Sie fuhr mit dem Bus in Richtung auf das Land. Sie war nervös. Ihr erstes Date mit einem Mann, den sie bisher nur aus einer realitätsfremden Welt kannte. Doch war sie von ihm, nein, mehr von seiner Schreibweise fasziniert. Er verstand es, sie in seinen Bann zu ziehen. Nun war sie auf dem Weg zu ihm, um ihm real zu begegnen …

In dem Haus, welches die Hausnummer trug, die er ihr per Mail genannt hatte, brannte kein Licht. Sie überlegte, ob sie sich diese Nummer falsch notiert hätte, nein, sie war doch gewissenhaft. Auch fehlte der Name auf dem Klingelschild.

Ihr Herz klopfte fast schon bis zum Hals als die die Klingel betätigte. Doch nichts rührte sich. „Ob er unser Date vergessen hat?“ fragte sie sich. Leicht drückte sie gegen die schwere Haustüre, und diese gab nach. Verunsichert trat sie ins Dunkle und rief mit halblauter Stimme: „Hallo?“

Keine Antwort, kein Lebenszeichen. Sie überlegte wieder zu gehen. Doch die Neugier trieb sie weiter. Sie suchte nach einem Lichtschalter, doch schien keiner der gefundenen Lichtschalter zu funktionieren. Das Haus lag einsam auf einem Hügel, und sie fühlte die warme Luft von draußen. Irgendwo musste ein Fester offen sein. Sie ging in der Dunkelheit weiter, dem Luftzug folgend.

Durch die Türe eines großen Zimmers sah sie die sich wölbenden Gardinen. Es schien das Wohnzimmer zu sein. Einem Impuls folgend ging sie auf das offene Fenster zu. Leicht schienen die Strahlen des Mondes in dieses Zimmer, und sie konnte Umrisse erkennen.

Sie wollte gerade die sich wölbende Gardine zur Seite ziehen, als sie hinter sich etwas spürte. Sie erschrak bis ins Mark. Ja, was hatte sie auch in einem fremden Haus verloren. Sie wollte sich gerade herum drehen, als sie zwei Hände spürte, die sie genau von diesem Vorhaben abhielten und ihre Körperhaltung wieder Richtung Fenster korrigierten.

In ihr stieg Angst hoch. Was war das hier? Sie wollte sich gegen diese zwei starken Hände wehren. „Bleib ruhig“, hauchte ihr eine Stimme ins Ohr. Wer war das? War er das? Oh Gott, sie kannte nicht mal seine Stimme. Einziger Kontakt waren Mails über das Internet. Auf was hatte sie sich da eingelassen? Wie verrückt war sie denn?

Sie fühlte, wie er eine Hand von ihr nahm und mit dieser ihr eine Augenbinde über den Kopf strich. Was wird das hier? „Bist du es?“ fragte sie ängstlich. Keine Antwort.

Anstatt dessen wurde sie zum Gehen geschupst in eine Richtung, die sie nicht mehr erkennen konnte; sie fühlte nur seinen Atem im Nacken. Seine freie Hand suchte ihre Brüste, während er sie mit seinem starken Körper immer weiter nach vorne trieb.

Sie hatte Angst, gleichzeitig fühlte sie etwas, was sie selbst erschrak. Ihr gefiel es, was da passierte. Diese Angst gepaart mit jener Neugier, die so ein seltsam warmes Gefühl in ihr auslöste. Sie nahm den Duft von Vanille wahr und sah, wenn sie ganz nach unten schaute, durch einen Schlitz dieser Augenbinde gedämpftes Licht.

Er deutete an, dass sie stehen bleiben sollte und ließ von ihrer Brust ab, welche sich ihre Knospen schon leicht erigierend auf seine Hand eingelassen hatten. Wieder fühlte sie einen Luftzug. Seine flüsternde Stimme befahl: „Zieh dich aus.“ Sie erschrak über diesen Ton und flüsterte irritiert: „Bist du es?“ „Zieh dich aus!“ mehr kam von ihm nicht.

Sie zögerte. Doch die gesamte Situation reizte sie, erinnerte sie diese doch an ein Erlebnis aus vergangenen Tagen. Lang war es her. Und sie tat es.

Nackt stand sie vor ihm und fühlte seine Hände, wie sie ihren Körper abtasteten. Sie fühlte, wie es sie erregte, doch zwang sie sich, diese Erregung nicht übermächtig werden zu lassen. Aber je mehr seine Hände ihren Körper erkundeten, desto mehr fühlte sie jene Erinnerung in sich hoch kommen, die sie damals so wollte, die sie genau dahin gleiten ließ, wo rationales Denken fremd wurde und das sich Hingeben so eine überschwängliche Lust in ihr hervor gerufen hatte …

„Leg dich hin“, befahl er flüsternd und führte sie zu dem Bett. Sie fühlte, wie er streichelnd ihre Arme nach oben führte. Er nahm ihre Handgelenke und fesselte sie mit Seidenschals sanft ans Bett. In ihr stieg wieder die Angst hoch, wurde übermächtig und sie zog irritiert an diesen Fesseln. Aber sie konnte sie nicht lösen. Gleichzeitig fühlte sie wieder seine Hände, wie sie sich ihres Körpers bemächtigten …

Sie fühlte seine Zunge, seine Lippen, und sie fühlte jene Lust in ihr aufsteigen, die jede mögliche Gefahr ausschaltete … Nach und nach gab sie nach, wog sich im Rhythmus dessen, was er mit seinen Händen unternahm. Leichtes Stöhnen vernahm sie von sich selbst und der letzte rationale Gedanke war, dass sie sich über sich selbst wunderte, sich einem wildfremden Mann so hinzugeben …

Er goss den Champagner in zwei Gläser und ließ sie von einem trinken. Sein eigenes nahm er, und ließ den Champagner langsam über ihren Körper fließen. So trank auch er, nahm die Flüssigkeit mit seiner Zunge auf …

Er nahm die Erdbeeren aus der goldenen Schale …

Sie fühlte, wie sich die Erdbeeren in ihrer Grotte zu Brei verschmolzen, während seine Zunge, seine Lippen nicht davon abließen, den Saft aufzusaugen. In ihr wurde jenes Gefühl übermächtig, endlich lustvoll eingreifen zu können, doch sie konnte nichts weiter unternehmen, als sich all dem hinzugeben. Zu fühlen … zu spüren … sich gehen zu lassen, während sie seine Hände auf ihrem ganzen Körper fühlte …  „Wie sieht er eigentlich aus?“ schoss es ihr durch den Kopf. Nicht mal das wusste sie … Eben ein durch und durch blind date …

Ihre Lust wurde fast schon zur Qual, denn seine Zunge, seine Hände, seine Finger fanden jene Stimulation, die sie schier wahnsinnig werden ließ. Ihr Körper forderte mehr und mehr und sie fühlte, dass er es genoss, wie sie sich in die Ekstase steigerte.

Er nahm sie auf eine Art und Weise, die sie bisher in ihrem Leben erst einmal erlebt hatte,  und der alles erlösende Höhepunkt war so gewaltig, wie seit Jahren nicht mehr …

Sie schrie es heraus, jene Sehnsucht, jenes Glücksgefühl, was ihr die Erlösung bescherte und gleichzeitig jenes Gefühl auf mehr, auf viel mehr heißblütiges Verlangen; es ließ sie schier verbrennen  …

Sie fühlte seine Küsse und endlich seine Lippen auf den ihren. Fühlte seine Zunge zärtlich und weich … „Mehr“, flüsterte sie, „mehr, viel mehr …“

Er lächelte, als er sagte:“ Bekommst du ... gleich …“ und löste dabei die Fesseln. Sofort umschlang sie seinen Körper, fühlte ihn, warm und so überwältigend, während er ihr die Augenbinde langsam vom Kopf zog …

… und da begegneten sich vertraute Augen …

„Du weißt doch, im Leben trifft man sich immer zweimal …“ lächel

Sarah