Den Kontrast zum rauen, kehligen Geschrei bildete die helle Stimme einer nicht grölenden, sondern keifenden Frau, die sich über den Lärm beschwerte.

 

Männer grölen und Frauen keifen also, wenn sie ihre Stimme strapazieren.

 

Weil ich nun wach war, dachte ich darüber nach, was ich im Laufe der Jahrzehnte meines Lebens über die Unterschiede zwischen Mann und Frau gelernt hatte.

 

Den Anfang machte mein Vater, der mir etwas darüber erzählte, dass junge Frauen einen Versorger für sich und ihre Kinder bräuchten (es sind heute noch „ihre“ Kinder, vor allem vor Gericht) und sich deshalb so teuer wie möglich verkaufen müssten. Vor allem, weil Männer gern das Hymen der Frau, die sie versorgen, selber entfernen möchten. Und Männer wollen das Gegenteil: Sie beweisen sich ihre Männlichkeit dadurch, dass sie Frauen dazu bringen, sich auch ohne Ehe vor ihnen „auszubreiten.“

 

Jedenfalls waren Frauen für mich engelhafte, anbetungswürdige  Wesen, die nicht pupsen und nicht rülpsen, und die man erst vorsichtig, aber endgültig erobern muss, bevor man sie besitzt. Und auf deren Loyalität man dann rechnen kann.

 

Mitte zwanzig war ich mit einem engelhaften Wesen verheiratet, als die Emanzipationsbewegung der Frauen begann. Deren Kernaussage:

 

  • „Jungen und Mädchen sind im Grunde gleich. Sie werden nur unterschiedlich erzogen“.

 

Das war natürlich das genaue Gegenteil von dem, was ich gelernt hatte, und weil ich Frauen ethisch/moralisch  wesentlich höher einschätzte als Männer, glaubte ich diese These lange Zeit.

 

Heute weiß ich, dass es eine Art von Autosuggestion für diese Frauen war, ganz nach dem Motto:

 

  • „Was die Männer können, können wir auch.“

 

Jahrzehnte gingen ins Land, die Unterdrückung der Frau in Beruf und Gesellschaft wurde weniger, meine von mir Unterdrückte trennte sich von mir wegen eines Softies, und ich beschloss, bei der nächsten alles besser zu machen.

 

  • „Was für ein Schlappschwanz“, hat die gedacht. „Bei dem muss ich ja die Männerrolle übernehmen.“

 

Sie übernahm die Führungsrolle und ich die Hälfte aller Arbeiten im Haushalt und für den Broterwerb, wobei sie heute unseren gemeinsamen Sohn zum Macho erzieht. Wogegen ich ohne Chance auf Erfolg ankämpfe.

 

Nun gut: ich lebe heute allein, begleite wohlwollend und unterstützend  den Alltag der Ex und der Kinder, und meine Einstellung, den Frauen gegenüber, ist geklärt:

 

Frauen sind Menschen wie Männer, und ihre Besonderheiten erklären sich aus der Rolle, die ihnen im Laufe von Jahrmillionen von der Evolution angehängt wurde. Sie bekommen nun mal die Kinder, sind während der häufigen Schwangerschaften auf Hilfe angewiesen und verstehen es, die besten, potentiellen Väter für ihren Nachwuchs heraus zu filtern. Das tun sie unter Einsatz aller Möglichkeiten, die ihnen die Natur mit gegeben hat.

 

Wie sie sind, sind sie gut. Es gibt unter den Frauen genau so viele Fehlentwickelte wie unter Männern, und das muss wohl so sein, denn perfekt ist keine(r).

 

Und jetzt die Frage, die sich vor allem Frauen stellen: Wie sind die Männer?

 

Sehr, sehr unterschiedlich. Die meisten sind zumindest anders als ich, und weil ich mir nie Feindbilder geschaffen habe und mich zu keiner Kategorie zugehörig fühle, kann ich auch darauf verzichten, sie zu bewerten.

 

Probiert es selber aus.