Das jüngste Gericht

Michael und Christiane kamen gerade aus der Kirche. Der Pfarrer hatte in der heutigen Predigt davon erzählt, dass Jesus 10 Aussätzige geheilt hat, aber nur ein einziger zurück kam, um sich zu bedanken. Es war ein Mann aus Samarien. Wir kennen ihn heute als den barmherzigen Samariter. Er gab seiner Dankbarkeit für die Heilung reichen Ausdruck, indem er vielen Menschen half Er hatte sich Jesus zu Füßen geworfen, um sich zu bedanken. Jesus sprach: „Steh auf und geh!“ Unter anderem meinte er damit, Erniedrige Dich nie wieder vor anderen, denn Du bist eine Schöpfung Gottes wie ich. Außerdem, wenn Du Gott danken willst, dann drücke Deine Dankbarkeit in Taten aus, in dem Du anderen hilfst, gemäß dem Bibelwort: „Das, was Du dem Geringsten getan, hast du mir getan“.
Ja, wie gering der Stand eines Wesens auch sein mag, es sind alles Gottes Geschöpfe. Gott liebt alle gleich. Nicht einen für 1,95 und einen anderen für 1000.
Gott gibt uns die Kraft zum Leben und das „Jüngste Gericht“ tagt jeden Augenblick!
Jede einzelne Entscheidung, die wir treffen, müssen wir vor unserem Gewissen, das uns Gott als eine Art Waage gab, „wiegen“.
Die Waage, unser Gewissen fragt in jedem Moment: „ Was hast Du mit der Lebenskraft, die Gott dir für diesen Augenblick gab, getan?“ Hast Du Dir und anderen damit Freude bereitet zum Beispiel etwas schönes gemacht, geholfen oder hast Du etwas eigennützig auf Kosten anderer getan oder ihnen gar weh getan?
Es gibt keine Garantie im Leben! Nicht einmal für den nächsten Atemzug oder Herzschlag! Was hast Du mit diesem Atemzug mit der Liebe, die Gott Dir gab getan?

Bist Du es wert einen weiteren zu bekommen?

Ja! Denn Gott wertet nicht!!!
Aber er fühlt alles mit, was Du anderen tust, und es tut weh, wenn Du gegen die Regeln verstößt.
Außerdem ist jeder Moment, den Du gegen die Regeln verstößt, eine Portion Gift, die die Zellen deines Körpers vergiftet und ihn langsam sterben lässt. Wie gehst Du mit dem Tempel Gottes, Deinem Körper um? Lässt Du ihn ein Werkzeug Gottes sein, oder befriedigst Du nur Deine privaten Gelüste?
Spätestens, wenn wir so viel Gift in unserem Körper angehäuft haben, dass wir krank werden, ist es höchste Zeit zu fragen, Bilanz zu ziehen: Was haben wir mit unserem Leben gemacht? Durch „die letzte Tür“ gehen wir ohne Taschen. Was zählt ist weder Reichtum, noch Ruhm, sondern nur: wie glücklich waren wir?
Wie viele Menschen haben wir glücklich gemacht, ihnen eine Freude bereitet?
Strahlend glückliche Augen nach tiefstem Schmerz und höchstem Glück, ein Glocken helles Kinder-Lachen, Liebe, die verzeiht, obwohl uns weh getan wurde? Gib, Was Du haben willst!
Das wohl wichtigste Gesetz in diesem Zusammenhang ist:
Alles, was Du denkst, sagst, tust, hat Konsequenzen!
Es gibt keine Schuld! Nur Konsequenz.
Nun, bei den Taten mag das den Meisten ja noch einleuchten. Es ist eben ein Unterschied ob ich jemand liebevoll in den Arm nehme oder ihn umbringe.
Aber Worte? Nun hat wohl schon die Erfahrung gemacht, dass Worte einen tief prägen. Sätze, an die man sich ewig erinnert. Angenehme oder welche, die uns verletzt haben.
Und Gedanken? Wie oft haben sie sich schon bei Gedanken ertappt, wo sie dachten; „Hoffentlich weiß der andere nicht, was ich jetzt denke!“
Oft lässt uns unsere Feigheit Dinge verheimlichen, aber Heimlichkeiten sind Gift. Sie machen erpressbar, ängstlich, aggressiv oder zurückhaltend.
Können wir diesem Menschen unbefangen ins Gesicht schauen? Können wir uns ihm zeigen wie wir sind?
Was ist, wenn er meine Gedanken lesen könnte?
Gott kann es, Engel und manche Menschen auch!

Wie war das mit. „Was hast Du mit Deiner geschenkten Energie getan?“
Heimlichkeiten statt liebevolle Gedanken, Worte, Taten?
Sieh Dich vor! Gott Straft nie, aber die Gesetze gelten für jeden! Ob wir sie nun kennen oder nicht. (Unwissenheit schützt nicht vor „Strafe“ / Konsequenz!!)
Möchtest Du noch einen Atemzug?
Ja, jeden Moment stehen wir vor der Wahl und dem härtesten Richter der Welt: uns selbst / unserem Herzen!
Gottes Wege sind Wege des Herzens!
Unser Herz ist die Waage, mit der wir alles wiegen: Gedanken, Worte, Taten. Und sollten wir auf die Idee kommen unser Herz zu belügen, Dinge zu verheimlichen, können wir sicher sein unser Herz weiß alles! Und der Schmerz des Betrugs vergiftet es.
Warum gibt es ausgerechnet heute, in dieser „herzlosen Zeit“ so viele Herzerkrankungen und Todesfälle wegen „Herz-Versagen“ (= sich SELBST das Herz ver-sagen!!!) in epidemischen Ausmaßen?
Die Waage ist kaputt! Aber ohne Waage, keine neue Lebensenergie! So einfach ist das.
Nun früher oder später lernt es jeder, aber nicht jeder hat noch die Chance die Erkenntnis auch umzusetzen. Darum schau JETZT: Wie geht es Deinem Körper? Wie geht es Deinem Herz? Viel Liebe oder viel Gift? Oder wolltest Du es so oft nicht wissen, dass Du es jetzt nicht mal fühlen kannst?
Ja, Gott liebt Dich! So wie Du bist. Mit all Deinen Unzulänglichkeiten. Liebst Du Dich auch so? Oder schüttest Du ständig Gift ins Herz: „Ich tauge nichts, ich kann nicht..., hätte ich nur... könnte ich nur...
Zweifel: Hätte ich dieses oder jenes sagen / tun sollen?
Es ist egal, es ist vorbei!
Bereue, wenn nötig und sieh zu, dass es das nächste Mal besser wird. Du kannst sicher sein, es gibt bald eine neue Chance. Versuch es wenigstens. Nur für Faulheit und Trotz gibt es keine Entschuldigung. Wenn Du es ehrlich versuchst, ist es egal, wie weit Du kommst. Ehrlichkeit ist das, was zählt, nicht wie perfekt Du bist. Ehrlichkeit ist die Instanz des Herzens!
Wie geht es Deinem Herz jetzt? Spürst Du seine Signale, oder läufst Du weg? Mit Zigaretten, Alkohol und anderen Drogen, mit Kaffee, Arbeit ohne Ende oder Zynismus?
Wie viele Menschen hast Du heute glücklich gemacht? Wie vielen hast Du ein Lachen geschenkt oder ihnen gar eines entlockt?
„Da, wo zwei oder mehr in meinem Namen zusammen kommen, bin auch ich“, sagt Gott.
Gottes Wege sind die Wege des Herzens. Welchen Weg gehst Du?

Redest Du nur darüber, rennst sonntags scheinheilig zur Kirche und den Rest der Woche benutzt Du überall die Ellenbogen? Oder bist Du Vor-Bild und lebst es auch?

„Warum redest Du ständig von Gott? Ich brauche keinen Gott“ sagte ein kleiner Junge neulich zu mir. Welche Vorbilder hatte dieser Junge wohl? Wie viel Schmerz hat er bereits als Kind erlebt, dass er nicht mehr die Wege des Herzens kennt und die Stimme des Herzens nicht mehr hört? Welches Vorbild bist Du? Was hast Du mit Deiner Lebensenergie getan? Hast Du ihm den Weg des Herzens gezeigt...? Oder hast Du vor deinem eigenen Schmerz resigniert, ihn betäubt? Mit Arbeit, die Dich belastet, statt Dir Freude zu schenken? Damit, dass Du dich ständig um andere sorgst, anstatt um Dich selbst, mit Drogen, „Unter-Haltung“, billigem Zeitvertreib,...
Hast Du ständig ein fertiges Bild, wie etwas zu sein hat oder lässt Du der Natur ihren Lauf`?
Die Natur weiß am Besten, was natürlich ist, Du auch? Kannst Du das Herz der Natur fühlen, seinen Herzschlag, seinen Rhythmus? Hast Du womöglich das Kind ständig kritisiert, kein gutes Haar daran gelassen, wenn es in seiner Unbeholfenheit und Naivität auch mal Fehler macht oder nicht alles sofort perfekt ist. Gut Ding will Weile haben und das kostet Geduld, viel Geduld. Wie perfekt bist Du? Hast Du dem Kind den Mund verboten: „So etwas sagt man nicht“. Aber es heißt nicht umsonst:
„Kindermund tut Wahrheit kund!“ Meist unbequem, oft unseren Stolz verletzend, aber sind nicht wir die Vorbilder? Was denkst Du? Wie lebst Du? Welches Vorbild gibst Du?
Was können wir von Kindern lernen, wenn wir aufhören sie in die Zwangsjacke unserer Vor-Stellungen zu stecken, sie als billige Kopie von uns selbst zu „erziehen“.
Sie sind die Lehrer, die Meister von denen wir alles lernen können, wenn wir demütig gelernt haben sie so zu sehen, wie sie wirklich sind, zuzuhören was sie uns „sagen“ („Ohren haben zu hören“, die auch die Kommunikation OHNE Worte verstehen) zuzuschauen („Augen haben zu sehen“, die auch das verborgene sehen), ...

Willst Du noch einen Herzschlag?

Stell Dir vor, Du hast bei einem Wettbewerb folgenden Preis gewonnen: Jeden Morgen stellt Dir die Bank 86400,-€‚ auf Deinem Bankkonto zur Verfügung. Doch dieses Spiel hat auch Regeln, so wie jedes Spiel. Die erste Regel ist: Alles, was Du im Laufe des Tages nicht ausgegeben hast, wird Dir wieder weggenommen, Du kannst das Geld nicht einfach auf ein anderes Konto überweisen, Du kannst es nur ausgeben. Aber jeden Morgen, wenn Du erwachst, eröffnet Dir die Bank ein neues Konto mit 86400,-€ für den kommenden Tag. Zweite Regel: Die Bank kann das Spiel ohne Vorwarnung beenden, zu jeder Zeit kann sie sagen, Es ist vorbei. Das Spiel ist aus. Sie schließt das Konto und Du bekommst kein Geld mehr.
Was würdest Du tun? Du würdest Dir alles kaufen was Du möchtest? Nicht nur für Dich selbst, auch für alle Menschen, die Du liebst...vielleicht sogar für Menschen die Du nicht kennst, da Du das nie alles für Dich alleine ausgeben könntest...Du würdest versuchen, jeden Cent auszugeben und zu nutzen, oder? Aber eigentlich ist dieses Spiel Realität!!! Jeder von uns hat so eine "magische Bank". Wir sehen das nur nicht. Die magische Bank ist die Zeit. Jeden Morgen, wenn wir aufwachen, bekommen wir 86400 Sekunden Leben für den Tag geschenkt und wenn wir am Abend einschlafen, wird uns die übrige Zeit nicht gutgeschrieben. Was wir an diesem Tag nicht gelebt haben, ist verloren, gestern ist vergangen. Jeden Morgen beginnt sich das Konto neu zu füllen, aber die Bank kann das Konto jederzeit auflösen, ohne Vorwarnung. Was machst Du also mit Deinen täglichen 86400 Sekunden?

Alles liebe und Gottes Segen auf all Deinen (Herzens-) Wegen!

Sigurd Longardt, Sommer 2003, Kloster Reichenbach (1. Teil einer unvollendeten „Trilogie“)