Manchmal lernen wir bei MitarbeiterInnen-Treffen auch nützliche Dinge kennen oder wir haben einfach nur Spaß. Diesmal war Sport angesagt, und zwar Bogenschießen. Ja, ja, Winnetou war schon ein toller Häuptling und Robin Hood der Rächer der Enterbten. Cowboy und Indianer oder auf jeden Fall mit Pfeil und Flitzebogen haben wir doch alle schon einmal gespielt.
Eine der Kolleginnen betreibt Bogenschießen bei einem Emder Verein. Sie hat sich mit ihren Vereinskameraden bereit erklärt, uns den Sport etwas näher zu bringen. Nachdem es morgens wie aus Eimern geschüttet hatte, war es gegen 18:00 h wenigstens trocken, so dass draußen geschossen werden konnte, denn wie uns erklärt wurde, muss bei einem Turnier auch dann draußen geschossen werden, wenn es stürmt und regnet.
Uns wurde einiges über das Bogenschießen erklärt und das Team vom FT 03 hat ein paar Pfeile geschossen. Na ja, auf die geringe Entfernung geht ja noch, das können wir sicher auch, aber das da hinten „Wie weit ist das? 50 m? So weit kann ich gerade noch gucken, und wo der Pfeil sitzt, kann ich nicht mehr sehen“ „Doch“ meint der Schütze „der Pfeil sitzt in der neun auf zwei Uhr.“ Na gut, wir schießen jedenfalls auf ca. 10 m. Jetzt werde ich erst einmal „angezogen“, an den linken Arm kommt ein Armschutz, damit ich die Sehne beim falschen Lösen nicht abbekomme, außerdem wird mir ein Brustschutz umgeschnallt, das sieht bestimmt blöd aus, und an die rechte Hand bekomme ich einen Tab, das ist ein Lederlappen mit einem Metallteil daran.
Dann geht es an die Schießlinie. Auf was ich doch alles achten soll: So über die Schießlinie stellen, dass die linke Schulter zur Scheibe zeigt (das kann ich, das ist ganz einfach). Den Bogen in die linke Hand nehmen, die Fangleine befestigen, weil der Bogen nur locker in der Hand liegen soll, nun die Sehne mit der rechten Hand, eigentlich nur mit dem ersten Gliedern des Zeige-, Mittel- und Ringfingers, fassen, den Kopf zur Scheibe drehen, den linken Arm heben, die Sehne so weit ziehen, dass die Hand an den Kieferknochen kommt, wenn alles richtig ist, sollte die Sehne über Nase und Kinn liegen. Nun durch das Visier ins Gold sehen und zwar mit dem richtigen Auge, dann kommt das Kommando „Absetzen“. Es wird etwas an meiner Haltung korrigiert und noch diese Trockenübung wiederholt. Soweit so gut, nun wird der Pfeil eingelegt, und zwar so, dass eine Feder vom Bogen wegzeigt. Und jetzt noch einmal diese Prozedur mit Pfeil, noch mal absetzen, weil das Visier nachgestellt wird. So, aber jetzt! Auf das Kommando „Lösen“ mache ich die Finger auf, der Pfeil fliegt und landet auf der Scheibe. „He, ich habe die Scheibe getroffen!“ Das Visier wird nachgestellt, meine Haltung auch und der zweite Pfeil sitzt schon etwas dichter an der Mitte. Als alle Pfeile verschossen sind, müssen sie aus der Scheibe gezogen werden. Wer vorbeigeschossen hat, muss bis ans Ende des Platzes laufen, um die Pfeile wiederzuholen.
Aber wie oft muss bei einem Turnier geschossen werden? Bei Meisterschaften 72 Pfeile und bei einer großen FITA (was immer das auch sein mag) 144 Pfeile! Das ist doch anstrengend. Wie, dieser Bogen hat nur ein geringes Auszugsgewicht, nur 20 lbs (ungefähr 18 Pfund)? Der Bogen, den der eine Schütze zieht hat 42 lbs! Nein danke. Und es muss auch eine ganz schöne lange Strecke zurückgelegt werden, weil doch die Pfeile wiedergeholt werden müssen. Bei einer großen FITA sind das ca. 5 km wird uns erzählt.
Einige der KollegInnen können gar nicht genug bekommen und gehen immer wieder an die Schießlinie. Die BogenschützInnen haben große Geduld mit uns und erklären oder zeigen uns immer wieder, wie es gemacht werden sollte. Bei Einigen stellt sich auch der Erfolg ein, es wird die goldene Mitte getroffen.
Auch wer nicht geschossen hat, hatte Spaß. Das Wetter war gut, für das leibliche Wohl wurde gesorgt und außerdem ist es lustig mit anzusehen, wie Andere sich anstrengen.
Bogenschießen
Mitarbeitertreffen bei einer Zeitarbeitsfirma einmal anders, nämlich sportlich...
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