Da war es wieder, was die Leute das schwarze Loch nannten. Er konnte es spüren, es fing in seinem Bauch an. Ein grummeln war dort, als wenn man nicht zufrieden ist. Nichts, konnte man ihm heute recht machen, egal was jeder machte, er hatte immer was zu meckern. Seine Arbeitskollegen hatten das heute morgen schon zu spüren bekommen.
Der Müller, der ihn heute morgen so fröhlich begrüßte und ihm einen wunderschönen guten Morgen wünschte, der kriegte nur ein klägliches, Moin, zu hören. Dann der Helmut, der ihm im Büro gegenüber saß, und ihm erzählen wollte, was seine Kinder am Montag ausgefressen hatten, den schaute er nur vorwurfsvoll an, und sagte ihm, dass er eine Menge Arbeit zu erledigen hatte und keine Zeit für Privatgespräche. Sie sollten ihn nur in Ruhe lassen. Er wollte seine 8 Stunden hinter sich bringen und sich dann in seine Wohnung verkrümmeln.
Es war 16.00 Uhr und endlich hatte er seine Arbeit hinter sich gelassen. Nun war er zuhause, dort wo ihn keiner störte, wo keiner auf ihn wartete. Er überlegte kurz ob er einen Spaziergang machen sollte, in den Park, meistens besserte sich seine Laune wenn er ging. Dann schaute er der alten Frau zu, die immer um die selbe Zeit in den Park kam und die Enten fütterte. Er zog seine Jacke an und ging los. Das Gehen half ihm oft aus dem Loch wieder raus zu kommen, aber heute wollte ihm das nicht gelingen.
Die Gedanken waren in seinem Kopf und machten mit ihm etwas. Es waren keine schönen Gedanken. Er fragte sich, warum er da sei und was er hier noch sollte. Er war doch eigentlich zu nichts nutze. Jeder Tag war wie der andere. Fast wie in dem Film mit dem Murmeltier. Es gab zur Zeit nichts, was ihm richtig Freude bereitete. Nicht einmal die alte Frau, die dort, wie jeden Tag die Enten fütterte. Er machte sich wieder auf den Heimweg, es war kalt und er würde sich einen heißen Tee machen, wenn er zuhause angekommen war.
Der Wasserkocher in der Küche blubberte laut. Er nahm sich eine Tasse und einen Teebeutel. Gute Laune, stand auf der Teeverpackung. Er war gespannt ob es ihm gute Laune machte diesen Tee zu trinken. Er setzte sich auf sein Sofa und trank den heißen Tee. Langsam wurde ihm wieder warm. Er sollte sich was zu essen machen, er hatte den ganzen Tag noch nicht richtig gegessen. Außer seiner Brote auf der Arbeit in der Frühstückspause. Er konnte sich nicht entscheiden was er essen sollte und aufraffen konnte er sich auch nicht. Er wollte einfach nur hier liegen auf dem Sofa und nicht denken müssen.
Er machte sich den Fernseher an. Er konnte sich nicht konzentrieren, was da im Programm lief, sein Kopf hörte nicht auf mit dem Denken. Immer wieder kreisten seine Gedanken was er hier noch sollte. Warum war er hier? Es gab nichts schönes in seinem Leben, sein Leben war einfach nur langweilig. Ja, er spürte es wieder. dieses Loch, in das er fiel, ganz langsam, wie in Zeitlupe, fiel er. Immer tiefer und tiefer. Je tiefer er fiel, desto dunkler wurde es um ihn....
Winnie
Bildquelle Joujou/pixelio.de
