Es war ein leichtes für sie auszubaldowern wer gerade fortgefahren war. Warum sind die Leute auch so dumm und lassen ihre Rollläden runter. Der Briefkasten quillt über und die Tageszeitungen stapeln sich. Doch an diesen Häusern waren unsere Beiden nicht interessiert. Nein, sie suchten sich die protzigen Villen aus, Leute die in den Schulferien mit ihren Kindern in ihr Feriendomizil an die Adria fuhren.

Früh genug spionierten sie die Gepflogenheiten der Besitzer aus. Sei es durch Versicherungen die sie verkauften, oder als Installateur um die Wasserleitung zu prüfen, oder einfach eines der Kinder, nach Hause zu bringen weil es sich das Knie aufgeschlagen hatte. Dass Clyde nur ein bisschen nachgeholfen, darüber machten sie sich keine Gewissensbisse.

Sie lebten in Saus und Braus. Alles was der Kühlschrank bot, die Speisekammer, und sogar der Weinkeller, nichts verachteten sie. Sie badeten im Whirlpool, planschten im Schwimmbecken, und benützten die Sauna. Sie genossen drei herrliche Wochen.

Am vorletzten Tag brachten sie wieder Ordnung in das Haus. Und Clyde ein versierter Geldschrankknacker versuchte sich am Wandsafe. Wie vermutet ging die Alarmanlage an. Es dauerte keine fünf Minuten und die Polizei stand vor der Tür.

In einem verführerischen Negigle’ das mehr zeigte als es verbarg, öffnete Bonny die Tür. Die Männer bekamen Stielaugen,
„ Gott sei Dank, dass sie gleich kommen, das Geräusch macht mich noch verrückt“ -
„Wer sind sie“, wollte der eine Beamte wissen. „Ich bin die Schwester und passe auf das Haus auf.“ Sie trug eine dicke Cremschicht und hatte ein Handtuch um den Kopf gewickelt. „Sind sie allein“, –
„ja“, -
„dürfen wir nachschauen? Alles in Ordnung.“
Schon wollten sie gehen als beider Blick zum Fenster ging. „Und wer ist das?“ –
„ Das ist nur der Gärtner, er sollte alles in Ordnung bringen ehe morgen meine Familie zurückkommt.“ -
„Dann noch einen schönen Tag“, so gingen sie, nicht ohne noch einmal auf die endlos langen Beine zu schielen, die mittlerweile ganz unbedeckt waren.

Kaum waren sie weg, räumte Clyde den Safe aus und dann verschwanden sie.

Ein andermal war Bonny "hochschwanger", aber da hatten sie schon alles ausgeräumt als die Polizei eintraf.

„Meine Frau muss ins Krankenhaus, schnell.“ Die Beamten fanden gar keine Zeit zu fragen, warum der Alarm losgegangen sei. Im Gegenteil, beide waren auch Väter und erboten sich die zwei zu begleiten. Mit Martinshorn fuhren sie in die Klinik. Die Sanitäter hoben Bonny auf eine Trage und fuhren sie hinein.

In einem unbeobachteten Moment schlüpfte sie vom Bett, Clyde nahm den Rucksack, der ihr als Babybauch gedient hatte. Jeder ging in eine Toilette und veränderte sein Aussehen.

So nahmen sie die Reichen aus.

Und wenn sie nicht gestorben sind, dann tun sie es noch heute.