Den Bock zum Gärtner.......  

 

Sie gehen spazieren.

An einem wunderbar sonnigen September Nachmittag und erfreuen sich an der spät sommerlichen Idylle. 

 

Vor ihren Augen rechts der Waldrand, links das immer noch saftige Grün auf dem einige hundert Schafe friedvoll grasen.  

 

Mitten in dieser Beschaulichkeit trifft sie ein derart heftiger Stoß in den Rücken, sie straucheln, sind wehrlos, verlieren das Gleichgewicht und fallen nach vorne. Genau auf ihre rechte Schulter.  

 

Keine Chance, den Sturz mit ausgestreckten Händen zu mildern, sich zu schützen.  Zu hart, zu unvermittelt mit zu großer Wucht holt sie der Stoß von den Beinen. 

 

Beim Aufprall ein jäher Schmerz in ihrer Schulter, sie können es hören, wie das Gelenk bricht. 

 

Sie liegen am Boden, ihnen ist übel, der Schmerz lähmt sie, sie sind orientierungslos, hilflos. 

 

Ein weiterer schwerer Stoß trifft sie in die Rippen und noch einer.  

 

Über ihnen, links oberhalb steht er, der Schafbock.  

 

Seine Zunge hängt halb aus dem Maul, seine Vorderläufe gespreizt, so als wolle er abwarten, ob der getroffene einen weiteren Durchgang wünsche.  

 

Mit Mühe kramen sie ihr Handy hervor. „Bitte hole mich hier ab, ich hatte einen Unfall“ 

 

Fünfzehn Minuten später werden sie abgeholt, halb wahnsinnig vor Schmerzen. Zum Krankenhaus, Röntgen, OP.  

 

Das ist eineinhalb Jahre her. Die Schulter ist halb steif, die Beweglichkeit reduziert. Wenig Aussicht auf Besserung.  

 

Sie prozessieren, nein nicht mit dem „Bock“, mit dem Bauern, der das Gatter offen lies.

 

 Folgeschaden, Schmerzensgeld etc.  

 

Ihr Prozess wird in die nächst höhere Instanz verwiesen.

 

Sie haben keinen Zeugen, was das Gericht überfordert.   

 

Dabei wäre es doch so einfach gewesen, den „Sanka“ mit Notarzt zu rufen, anstelle ihrer Freundin.   

 

Für den Bock eine multiple Herausforderung bei klarer „Beweisführung!“ seiner Angriffslust.....

 

für sie die Erkenntnis, dass „lammfromm“ nicht auf alles zutrifft, was „Hörner“ trägt.....   

 

Nacherzählt heute 9:30 bei einem Espresso..... mit dem "Gefallenen!"

 

W. Griffelspitzer