Es war Juli 77 und ich war das erste Mal seit meiner Kindheit in Schlesien, meine Verwandten Väterlicherseits besuchen.
Dass man in dieser Zeit als Westler auffiel muss ich nicht betonen, denn die Zeiten damals in Polen waren alles andere als rosig.
Der zweiwöchige Aufenthalt führte mich auch nach Krakau, da ich diese Stadt immer sehen wollte und somit die vielen Sehenswürdigkeiten.
Einer dieser Sehenswürdigkeiten, war die Marienkirche,.
Aus welchen Grund wir dorthin gingen ,weis ich eigentlich nicht , weil meine Kusine keiner Religion angehörte.
Also, wir waren in dieser Kirche und ich betrachtete all diese GOTTESKUNSTWERKE; als ein Mann im Priestergewandt auf uns zukam.
Welche Funktion er hatte weis ich nicht, aber ich erkannte ihn an der Kleidung das er Priester, oder was weis ich, in der Katholischen Gemeinde war.
Er kam auf uns zu und begrüßte uns sofort in deutscher Sprache, fragte woher wir kamen und was uns in diese Kirche führte.
Meine Kusine und ich stellten uns vor und ich erklärte ihm dass ich nicht Katholisch sei, sondern aus einer Mischehe stamme.
Mein Vater sei aus einer Hugenottenfamilie mit jüdischen hintergrund und meine Mutter komme aus den Niederlanden , wo viele Menschen ALT-katholisch sind, das mehr der Englischen Kirche zugewandt ist
.Dieser Priester wusste sofort um die Glaubensgemeinschaft und wir unterhielten uns sehr gut, was meiner Kusine schlicht auf dem Wecker fiel, denn sie hatte so gar nichts im Sinn mir Religion.
Mir gefiel die Unterhaltung aber sehr gut und ich weis nicht aus welchen Grund, aber ich steckte ihm zum Schluss 20 D-Mark zu, was meine Kusine schlicht draußen in Rage brachte.
Zwanzig Mark war damals enorm viel Geld in Polen.
Mit den Jahren vergaß ich diese Geschichte, doch als ich anfang der achtziger wieder mal nach Schlesien fuhr, erinnerte mich meine Kusine an diese Begegnung und zog sie ein wenig ins Lächerliche, dass ich mich nicht mehr erinnern konnte mit dem künftigen Papst eine religiöse Diskussion hatte.
Nun wusste ich endlich auch, woher mir dieser Mann so bekannt vorkam, besonders seine Stimme.
Auch wie geschrieben, ich nicht religiös erzogen bin, hat mich damals die Begegnung sehr imponiert und ich bin froh das meine Kusine mich daran erinnerte.
Heute wird dieser Mensch Selig gesprochen.
Ob ich das gutheiße, kann ich nicht sagen, denn ich halte weder etwas von dem Pomp in der Katholischen Kirche, noch von Marienverehrung, noch von Wunder die im Namen eines gestorbenen Menschen passieren.
Trotzdem wie gesagt war es in meinem Leben eine schöne Erfahrung einen Heiligen, Pardon noch seligen kennen gelernt zu haben.
Halleluja und einen schönen ersten Mai für alle . B:B.
