Bunte Boote im grünen Wasser

Die Fischer von Pampatar
streicheln ihre Boote -
ja, sie streichen sie nicht nur
in den schillerndsten Farben
des Regenbogens -
sie hegen und pflegen sie
und putzen und bemalen sie,
als wäre sie noch weit mehr
als das wichtigste Werkzeug
zu ihrem Lebensunterhalt.

Die Boote von Pampatar,
dieses kleine Fischerdorf auf Margarita,
zu dem die Venezuelaner sagen,
es sei das bestgehütetste
Geheimnis der Karibik,
- und sie recht damit haben,
weil sich wenig Touristen hierher verirren -
dümpeln auf dem Wasser am Steg,
das hier innen nahe am Strand
ganz grün leuchtet,
aber je weiter der Steg in den Horizont reicht,
und je weiter draussen unterm Himmel
die bunten Boote liegen,
je blauer wird das Meer.

Und auf den Booten ganz weit draussen
tummeln sich die Pelikane -
auf jedem Boot sitzt immer einer
ganz weit vorne auf der Spitze
des weit nach oben gezugenen Bugs,
fast wie ein Kapitän -
und wehrt jeden Angriff auf seinen Platz
laut schreiend und souveränn ab.

Und die anderen Pelikane
tauschen die Plätze im Hüpfen.
Da geht es zu wie auf einem Mühlebrett,
so hüpfen sie hin und her,
und wechseln die Plätze wie Schachfiguren
oder Mühlesteine,
die flinke Menschenhände
einfach übereinander haben springen lassen.

Nur die Pelikane von Pampatar
machen das alleine und ohne Menschenhände
von Bootsrand zu Bootsrand.
Ins Wasser gefallen
ist dabei noch keiner.
Zumindest nicht in den zwei Stunden,
in denen uns die bunten Boote
mit ihrer hüpfenden Besatzung
in ihren Bann gezogen haben.