Bekanntlich werden die Verbraucher ganz schön an der Nase herumgeführt. Wer kennt nicht den wunderbaren Geruch von Selbstgebackenem beim Bäcker. Schnell ist man im Laden drin und fragt sich, woher dieser köstliche Duft kommt: Er ist oft künstlich und entströmt einer Düse unter dem Tresen. So etwas nennt man wohl "verkaufsfördernde Maßnahmen", ich nenne es "die Leute an der Nase herumführen".
Den Ohren geht es kaum besser. Manche Verbraucher sind von der besonderen Leistungsfähigkeit eines Staubsaugers überzeugt, wenn er besonders laut ist. Und Chips werden so hergestellt, dass sie beim Zerbeißen besonders viel Krach machen.
Seinen Augen kann man auch nicht mehr trauen: Rote Lampen über der Fleischtheke sollen eigentlich fades Fleisch frisch aussehen lassen. Aufgeblähte Kekstüten versprechen mehr Inhalt, als sie haben. Und erst mal diese getönten Glasflaschen: Die geben vitaminfreiem "Zuckerwasser" den Anschein, gesund zu sein.
Eine Bekannte, mit der ich mich vor kurzem über dieses Thema unterhalten habe, zuckte nur mit den Schultern und meinte: "Du benutzt doch auch ein Make up, um frischer auszusehen, warum soll z. B. ein Hähnchen das nicht dürfen?"
Vielleicht könnte man ja mal Knäckebrot erfinden, das nicht krümelt, "flüsternde" Rasenmäher und - ganz wichtig - günstigeres Licht in den Ankleidekabinen der Klamottenläden.
Bild: Thommy Weiss
pixelio
