er mich in gefahr bringt, wenn er solche stunts liefert?
Der ka bleibt links, beschleunigen ist nicht, stur 90! Mit mühe beherrsche ich mich, halte den nötigen abstand, man weiß ja nie, wozu so ein ka-fahrer fähig ist. Stunden später zieht der ka wieder nach rechts, ich überhole und sehe: eine frau, das kinn hoch gereckt und tierisch angestrengt, dieses gewaltige auto zu lenken.
Mein gott! Ich kann noch etliche andere situationen aufzählen, das geht los bei mittelspurschleichern, die bequem rechts fahren könnten, und endet bei baustellenbereichlinksfahrern, die von der rechten spur auch noch ein stück mitnehmen, damit man bloß nicht an ihnen vorbeikommt.
Und zu 80% (ischschwör alder, echt jetzt) sind es frauen zwischen 20 und 50, zumeist völlig verkrampft hinter ihrem lenkrad sitzend. Das sind doch leute, die im normalen leben stockkonservativ und brav sind, die zu ängstlich sind, in der einbahnstraße einen furz zu lassen. Wieso werden diese leute zu wildsäuen, sobald sie im auto sitzen? Sie denken keinen deut über das nach, was sie da mit ihren bräsigen ford-kas oder nissan micras veranstalten.
Ganz besonders schlimm sind landstraßenfahrten am Sonntag. Nach dem motto: „Liebling, heute darfst du mal fahren.“ sitzen die damen neben ihren männern am steuer und bringen einen normalen fahrer schier zum verzweifeln. Tempo frei gegeben (das bedeutet 100!!!!!), aber mit sechzig tuckern sie vor einem her. Bei bestem wetter und bester sicht. Das resultat sind überholmanöver, die vermeidbar und gefährlich sind.
Mädels, ihr habt den rückspiegel nicht, um das make-up zu checken. Versucht es mal! Schulterblick nicht vergessen. Ihr mögt euch sicher fühlen bei eurer kriecherei, aber ihr gefährdet mit dieser fahrweise andere!
Die irren lkw-fahrer, die einen gern mal abdrängen, und die bmw- und audi-heizer, die (in diesem fall fast ausschließlich männer) einem das adrenalin in die adern jagen, indem sie einem quasi in den arsch kriechen, lasse ich mal unerwähnt, denn am meisten ärgere ich mich über die verkehrsblockaden mit möpsen.
Es gibt nur einen rat: ÜBEN! Oder noch besser: Bahn fahren.
Gruß
euer Helmut
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