In riesiger Aufmachung kommen die Zeitungen daher und berichten über den „Bewegenden Auftritt“ von Frau Lierhaus anläßlich der “Verleihung der Goldenen Kamera“. Eine ganze Nation schneuzt sich bewegt ins ohnehin durch Günther Netzers schluchzender Laudatio angefeuchtete Taschentuch und bewundert ergriffen die Preisträgerin. Für den Kampf um ihre Gesundheit spreche ich Frau Lierhaus auch meinen Respekt aus. Auch fand ich es gut, dass sie den Preis persönlich entgegennahm, obwohl gesundheitlich noch nicht wieder hergestellt. Bestürzt war ich allerdings über den von ihr ausgesprochenen Heiratsantrag an ihren Partner. Was sollte denn der Lebensgefährte anderes als ja sagen? Der Mann geriet doch sichtlich völlig unter Druck und konnte dem Antrag nur noch zustimmen. Das grenzt schon fast an Nötigung. Ich persönlich fühlte mich beklommen und hatte kein gutes Gefühl bei dieser Szene. Sich zu binden ist eine ganz intime Angelegenheit und geht nur die beiden etwas an. Aber „There is no business like schowbusiness“. Ausgezahlt hat es sich ja schon für Frau Lierhaus. Die ARD hat ihr sofort einen Job angeboten. Daher möchte ich an dieser Stelle nicht unerwähnt lassen, dass viele Menschen mit schwersten Krankheiten zu kämpfen haben, keinen Preis erhalten und oft finanziell nicht so gestellt sind, dass sie Geld für die besten Ärzte und Kliniken aufbringen könnten. Geschweige denn, dass sie Aussicht auf einen gut bezahlten Arbeitsvertrag hätten. Der ganze Rummel um diesen Auftritt ist deshalb für mich nur Effekthascherei und Heuchelei.
Bewegender Auftritt
Bewegender Auftritt von Monika Lierhaus bei der Verleihung der "Goldenen Kamera" und die ganze Nation ist hingerissen. Betroffene Gesichter und Tränen im Publikum.
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