Mal Hand aufs Herz meine Herren, wer von Ihnen hatte noch nicht solche Träume? Ist es nicht herrlich in diese Pracht zu fassen und den Duft des Pflegemittels und einen Hauch von Parfüm zu riechen, sein Gesicht darin zu vergraben? Haare, ihre magische Wirkung auf das männliche Geschlecht sind schon seit Ur-Zeiten bekannt. Zeigen sie doch Vitalität und Gesundheit der Trägerin an. Haare sind Ausdruck des Stiels und der eigenen Wertschätzung. Sie spiegeln die Mode und die Lebenseinstellung der Frau wieder. Aber nicht nur Männer sind von dieser Schönheit besessen, sondern auch Frauen legen oft Wert auf kräftiges Haar beim Mann. Welche Frau träumt nicht davon im wilden Rausch der körperlichen Vereinigung sein Haar zu packen und seinen Kopf sanft zu sich zu ziehen um mit einem tiefen Kuss die Zügellosigkeit in ungeante Höhen zu treiben.
Lassen Sie mich Sie, liebe Leser, in eine kurze Excursion der Mythen und Legenden entführen.
Wer kennt sie nicht, Medusa, die Sterbliche der drei Gorgonen. Sie war wunderschön und wird in den Legenden als eine Frau mit langen Haaren beschrieben. Medusa war Priesterin im Tempel der Aphrodite, der Göttin der Liebe und Schönheit. Der Meeresgott Poseidon verführte die Priesterin und liebte sie auf dem Altar der Aphrodite. Kein Wunder, das die hier genannte Götten wütend wurde und die angesprochene Dame sehr hart bestrafte. Sie verwandelte Medusa in das Ebenbild ihrer Schwestern. Auf ihrem Haupt wuchsen Schlangen und auch ihr Körper wurde mit Schuppen und Klauen verunstaltet. Rießige Zähne ragten aus dem einst so herrlichen Mund. Nun kann man sich ja vorstellen, das die einst bezaubernde Medusa darüber nicht sehr glücklich war. Ich denke sie war stink wütend, wurde doch nur sie bestraft und der gnädige Herr Poseidon kam mit einer Verwarnung davon. Klar das die missgestaltete Dame dann darauf aus war, alle männlichen Wesen in Stein zu verwandeln.
Ich muss zugeben, das auch ich sehr unangenehm reagieren würde, wenn ich auf einmal mit abscheulichen sich schlängelnden und geifernden Schlangen auf meinem Kopf herumrennen müsste. Nun möchte ich Ihnen ein richtiges Sahnestückchen vorstellen als Vertreter unserer männlichen Haarträger - Samson. Falls Sie nicht wissen, auf wen ich anspiele, so möchte ich kurz erläutern. Samson wurde als Sohn der Mara geboren, der sich durch ungewöhnliche Stärke auszeichnete. Er war zum Retter der Israeliten vor den Philistern auserkoren. Leider wie so oft wurde er verraten von einer wunderschönen Frau und endete blind und gedemütigt in Gefangenschaft. Seine ungeheure Stärke verdankte er seinem langen Haupthaar. Als Daliha sein Geheimnis heraus fand, verriet sie ihn und ihm wurde im Schlaf das Haar geschoren.
Die Erzählungen von der Magie der Haare und deren Wundertätigkeiten kann man in so vielen Geschichten und Mythen in allen Epochen und Völkern finden. Auch heute ist die Magie dieser Schönheit nicht verloren gegangen. Also liebe Damen, weg mit den Zöpfen, zeigt eure Haare in ihrer Pracht und Lebendigkeit, und Sie, liebe Herren, keine Frau mag es in mit Gel und Cremes steif gestylten Haarnadeln herum zu graben und sich noch Wunden an den Fingern zu reißen. Freiheit für die Haare ist das Motto.
Ich hoffe, Ihnen hat der kleine Ausflug in die Mythen und Legenden gefalle, und Sie werden in meinen Ausführungen kein Haar in der Suppe finden.
Eure Hayat
