"Vor einem halben Jahr entließ das Unternehmen, in dem ich zehn Jahre gearbeitet hatte, fast die Hälfte der Angestellten. Darunter war auch ich. Seitdem war ich arbeitslos und die Aussichten, eine neue Beschäftigung zu finden, waren nicht besonders gut.

      Wir haben vier Kinder und mußten mit wenig Geld über die Runden kommen. Da wir einen Kredit auf unser Haus abzuzahlen hatten, blieb nur wenig übrig für den Lebensunterhalt. Besonders zum Monatsende konnten wir nur noch das Nötigste einkaufen.

      Die Tatsache, nicht ausreichend für meine Familie sorgen zu können, beschämte mich sehr. Manchmal kam ich mir nutzlos und wie ein Versager vor. Wenn die Kinder ihre vielfältigen Wünsche äußerten, mußte ich fast immer ablehnen. Wie gerne hätte ich ihnen die begehrte Puppe, das Spielzeugauto oder die neue Hose gekauft! Verschlimmernd kam hinzu, dass ich manchmal aggressiv und wütend reagierte, wenn das Geld wieder einmal verbraucht war. Besonders meine Frau litt unter meiner Unzufriedenheit.

      Mir war klar, dass es so nicht weitergehen konnte. Ich besprach meine Situation mit einem Freund, der mich seit einigen Wochen immer mitnahm zu seinem Kreis. Er erzählte mir davon, welchen Stellenwert das Evangelium in seinem Alltag habe. Ich verstand im Gespräch, dass Geld nicht alles war, und dass ich in meinem Leben einiges ändern wollte.

      Auch wenn es mir sehr schwer fiel, bat ich noch am gleichen Abend meine Frau um Verzeihung. Sie umarmte mich und sagte: "Gemeinsam schaffen wir das schon." Wir sprachen noch lange über unsere finanzielle Situation und vereinbarten, auch die Kinder in unsere Überlegungen mit einzubeziehen.

      Seitdem entscheiden wir gemeinsam, wie wir Monat für Monat mit dem wenigen Geld über die Runden kommen können, und irgendwie gelingt es uns auch. Viel wichtiger ist aber, dass der Familienfriede wieder hergestellt ist.    V.P.