In Brasilien hatte ich mir 2 Aras...... einen Gelbbrustara und einen dunkelroten Ara ..... zugelegt denn auch Papageien haben mich immer faziniert.
Den Gelbbrustara konnte ich aus einer kleinen Holzkiste befreien, die ein Holzarbeiter aus dem Mato Grosso mitgebracht hatte und obwohl es ein Wildtier war, war er sofort zutraulich und ich konnte ihn auf dem Arm nachhause tragen, ohne dass er versuchte zuzubeissen oder davon zu flíegen.
Den dunkelroten Ara fand ich in Sao Paulo bei einem Pfarrer und da dieser Ara bereits als Baby mit der Hand hochgepäppelt worden war, war er auch superzahm. Zudem rollte er sich gerne in der Hand und konnte unwahrscheinlich "dreckig" lachen.
Die beiden Aras kamen blendend miteinander aus.... der Gelbbrustara lernte sogar von dem Dunkelroten sprechen.... Sie hatten einen grossen 8-eckigen Flugkäfig, an dessen einer Ecke ein kleines Häuschen.....mit offener Tür und verglastem Fenster... angebaut wurde , damit sie dort zur Nacht reingehen konnten.... was auch voll in Anspruch genommen wurde. Zudem fanden sie dort Unterschlupf bei starkem Regen und der grosse Futtertopf ..... mit Nüssen, Früchten und Sonnenblumenkernen ..... war dort auch angebracht. Als Sitzgelegenheit diente ein grosses, quadratisches Holzgerüst, an dem sie rauf- und runterklettern konnten.
Als ich nun eines morgens das Futter nachfüllen wollte, bemerkte ich eine bunte Kordel, die sich um die oberen Sitzäste gewunden hatte. Meine Überraschung war riesengross..... wer sollte hier wohl eine braun-beige-weisse Kordel ....mit einem Durchmesser von ca. 4cm.....rumwickeln?
Mir fiel dazu nichts ein und ich griff nach der Kordel um sie zu entfernen. Doch schon bei der ersten Berührung bewegte sich das Ding und meine Überraschung wich einem Riesenschreck.
Nun betrachtete ich das Ding genauer und sah plötzlich einen Kopf, dessen Augen fest auf mich fixiert waren....... oh Schreck.... eine Schlange !!!!!!!!
Die Aras waren schon draussen und nun war es auch ich, die fluchtartig rausrannte und nach dem Gärtner rief.
Der kam auch gleich und sah sich die bunte "Kordel" an.
Das ist ein Jiboia meinte er, allerdings noch ein Baby und es wäre ihm auch schleierhaft, wo die hergekommen sein könnte denn schliesslich wohnten wir in einer Stadt........ sicher.....es gab viel verwilderten Wald in einiger Entfernung ,doch diese Art von Schlangen ist dort auch nicht gerade zuhause.
Na ja, nun musste die natürlich hier raus denn sie hatte sicherlich die Vögel gerochen und da die mit zu ihrer Lieblingsspeise gehören, hatte sie anscheinend die Absicht gehabt, diese zu verputzen. Wahrscheinlich hatten die sich dann aber als ein paar Nummern zu gross rausgestellt und so war weiter nichts passiert.
Was für`n Glück !!!!
Da ich aber noch weitere Volieren, mit kleineren Vögeln hatte, war es mir schon wichtig, die Jiboia ganz vom Grundstück verschwinden zu lassen.
Sie gehörte zwar zu den Würgeschlangen und war deshalb nicht giftig aber beissen lassen wollte ich mich auch nicht gerade. Ist bestimmt recht schmerzhaft.
Ausserdem sagte der Gärtner, dass ich aufpassen sollte, dass sie mich nicht anspuckt, denn wo die hinspuckt, geht die ganze Haut kaputt und man hätte an dieser Stelle eine lebenslange Wunde, die nie verheilen würde .....????????..... Ich glaube das allerdings nicht!
Ich besorgte mir einen langen Ast und der Gärtner hielt die Tür von einem grösseren Vogelkäfig auf, in den ich die knapp 2m lange Schlange reinbugsieren wollte. Dort sollte sie bis zum nächsten Morgen drinbleiben, bis mein Exmann zur Arbeit fuhr und die Schlange mitnahm, um sie dann im Wald frei zu lassen.
Es klappte auch alles ganz gut. Ich fing an, die Schlange von hinten auf den Ast zu wickeln und es schien, dass sie nichts dagegen hatte denn ich kam prima bis zur Mitte, da hatte sie anscheinend plötzlich eine andere Idee. Drehte sich um und kroch mir auf dem Ast entgegen wobei sie mich fest im Auge hatte und züngelte.
Ein komisches Gefühl!
Mir wurde siedend heiss..... wie sollte ich die so in den Käfig bekommen ....ausserdem dachte ich wieder an die Spukerei....mitten in`s Gesicht?
Als sie ziemlich dicht vor meinem Gesicht war, liess ich den Ast vorsichtig auf den Boden sinken und ergriff ihn schnell von der anderen Seite.....am liebsten hätte ich ja die Flucht ergriffen, hatte aber Angst um die Vögel.....
Nun hatte ich den Kopf wieder vorne und es gelang mir, den Ast ganz schnell in die geöffnete Tür des Vogelkäfigs zu stecken, wo sich die Schlange dann auch auf den Boden gleiten liess.
Klappe zu und fertig.
Ich auch!
