Las Galeras Blues (ein fiktives Gespräch)
Und wie war dein Abend?
He, wer bist du denn? - Ach so, einer der von Sonne, Strand, Palmen und Pina Colada träumt! Wenn du es genau wissen willst - Wie immer…. Erst bei Diana. Danach ein wenig bei Audrey rum gehangen, danach am Beach und anschließend bei Franzi auf einen Pastis und zum Abschluss ein Absacker im Mango… eben, wie immer!
Wer sonst noch unterwegs?
Dieselben wie immer. Nur ein paar neue Gesichter aus Haiti im Mango, aber auch das ist eigentlich immer die gleiche Nummer – bla bla for nothing, Blauhelme raus und die Wahlen wurden versiebt...…
Warst du nicht im Sophisticated?
Nöö, in den Laden geh ich nicht mehr rein, nachdem die jetzt allen Ernstes meinen es sei OK, das man draußen im Bistro / Pizzeria auch schon Nachtclubpreise verlangen könne…die übliche Abzocke eben, aber ohne mich! Seit ich im http://www.elmarinique.com die Küche schmeiße, habe ich eh keine Zeit mehr um groß abzuhängen!
Und bei Mami?
Mami ist schon lange geschlossen nach der kleinen Messerstecherei vor ein paar Monaten – die ganze Truppe ist damals mit mehr oder weniger schlimmen Verletzungen im Krankenhaus gelandet und die werden sich hier sicherlich so schnell nicht mehr blicken lassen…
Wow, ich dachte, bei euch ist nichts los?
Ist ja auch nichts los mit Ausnahme der üblichen Scharmützel, die es immer mal wieder gibt – ist halt so am Anfang der neuen Welti!
Also tote Hose?
Kann man so nicht sagen, wenn man sich selber genügt! Aber im Ernst, was will man nachts erwarten? Man nimmt es, wie es kommt und geht einigermaßen früh ins Bett, denn am Tag ist es hier um so interessanter… zum Beispiel der Fußweg nach Fronton – knapp 3 Stunden durch den Busch und zum Schluss der Abstieg zur Playa – das ist hochalpin und nichts für Weicheier oder Fußkranke. Denn da musst du alle Sinne zusammenhalten, denn ein Fehltritt beamt du dich ins OFF, sprich du fällst 150 Meter ohne weiche Landung runter zum Traumstrand! Das überlebt eigentlich keiner…
Klingt ja heiss! Ist wohl was für Bergsteige bei euchr?
Absolut, dort kann man Freeclimben vom Allerfeinsten! Das haben auch schon einige gemacht – Extrem - Kletterer aus aller Welt!
Unter Wasser ist auch einiges geboten – Höhlentauchen bei ruhiger See unter den Klippen oder eben bei Fronton – absolut intakte Riffe voller Leben…!
Oder eine Tour hoch nach Guazuma zum Whalewatchen bei Ricardo und Pedrotini oder in John s Paradise „El Cabito“ – da hat man einen Logenplatz und Moby Dick kann schauen, was du gerade auf dem Teller hast…
Las Galeras selber ist wie Clarkesville, aber das Sourrounding ist absolut heiß… Wenn man sich die Mühe macht und auf eigene Faust loszieht und nicht nur zum Pina Colada schlürfen da ist. Dann braucht man auch all die Absackerbars nicht, sondern fällt kaputt in seine Kemenate.
Du meinst also, das in Las Galeras eigentlich der Hund begraben ist?
Wie man es nimmt – hier kommt eigentlich jeder vor allem auf seine Kosten! Denn wie überall in diesem wunderschönen Land, gibt es hier nichts gratis. Und im Preise machen sind sie hier sehr gut. So ist das in den Außenposten der modernen Zivilisation.
Und was ist der besondere Reiz an dem Kaff?
Das musst du selber herausfinden! Das kann man nicht so einfach in Worte fassen, entweder man mag es oder man kommt nie wieder… Da sind aber eine Menge Leute, die nicht mehr darauf verzichten wollen und die sind wie Jünger – die haben alle den Las Galeras Blues – so wie ich auch!
Ok, danke für das Gespräch – ich werde dann bald mal vorbeischauen!
Alles klar, mach’s gut und pass bloß auf, wenn du hier ankommst – nicht das du gleich unserem Samy in die Arme läufst, denn das ist der heimliche Bürgermeister und der hat keine Hemmungen, jeden neuen Gast schräg anzuquatschen, sobald er aus dem Guagua steigt!
(Eine Kemenate (auch Kemnad; lateinisch caminus, -i, m. = Ofen, Feuerstätte, Kamin | caminata, -ae, beheizbarer Wohnraum) ist ein Kaminraum.)
