DAS GEHEIMNIS DER RICHTIGEN PARTNERWAHL
Immer mehr Paare trennen sich und lassen sich scheiden. Warum sind sie überhaupt zusammengekommen? War nicht von vornherein klar, dass das zwischen den beiden nicht funktionieren würde? Psychologen erforschen immer mehr die Faktoren, die ein dauerhaftes Glück zwischen zwei Menschen unterschiedlichen Geschlechts ermöglichen. Die Erkenntnisse sind erstaunlich
Als Prince Charles 1981 auf dem Balkon des Buckingham Palace den Brautschleier seiner Ehefrau hob, um sie zu küssen, haben weltweit 75 Millionen Menschen zugeschaut. Ob Diana und Charles in diesem Moment schon ahnten, dass ihre Verbindung nicht von Dauer sein würde? Heute wissen wir: Sie konnte nicht funktionieren, weil die beiden nicht zusammen passten.
Als Charles 2005 seine Jugendliebe und langjährige Gebliebte Camilla Parker-Bowles heiratete, war das kein Medienereignis. Es gibt kein Foto der beiden mit einer Kussszene. Doch der englische Thronfolger und seine jetzige Frau scheinen miteinander gut auszukommen und glücklich zu sein. Die beiden passen offenkundig gut zusammen.
Wer passt zu mir? Das ist für jeden Menschen, der einen anderen Menschen lieben und mit ihm zusammen leben will, die entscheidende Frage. Viele, vermutlich die meisten, die sich zusammentun, denken über diese Frage nicht genau nach. Sie lassen sich bei der Partnerwahl blenden von äußerlichen Kriterien und momentanen Stimmungen, schauen aber nicht genau hin. Man könnte auch formulieren: Lassen nicht ihr Herz sprechen, prüfen sich selbst nicht ausreichend. Dabei entscheidet die richtige Beantwortung dieser Frage über Glück und Unglück, sie kann schwere Enttäuschung ersparen und sinnloses langes Leiden verhindern.
Welche Kriterien sprechen für eine Verbindung? Die Psychologen, unter ihnen viele renommierte Fachleute, haben sieben ausgemacht.
1. Gegenseitige Sympathie ist die wichtigste Voraussetzung. Sympathie entsteht dort, wo zwei Menschen entdecken, dass sie sich ähnlich sind. Nicht äußerlich, sondern bei den Ansichten und Übereinstimmungen, im ähnlichen Denken über Sachverhalte, politische und gesellschaftliche Ereignisse und bei Erfahrungen in ihrer Vergangenheit, bei denen sie ähnliche Entscheidungen getroffen haben.
Der Satz "Gegensätze ziehen sich an" ist für das Liebesglück unzutreffend. Ähnlichkeiten ziehen einander an, ohne dass Gleichmacherei vorherrscht. Die ausdauerndsten Paarbeziehungen, von gegenseitigem Respekt und tiefer Zuneigung erfüllt, erleben Menschen, die demselben oder einem recht ähnlichem sozialen Milieu entstammen. Das ist wissenschaftlich nachgewiesen.
Dieses Sympathiemuster gilt auch bei Freundschaften und überhaupt, wenn wir anderen Menschen begegnen. Stellen wir ähnliche Gedanken und Überzeugungen fest, breitet sich in unserem Innern ein Wohlgefühl aus. Wir fühlen uns verstanden und angenommen. Das ist auch ein Grund dafür, warum so viele multikulturelle Verbindungen nach dem Abflauen des Liebesrauschs (sechs Monate bis höchstens drei Jahre) nicht mehr funktionieren. Wir erkennen im anderen das Fremde, das, was uns letztlich von ihm trennt. Der/die andere gehört einem anderen Kulturkreis an, zu dem für uns - trotz aller Toleranz und Offenheit - letztlich keine Brücke führt.
2. Wir erwählen uns einen Ehepartner, der uns ähnlich ist im Aussehen. Psychologen haben in letzter Zeit erhärten können, was sie immer schon ahnten: Ein Mann wählt eine Frau, die seiner Mutter ähnelt. Eine Frau fühlt sich zu einem Mann hingezogen, der ihrem Vater ähnlich ist. Das Idealbild des gegengeschlechtlichen Elternteils spielt - unbewusst - stets eine Rolle. 80 Prozent der Menschen verhalten sich danach - weltweit -, nur 20 Prozent wählen oppositionell. Unter letzteren gibt es dann die meisten Trennungen.
Allerings besteht hier ein Unterschied zwischen Männern und Frauen. Für Männer ist das Aussehen ihrer Erwählten wichtiger als für eine Frau. Dazu gibt es eine Fülle wissenschaftlicher Studien. Der Mann wählt also mehr nach dem äußeren Bild, der Frau sind neben der äußeren Erscheinung auch innere Werte zunehmend wichtig. Daraus schließen die Forscher: Letztlich entscheidet die Frau, ob zwei zusammenpassen. Sie blickt tiefer, ist gründlicher, überlegt länger. Männer verlassen sich zu sehr auf den äußeren Schein, und sind dann sehr ernüchtert, wenn sie eines Morgens eine zerknitterte Frau neben sich im Bett liegen sehen. Oder sie haben Probleme mit dem Altwerden ihrer Gefährtin. Frauen kommen mit der Realität offenkundig besser zurecht.
3. Auch das Alter spielt eine Rolle, aber nicht die entscheidende. Die allermeisten Partner sind ähnlich alt, der Mann ist im Durchschnitt bis zu drei Jahre älter als die Frau. Das hat den Vorteil, dass die Partner über ähnliche Entwicklungserfahrungen verfügen, sind sie doch in derselben Epoche aufgewachsen. Das schafft Verbundenheit.
Evolutionär gesehen macht es aber auch Sinn, wenn der Mann wesentlich älter ist als seine Partnerin. Jüngere Männer sind triebgesteuerter als ältere, sie wollen ihren Samen noch überall verstreuen, das ist ihnen genetisch eincodiert. Reife Männer, die um eine zehn oder 15 Jahre jüngere Frau werben (äußere Reize, auf die Männer fixiert sind!), verdienen eine Chance, denn sie sind viel treuer. Sie haben ihre Erfahrungen gemacht, sich "die Hörner abgestoßen" und wissen nun, worauf es in einer Partnerschaft ankommt.
Wir alle kennen die saturierten Männer mit Bauchansatz und Haaren im Rückzug, die sich mit einer sehr viel jüngeren Frau, womöglich auch noch blond, langbeinig und vollbusig, wie mit einem Statussymbol schmücken. Man lacht darüber, in vielen Fällen ist es auch lächerlich. Aber in reichlich viel Fällen kann es auch eine intakte Verbindung sein.
Bei Männern, die sich für ältere Frauen begeistern, ist es schwieriger. Evolutionsmäßig ist diese Euphorie nicht vorgesehen, denn es geht unterbewusst immer um die Gebärreife, um den Nachwuchs - das ist als Programm noch in uns festgeschrieben. Doch die Entwicklung unserer Zivilisation erlaubt uns Männern inzwischen auch, dass wir eine Frau gut finden, die einige Jahre vor uns geboren ist. Dabei geht es auch um innere Werte, Zuwendung, Zärtlichkeit und sogar - nicht nur für Muttersöhnchen - Mütterlichkeit. Frauen sind nun mal kommunikativer, aufgeschlossener und zärtlicher. Und sie bleiben immer länger eindrucksvoll, es gibt ausgesprochen schöne reife Frauen.
4. Ähnliche Lebensereignisse bringen das Gefühl der Übereinstimmung hervor. Begegnen sich zwei Verwitwete, zwei Alleinerziehende von Kindern oder zwei, die beide in jungen Jahren einen Elternteil durch Krankheit oder Unfall verloren haben, verbindet das sofort.
Gemeinsame Interessen dagegen sind nett, geben aber nicht den Ausschlag für eine Verbindung. Wenn zwei Partner gern Tennis spielen, können sie zusammen ihren Sport absolvieren. Spielen sie aber gegeneinander und der eine gewinnt immer wieder, weil er einfach über die bessere Technik verfügt, könnte der Verlierer wütend sein. Man muss nicht alles gemeinsam haben.
Anders dagegen ist es bei der Bildung. Ein ähnliches Bildungsniveau ist für eine Beziehung eindeutig von Vorteil. Man teilt gemeinsame Interessen, kann sich darüber unterhalten, es gibt keine Verständniskluft, die nicht zu überwinden wäre.
5. Welche Rolle spielt das Seelische? Der Partner ist ausgeglichen und bewahrt stets die Ruhe, die Partnerin ist nervös, motorisch, angespannt - kann das gutgehen? Meistens nicht. Die psychische Stabilität beider Partner gehört zum Fundament der Beziehung, trägt sie. Paare, die unglücklich sind miteinander oder sich getrennt haben, sind seelisch oft sehr gegensätzlich. Auf Dauer ist das eine zu schwere Belastung für eine Partnerschaft.
Allerdings: Bis zu einem gewissen Grad kann man sich in einer Partnerschaft arrangieren, kann sich gegenseitig psychisch stützen und bei negativen Erfahrungen oder Misserfolgen helfen.
6. Wie wichtig ist die berufliche Leistungsfähigkeit der Partner, der Wunsch voranzukommen, etwas zu schaffen? Das spielt eine bedeutsame Rolle, denn die großen Herausforderungen unserer Zeit liegen auf dem Feld der Arbeit. Das bedeutet: Am Ball bleiben, ständige Fort- und Weiterbildung, kreativ sein, tüchtig sein, fleißig, sich nicht fallen lassen.
Da gibt es natürlich große Gegensätze. Manche sind aktiv, es ist ihre Grundhaltung. Andere sind meditativ, beschaulich warten sie ab, was kommt. Das kann zu erheblichen Reibungen zwischen Partnern führen. Manche gehen als zu Hause verwöhnte Menschen in eine Beziehung, erwarten vom Partner ähnliche Verhaltensmuster wie vom Vater oder der Mutter. Andere mussten schon früh ihr Leben selbst in die Hand nehmen, sich durchbeißen. Hier müssen sich Partner gut kennen lernen und prüfen, damit sie wissen, was auf sie zukommt.
Viele Partnerschaften scheitern an Alltagsproblemen, die nicht angemessen gemeistert werden, wo es auch falsche Erwartungen gab. Ein Einzelkind ist anderes als die Drittgeborene. Eine Erstgeborene ist anders als das Nesthäkchen. Erstgeborene sind in der Regel fleißig und strebsam, Zweitgeborene sind oft Rebellen und nicht bereit zu schneller Anpassung. Es ist statistisch belegt, dass es Erstgeborene zu Erstgeborenen zieht und dass Zweitgeborene an Zweitgeborene geraten. Der Charakter ist eben oft entscheidend.
7. Die Ähnlichkeit der Situation in den beiden Ursprungsfamilien der Partner ist ausschlaggebend. Das haben mehrere internationale Studien nachgewiesen. Ein Mann fühlt sich zu einer Frau hingezogen, die in ihrem Zuhause in einem ähnlichen Kontext gelebt hat wie er selbst. Eine Art von "Stallgeruch" spielt da eine Rolle.
Ähnliche Familienwelten schaffen ähnliche Rollenmuster. Wenn der Vater des Partners ein strebsamer Mann war, der das Beste für seine Familie wollte, wird er ebenfalls versuchen, diese Rolle auszufüllen. Wenn er erlebt hat, dass seine Mutter ihn immer unterstützt hat, ihm das Soziale nahebrachte und bei Enttäuschungen, die im Leben nicht ausbleiben, hinter ihm stand, wird er das auch von seiner Partnerin erwarten. Bei ihr ist es umgekehrt genau so. Es ist nachgewiesen, dass aus dieser Ähnlichkeitswahl stabile und glückliche Partnerschaften hervorgehen. Die Basis stimmt einfach.
Kehren wir zurück zu Prince Charles (als Beispiel). Er war zu alt und zu linkisch für Diana und hat sie trotzdem geheiratet. Er hat sich nicht zu Camilla bekannt, weil eine junge schöne Frau ihm den Kopf verdreht hat. Und Diana? Wir wissen, dass sie durchaus eine Neigung zur guten Partie hatte. Sie war nicht von Leidenschaft für Charles erfüllt, sondern vielleicht von der Vorstellung, einmal mit dem König von England verheiratet zu sein.
Liebe hat bei den beiden nicht die größte Rolle gespielt, sie haben sich nicht genug einander gespiegelt, sie haben nicht intensiv über sich nachgedacht. Das musste schiefgehen, dass es dann sogar tragisch wurde, ist bedauerlich.
Kein Wunder, dass Charles und Camilla so gut zusammenpassen. Beide haben eine gescheiterte Ehe hinter sich, beide wissen nun, worauf es ankommt. Beide sehen ähnlich mäßig aus (böse Stimmen sagen: ähnlich schlecht). Beide sind Erstgeborene, besitzen den gleichen etwas derben Humor, haben je zwei Kinder großgezogen und stammen aus Familien, in denen sich die Eltern nicht trennten, obwohl es Schwierigkeiten gab. An Bildung, Lebenserfahrung und Lebensart sind beide nahezu gleich. Das verbindet.
Gut, ein Traumpaar kann man sie nicht nennen. Aber wahrscheinlich sind sie es, nachdem sie sich nach so vielen Umwegen und Erfahrungen doch noch gefunden haben.
Als Charles 2005 seine Jugendliebe und langjährige Gebliebte Camilla Parker-Bowles heiratete, war das kein Medienereignis. Es gibt kein Foto der beiden mit einer Kussszene. Doch der englische Thronfolger und seine jetzige Frau scheinen miteinander gut auszukommen und glücklich zu sein. Die beiden passen offenkundig gut zusammen.
Wer passt zu mir? Das ist für jeden Menschen, der einen anderen Menschen lieben und mit ihm zusammen leben will, die entscheidende Frage. Viele, vermutlich die meisten, die sich zusammentun, denken über diese Frage nicht genau nach. Sie lassen sich bei der Partnerwahl blenden von äußerlichen Kriterien und momentanen Stimmungen, schauen aber nicht genau hin. Man könnte auch formulieren: Lassen nicht ihr Herz sprechen, prüfen sich selbst nicht ausreichend. Dabei entscheidet die richtige Beantwortung dieser Frage über Glück und Unglück, sie kann schwere Enttäuschung ersparen und sinnloses langes Leiden verhindern.
Welche Kriterien sprechen für eine Verbindung? Die Psychologen, unter ihnen viele renommierte Fachleute, haben sieben ausgemacht.
1. Gegenseitige Sympathie ist die wichtigste Voraussetzung. Sympathie entsteht dort, wo zwei Menschen entdecken, dass sie sich ähnlich sind. Nicht äußerlich, sondern bei den Ansichten und Übereinstimmungen, im ähnlichen Denken über Sachverhalte, politische und gesellschaftliche Ereignisse und bei Erfahrungen in ihrer Vergangenheit, bei denen sie ähnliche Entscheidungen getroffen haben.
Der Satz "Gegensätze ziehen sich an" ist für das Liebesglück unzutreffend. Ähnlichkeiten ziehen einander an, ohne dass Gleichmacherei vorherrscht. Die ausdauerndsten Paarbeziehungen, von gegenseitigem Respekt und tiefer Zuneigung erfüllt, erleben Menschen, die demselben oder einem recht ähnlichem sozialen Milieu entstammen. Das ist wissenschaftlich nachgewiesen.
Dieses Sympathiemuster gilt auch bei Freundschaften und überhaupt, wenn wir anderen Menschen begegnen. Stellen wir ähnliche Gedanken und Überzeugungen fest, breitet sich in unserem Innern ein Wohlgefühl aus. Wir fühlen uns verstanden und angenommen. Das ist auch ein Grund dafür, warum so viele multikulturelle Verbindungen nach dem Abflauen des Liebesrauschs (sechs Monate bis höchstens drei Jahre) nicht mehr funktionieren. Wir erkennen im anderen das Fremde, das, was uns letztlich von ihm trennt. Der/die andere gehört einem anderen Kulturkreis an, zu dem für uns - trotz aller Toleranz und Offenheit - letztlich keine Brücke führt.
2. Wir erwählen uns einen Ehepartner, der uns ähnlich ist im Aussehen. Psychologen haben in letzter Zeit erhärten können, was sie immer schon ahnten: Ein Mann wählt eine Frau, die seiner Mutter ähnelt. Eine Frau fühlt sich zu einem Mann hingezogen, der ihrem Vater ähnlich ist. Das Idealbild des gegengeschlechtlichen Elternteils spielt - unbewusst - stets eine Rolle. 80 Prozent der Menschen verhalten sich danach - weltweit -, nur 20 Prozent wählen oppositionell. Unter letzteren gibt es dann die meisten Trennungen.
Allerings besteht hier ein Unterschied zwischen Männern und Frauen. Für Männer ist das Aussehen ihrer Erwählten wichtiger als für eine Frau. Dazu gibt es eine Fülle wissenschaftlicher Studien. Der Mann wählt also mehr nach dem äußeren Bild, der Frau sind neben der äußeren Erscheinung auch innere Werte zunehmend wichtig. Daraus schließen die Forscher: Letztlich entscheidet die Frau, ob zwei zusammenpassen. Sie blickt tiefer, ist gründlicher, überlegt länger. Männer verlassen sich zu sehr auf den äußeren Schein, und sind dann sehr ernüchtert, wenn sie eines Morgens eine zerknitterte Frau neben sich im Bett liegen sehen. Oder sie haben Probleme mit dem Altwerden ihrer Gefährtin. Frauen kommen mit der Realität offenkundig besser zurecht.
3. Auch das Alter spielt eine Rolle, aber nicht die entscheidende. Die allermeisten Partner sind ähnlich alt, der Mann ist im Durchschnitt bis zu drei Jahre älter als die Frau. Das hat den Vorteil, dass die Partner über ähnliche Entwicklungserfahrungen verfügen, sind sie doch in derselben Epoche aufgewachsen. Das schafft Verbundenheit.
Evolutionär gesehen macht es aber auch Sinn, wenn der Mann wesentlich älter ist als seine Partnerin. Jüngere Männer sind triebgesteuerter als ältere, sie wollen ihren Samen noch überall verstreuen, das ist ihnen genetisch eincodiert. Reife Männer, die um eine zehn oder 15 Jahre jüngere Frau werben (äußere Reize, auf die Männer fixiert sind!), verdienen eine Chance, denn sie sind viel treuer. Sie haben ihre Erfahrungen gemacht, sich "die Hörner abgestoßen" und wissen nun, worauf es in einer Partnerschaft ankommt.
Wir alle kennen die saturierten Männer mit Bauchansatz und Haaren im Rückzug, die sich mit einer sehr viel jüngeren Frau, womöglich auch noch blond, langbeinig und vollbusig, wie mit einem Statussymbol schmücken. Man lacht darüber, in vielen Fällen ist es auch lächerlich. Aber in reichlich viel Fällen kann es auch eine intakte Verbindung sein.
Bei Männern, die sich für ältere Frauen begeistern, ist es schwieriger. Evolutionsmäßig ist diese Euphorie nicht vorgesehen, denn es geht unterbewusst immer um die Gebärreife, um den Nachwuchs - das ist als Programm noch in uns festgeschrieben. Doch die Entwicklung unserer Zivilisation erlaubt uns Männern inzwischen auch, dass wir eine Frau gut finden, die einige Jahre vor uns geboren ist. Dabei geht es auch um innere Werte, Zuwendung, Zärtlichkeit und sogar - nicht nur für Muttersöhnchen - Mütterlichkeit. Frauen sind nun mal kommunikativer, aufgeschlossener und zärtlicher. Und sie bleiben immer länger eindrucksvoll, es gibt ausgesprochen schöne reife Frauen.
4. Ähnliche Lebensereignisse bringen das Gefühl der Übereinstimmung hervor. Begegnen sich zwei Verwitwete, zwei Alleinerziehende von Kindern oder zwei, die beide in jungen Jahren einen Elternteil durch Krankheit oder Unfall verloren haben, verbindet das sofort.
Gemeinsame Interessen dagegen sind nett, geben aber nicht den Ausschlag für eine Verbindung. Wenn zwei Partner gern Tennis spielen, können sie zusammen ihren Sport absolvieren. Spielen sie aber gegeneinander und der eine gewinnt immer wieder, weil er einfach über die bessere Technik verfügt, könnte der Verlierer wütend sein. Man muss nicht alles gemeinsam haben.
Anders dagegen ist es bei der Bildung. Ein ähnliches Bildungsniveau ist für eine Beziehung eindeutig von Vorteil. Man teilt gemeinsame Interessen, kann sich darüber unterhalten, es gibt keine Verständniskluft, die nicht zu überwinden wäre.
5. Welche Rolle spielt das Seelische? Der Partner ist ausgeglichen und bewahrt stets die Ruhe, die Partnerin ist nervös, motorisch, angespannt - kann das gutgehen? Meistens nicht. Die psychische Stabilität beider Partner gehört zum Fundament der Beziehung, trägt sie. Paare, die unglücklich sind miteinander oder sich getrennt haben, sind seelisch oft sehr gegensätzlich. Auf Dauer ist das eine zu schwere Belastung für eine Partnerschaft.
Allerdings: Bis zu einem gewissen Grad kann man sich in einer Partnerschaft arrangieren, kann sich gegenseitig psychisch stützen und bei negativen Erfahrungen oder Misserfolgen helfen.
6. Wie wichtig ist die berufliche Leistungsfähigkeit der Partner, der Wunsch voranzukommen, etwas zu schaffen? Das spielt eine bedeutsame Rolle, denn die großen Herausforderungen unserer Zeit liegen auf dem Feld der Arbeit. Das bedeutet: Am Ball bleiben, ständige Fort- und Weiterbildung, kreativ sein, tüchtig sein, fleißig, sich nicht fallen lassen.
Da gibt es natürlich große Gegensätze. Manche sind aktiv, es ist ihre Grundhaltung. Andere sind meditativ, beschaulich warten sie ab, was kommt. Das kann zu erheblichen Reibungen zwischen Partnern führen. Manche gehen als zu Hause verwöhnte Menschen in eine Beziehung, erwarten vom Partner ähnliche Verhaltensmuster wie vom Vater oder der Mutter. Andere mussten schon früh ihr Leben selbst in die Hand nehmen, sich durchbeißen. Hier müssen sich Partner gut kennen lernen und prüfen, damit sie wissen, was auf sie zukommt.
Viele Partnerschaften scheitern an Alltagsproblemen, die nicht angemessen gemeistert werden, wo es auch falsche Erwartungen gab. Ein Einzelkind ist anderes als die Drittgeborene. Eine Erstgeborene ist anders als das Nesthäkchen. Erstgeborene sind in der Regel fleißig und strebsam, Zweitgeborene sind oft Rebellen und nicht bereit zu schneller Anpassung. Es ist statistisch belegt, dass es Erstgeborene zu Erstgeborenen zieht und dass Zweitgeborene an Zweitgeborene geraten. Der Charakter ist eben oft entscheidend.
7. Die Ähnlichkeit der Situation in den beiden Ursprungsfamilien der Partner ist ausschlaggebend. Das haben mehrere internationale Studien nachgewiesen. Ein Mann fühlt sich zu einer Frau hingezogen, die in ihrem Zuhause in einem ähnlichen Kontext gelebt hat wie er selbst. Eine Art von "Stallgeruch" spielt da eine Rolle.
Ähnliche Familienwelten schaffen ähnliche Rollenmuster. Wenn der Vater des Partners ein strebsamer Mann war, der das Beste für seine Familie wollte, wird er ebenfalls versuchen, diese Rolle auszufüllen. Wenn er erlebt hat, dass seine Mutter ihn immer unterstützt hat, ihm das Soziale nahebrachte und bei Enttäuschungen, die im Leben nicht ausbleiben, hinter ihm stand, wird er das auch von seiner Partnerin erwarten. Bei ihr ist es umgekehrt genau so. Es ist nachgewiesen, dass aus dieser Ähnlichkeitswahl stabile und glückliche Partnerschaften hervorgehen. Die Basis stimmt einfach.
Kehren wir zurück zu Prince Charles (als Beispiel). Er war zu alt und zu linkisch für Diana und hat sie trotzdem geheiratet. Er hat sich nicht zu Camilla bekannt, weil eine junge schöne Frau ihm den Kopf verdreht hat. Und Diana? Wir wissen, dass sie durchaus eine Neigung zur guten Partie hatte. Sie war nicht von Leidenschaft für Charles erfüllt, sondern vielleicht von der Vorstellung, einmal mit dem König von England verheiratet zu sein.
Liebe hat bei den beiden nicht die größte Rolle gespielt, sie haben sich nicht genug einander gespiegelt, sie haben nicht intensiv über sich nachgedacht. Das musste schiefgehen, dass es dann sogar tragisch wurde, ist bedauerlich.
Kein Wunder, dass Charles und Camilla so gut zusammenpassen. Beide haben eine gescheiterte Ehe hinter sich, beide wissen nun, worauf es ankommt. Beide sehen ähnlich mäßig aus (böse Stimmen sagen: ähnlich schlecht). Beide sind Erstgeborene, besitzen den gleichen etwas derben Humor, haben je zwei Kinder großgezogen und stammen aus Familien, in denen sich die Eltern nicht trennten, obwohl es Schwierigkeiten gab. An Bildung, Lebenserfahrung und Lebensart sind beide nahezu gleich. Das verbindet.
Gut, ein Traumpaar kann man sie nicht nennen. Aber wahrscheinlich sind sie es, nachdem sie sich nach so vielen Umwegen und Erfahrungen doch noch gefunden haben.
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