Da war er nun unser erster sommer, wir waren so verliebt. mein freund hatte eine einladung zum segeln bekommen. Mit Chris, dem vater seines besten freundes war er schon oft gesegel, sogar zweimal über den atlantik davon allerdings einmal mit schiffbruch. Chris durfte aus versicherungstechnischen gründen das boot nicht alleine steuern und verstand und versteht es noch immer großartig aus einem pool von freunden und verwanten, mitsegler an die unmölichsten ecken dieser welt zu dirigieren. Diesmal war es einfach. Es ging darum seinen nigel nagel neuen 12,5 meter katamaran von süd england nach frankreich zu segeln.
Wir sollten ausserdem eineinhalb wochen in la rochelle auf den kat aufzupassen, da chris zu einem physiker-kongress musste. Na toll, hab ich dedacht und das wo mir nur vom wellengucken schon speiübel wird, aber egal wer frisch verliebt ist den kann nichts schocken, also taschen packen und ab nach england.
Beim packen hätte ich schon stutzig werden sollen. Chris bat uns möglichts keine sperrigen koffer mitzubringen da der platz auf dem boot dafür nicht ausgerichtet ist und überhaupt es wäre alles noch sehr basic. Ich packte also nach alter tremper manier nur das nötigste:
eine zipoff hose, shorts, badeanzug, handtuch, eine gute jeans, ein hand voll t-shirts, ein paar undies (unterhosen) dicke socken, dicken pulli (man kann ja nie wissen) wasserfeste jacke, eine tasche kultur (buch, sketchbook, bleistft, zahnbürste, zahnpasta, zahnseide, duschgel, nähzeug, leatherman, rei in der tube, kamm), handy...123 fertig und keine acht kilo incl. wasserflasche. Mein freund hatte unterdessen schon die halbe wohnung auf den kopf gestellt und es befand sich ein riesen haufen zeugs in der mitte des wohnzimmers. Es sammelten sich, 2 jacken, zwei jeans, badeshorts, drei t-shirs, drei unterhosen , drei paar socken, ein pulli, sandalen, turnschuhe eine zahnbürste - alles gut soweit aber jetzt kommt es - die fotoausrüstung, die videokammera, der laptop, das pda, das handy, ein gprs, taucher brille und flossen, einen rucksack voll unerledigter post, die ganzen ladegeräte für die technik, länderspezifische strom-adapter, einen rucksack mit 4 romanen, 3 fachbüchern und weiteren zeitschriften, es sollten übrigens pro flugahafen je 3 dazukommen macht 9 dazu - die aber später. Das passte natürlich in keinen rucksack also hat er doch den hartschalenkoffer rausgekramt.

Nach den üblichen fliegereien und einer nicht enden wollenden taxifahrt, kamen wir total erledigt kurz vor 23:00 uhr in st.Ives an und sahen, von der vor party-launigen menschen wimmelden promenade, den kat mitten im hafenbecken auf den wellen schaukeln. Aber es war dunkel...keine licht ...keiner da? Wir riefen, pfiffen, riefen wieder, nichts rührte sich. Mein freund, auch total müde, brach auf einmal in wilden aktionismus aus, als er sah wie ein ruderboot sich grad von der promenade auf den weg zu einem anderen vor anker liegenden boot machen wollte. er lies mich ohne ein wort stehen, rannte zu den leuten, stieg kurzerhand ein und ließ sich zu dem kat von chris bringen. Ganz großes kino, echt toll, da saß er nun 50 meter von mir entfernt auf dem boot die wellen zwischen uns und ich mit dem ganzen gepäck alleine auf der promenade, inmitten von grölenden und alkoholisierten menschen. Ich musste dringend aufs klo, hatte einen mörder durst und hätte ihn am liebsten gegrillt. Nach ausgiebigen gefluche, nahm ich wahr das er wild gestikulierend auf ein schlauchboot zeigte das 100 meter weiter an einer hohen kaimauer festgemacht war. Ich wollte ihn erst garnicht verstehen, ich in das boot, dies schaukelding? Und wie, die sachen, laptop und co alleine lassen? und wer bekommt die schuld wenns weg ist? Ok, also hab ich meinen rucksack geschultert, seinen mit der zu erledigenden post auf die eine seite, den mit den büchern auf die andere, die dazu gekommenen 2 plastiktüten mit den weiteren 9 zeitschriften und die laptop-tasche in die eine hands, den king-size hartschalenkoffer in die andere und abmarsch.
Beim anblick der schmalen kaimauerleiter und des in 15 meter tiefe schaukelden bootes wurde mir aber schnell klar, das kann nicht gut gehen. Glücklicherweise gab es einen weitern zugang zum hafenbecken, diesmal in form einer treppe und glücklicherweise deutlich weiter ab vom trubel. Es war klar das, das seil mit dem das boot festgemacht war nicht bis an das obere ende der kaimauer reichte darum musste ich... ,ach ja das „müssen“ tat ich auch immer dringender, das gepäck ersteinmal an der treppe abstellen, dann wieder zurück um über die kaimauer-leiter ins schlauchboot zu gelangen, das schlauchboot an die treppe rudern, dort festmachen, das gepäck ins boot befördern und zum katermaran rudern. Die treppe war grün und glitschig, der laptop ist leider nur fast gewässert worden, ich hab so gerade alles in dieses winzige boot bekommen und bin auf dem verdammten hartschalen koffer sitzend tatsächlich bevor ich mir in die hose machen musste am katamaran angekommen.

Das fazit dieser geschichte überlasse ich den lesern ;)