Nun sitze ich vor diesem Bild. Vor einem Bild, das mein kleiner Sohn für mich malte. Es ist ein wenig krickelig und wirr und sehr bunt, es sieht ihm ähnlich. Lächelnd sehe ich ihn vor mir, wie er mit seinen strahlenden Kinderaugen und einigen abgekauten Buntstiften um sich herum auf dem Fußboden kniend immer tiefer in seine Malerei versinkt und sich schon freut über die Freude, die er damit geben will.
Ich denke zurück an eigene Malereien. Sie alle waren Gaben, waren Gefühle. Oder Träume. Immer, wenn ich als Kind für jemand anderen malte, habe ich ihm nicht nur ein Bild, sondern ein Stück von mir geschenkt und damit meine Liebe erklärt.
So wird auch langsam das Bild meines Sohnes deutlicher, ohne dass ich die Zeichnung betrachten muss. Oft steckt so sehr viel mehr im Bild eines Kindes, als man sehen kann.
