WOLKE 9
Ein Film von Andreas Dresen
ab jetzt - 3. 09. - in den Kinos
Der Film wurde von der Filmbewertungsstelle Wiesbaden mit dem Prädikat „besonders wertvoll“
ausgezeichnet.
Begründung:
„Wolke 9“ ist eine Liebesgeschichte von eindringlicher Offenheit.
Sein Mut, aber auch seine Spontaneität und Authentizität macht den Film „Wolke 9“ zu einem
Höhepunkt des Kinojahres 2008, nicht nur national, sondern auch international.
Beim Filmfestival von Cannes zählte der Film zu den Höhepunkten, der eine gesellschaftliche
Debatte angestoßen hat, zu dem Thema Sex und Liebe im Alter.
Andreas Dresen sagt: „Andere Völker haben ein viel aufgeklärteres Verhältnis zum Sex im Alter“
.
Ähnlich wie bei dem Film „Halbe Treppe“ gab es auch bei „Wolke 9“ vorher kein fertiges Drehbuch,
sondern eher eine Art Projektbeschreibung.
Andreas Dresen antwortet auf die Frage in einem Interview mit Patrick Wildermann
Auszug daraus:
Was haben Sie angesichts dieser alten Körper empfunden?
.
„Sie haben alle ihre Schönheit. Man darf natürlich nicht die Titelseiten-Models als Maßstab dagegenhalten,
aber im Vergleich zu denen fallen fast alle Menschen durchs Raster – nicht nur die alten. Es ist doch krank,
dass den Leuten suggeriert wird, sie müssten fünfmal am Tag ins Fitness-Studio rennen und dürften nichts
mehr essen. Uns geht es um Natürlichkeit. Wenn Inge am Anfang vier Treppen hoch gelaufen ist, ist sie
verschwitzt, na und? - Ich zeige ganz normal Körper“
.
ZITATE aus diesem Interview:
„Ich sehe in gealterten Gesichtern viel Lebenserfahrung und unzählige Geschichten. Ich habe mich in
diese Gesichter während des Drehens geradezu verliebt und gerne lange Großaufnahmen gemacht.“
„Die Sexszenen zu drehen war nicht halb so schwer wie die Situation, in denen die Menschen eher seelisch
nackt sind“
Die Hauptdarsteller: Ursula Werner als Inge, Horst Rehberg als Werner – der Ehemann von Inge und
Horst Westphal als den 76 jährigen Karl, der Liebhaber.
.
Auszug aus der Filmkritik von Patrick Wildermann:
„Auch Menschen jenseits der 60, sogar der 70 haben ein Liebesleben, und es ist sowohl möglich, ganz unverkrampft
davon zu erzählen, also auch, sie beim Sex zu zeigen, ohne dass es entblößend wirkte – oder zu intim.
.
Mit der Weisheit und Gelassenheit des Alters ist es nicht weit her, wenn Liebe und Sex im Spiel sind. Der Blitz
der Leidenschaft kann jederzeit noch mal einschlagen, und dann benehmen sich auch die, die wir Senioren nennen,
wieder wie verliebte Twens: kopflos, berauscht und rücksichtslos.
Andreas Dresen entwirft hier mit drei grandiosen Schauspielern das Kammerspiel einer späten Begierde. Wie schon in „Halbe Treppe“ ist auch „Wolke 9“ mit einem kleinen Team und ohne vorgefertigtes Drehbuch entstanden, digital gedreht, von den Darstellern mitentwickelt, vielfach improvisiert – was eine dokumentarische Nähe schafft, die unter die Haut geht.
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Ich habe den Film in der Vorpremiere gesehen - es ist ein sehr schöner, ein stiller Film, mit wunderbarer Kameraführung.
Nur hätte ich mir den Schluss nicht so dramatisch gewünscht, vielleicht eher eine Weggabelung, die Eheleute gehen jeder in eine andere Richtung... vielleicht so!
Das Ende lässt den Schluss zu, dass es wieder die Frauen sind... Bitte aber: nur für mich!