Eigentlich sollte es eine ganz normale Wander-Bergtour……bei sommerlichen 30Grad auf den Watzmanngipfel (Hocheck 2650m) werden.Ich rechnete mit einem enormen Touristenrummel.
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Von der Wimbachbrücke zum Watzmannhaus aufsteigend um 6h früh war ich fast alleine unterwegs. Das änderte sich am Watzmannhaus um 9h40.Bei bestem Ansichtskartenwetter wollten alle zum Gipfel.
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Plötzlich zog Hochnebel auf…und alles trat den Rückzug an. Keine Gipfel-Fernsicht,zu spärlich bekleidet und in Unkenntnis der Wetterentwicklung waren sie zurück zur Hütte abgestiegen. Nur einige wenige begleiteten mich zum Hocheck. Sie hatten sich mehrfach im Geröll verstiegen und beschlossen jetzt meiner Empfehlung zu folgen genau die Markierungen zu benutzen.(ein erkennbarer Weg existiert nur die ersten 150 Höhenmeter)
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Da ich die Wetterkarte genauestens studiert hatte rechnete ich damit das sich der Nebelzum späten Nachmittag völlig auflösen würde und setzte deshalb meine Tour fort. Schon beim Aufstieg hatte ich weit entfernt vier braune Tiere wahrgenommen und meinteIrrtümlich es wären Gämsen….. nichts Ungewöhnliches in dieser Region.Bei einer Rast waren es dann die Bergdohlen die frech die Rosinen aus meiner Hand schnappten. Auch das gehört zum Watzmann - Alltag.
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Am Hocheckgipfel angekommen hatte sich der Nebel verzogen. Die anderen Begleiter wollten unbedingt schnell wieder zum Watzmannhaus absteigen.Alleine konnte ich jetzt die Fernsicht genießen und ausgiebig Fotografieren.
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Ich genossden klaren Tiefenblick zum Königsee die Fernsicht bis zum Dachstein und den hohen Tauern.Klar trat der Hochkönig hervor mit dem Steinernen Meer und der markanten Schönfeldspitze.Nach einer ordentlichen Brotzeit und der Erkundung des Klettersteigs zum Mittelgipfel besichtigte ich noch die Biwakunterkunft die hier Bergsteigern bei Wetterstürzen Schutz bietet.
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. Das ungewöhnliche an dieser Situation war das ich hier bei besten Sicht und Wetterbedingungen völlig alleine am Gipfel war wo sonst reger Touristen Rummel herrscht.Dieser Umstand bewirkte eine einmalige Begegnung wie ich sie in 42 Jahren Bergwandern noch nicht erlebt habe.
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Um 16h30 machte ich mich fertig zum Abstieg. Etwa nach 10min erschreckte mich daspoltern von Geröll…..welcher Idiot trampelt da so den Berg runter!!!......es war kein Mensch.......sondern der König der Alpen ein Kapitaler Steinbock. Er war mit mir auf dem Gipfel und folgte mir gemächlich. Schnell einige Fotos …..bevor er abhaut. Doch weit gefehlt….unbekümmert folgte er meinen Weg und kam mir immer näher.
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Ich vergaß Raum und Zeit dann ging ich ihm entgegen er scharrte im Geröll irgend etwas leckeres muss er gefunden haben das ihn so sehr fesselte. Er ignorierte mich einfach also ging ich weiter auf ihn zu. Nur drei Meter Abstand lag zwischen uns dann hat er mich zischend wahrgenommen. Er wich zurück …..ich auch… und schon folgte er mir den Weg weiter hinunter. Meine einmalige Fotoausbeute kann sich sehen lassen. Irgendwann hat er sich dann seitwärts in die Felsen verzogen.
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Das war aber nur der erste Akt.Das Watzmannhaus kam bereits wieder in Sicht mit dem wunderbaren Talblick nach Berchtesgaden. Im Hintergrund leuchtete der Untersberg rechts davon der Jenner mit dem Göllmassiv im Hintergrund. Da tauchte plötzlich eine Steinbockgeiß mit ihren zwei Jungen auf. Ungerührt scharrten sieim Geröll (sie lösten dabei eine kleine Steinlawine aus) und ästen gemächlich.
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Den ganzen Abstieg…. bis etwa 500m vor dem Watzmannhaus… begleiteten sie mich in sicherem Abstand. Ihre Blicke zeigten an das sie meine Anwesenheit registriert hatten aber sie flüchteten nicht. Sie verzogen sich einfach uneinsehbar in die Felswände.
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Nach einer kulinarischen Stärkung am Watzmannhaus. Stieg ich wieder ab zur Wimbachbrücke.Eine kleine Gämsenherde kreuzte noch meinen Weg. Ein Kuhherde die mich neugierig eingekreist hatte verscheuchte ich noch mit meinen Kamerablitz.
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Die letzte Stunde bis zum Parkplatz durch den Bergwald begleiteten mich die grünlichen Lichter der Glühwürmchen. Meine ungewöhnliche Watzmanntour begann um 6h an der Wimbachbrücke und endete dort auch 23h20.
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Persönlich erlebt von Will Schafscherer
