"Ich möchte alles sein, nur nicht mehr jung ..." Auch ein Bekannter sagte diese Worte. Er hat die Sechzig schon überschritten, die siebzig aber noch nicht erreicht. Vielleicht könnte man diese Lebensphase "Niemandsland des Alters" nennen: Ringsum gibt es unebenes Gelände und es besteht auch Sturzgefahr. Man könnte die Schritte vorsichtiger setzen, obwohl der Horizont noch weit ist.
Und warum will er dann nicht mehr jung sein? Möglicherweise ist ihm unsere Welt zu schrill, zu laut, auch das Tempo ist zu groß. Reichen seine Kräfte nicht mehr aus, ist er müde geworden? Man könnte seine Einstellung durchaus menschlich nennen.
Für den einen ist das Alter eine große Sinfonie, in der alle Themen des bisherigen Lebens noch einmal zusammenklingen, für den anderen bedeutet es eine Art Krankenhaus, das alle Krankheiten aufnimmt.
Wenn mann so die Jugend betrachtet, gibt es auch da verschiedene Sichtweisen: Da heißt es, die Jugend ist etwas Wunderbares und es wäre schade, dass man sie "an die Jugend" vergeudet. Für manche Zeitgenossen bedeutet Jugend "Trunkenheit ohne Wein", andere finden, dass der Jugend die Zukunft gehört. Doch bitte erst in der Zukunft!
Dazu fällt mir noch ein Spruch von Pablo Picasso ein, der herausgefunden haben will, dass man im Leben sehr lange braucht, um endlich jung zu werden...
Foto: pixelio
Uschi Dreiucker
