Es kann der Frömmste nicht in Frieden leben, wenn es dem Bösen Nachbarn nicht gefällt.
Nun ist der kleine Thüringer Ort Römhild schon zum zweiten mal in die Schlagzeilen geraten und so zu zweifelhaftem Ruhm gelangt. Erst war es der Skandal mit den Betreibern der ELIOG AG, die sich widerrechtlich Gelder unter den Nagel rissen und sich damit ein schönes Leben machten, während die Belegschaft Monate lang keinen Lohn bekam und jetzt dieser Eklat. Ein Nachbarschaftsstreit, der schon über Jahre schwelte, eskalierte und es gab wieder einmal Verletzte.
Ich wohne schon viele Jahrzehnte in dem beschaulichen und idyllisch gelegenen Villenviertel von Römhild, zwischen den Gleichbergen mitten im Wald. Noch nie, so lange ich hier lebe gab es zwischen den Nachbarn Streit. Der harte Kern derer, die schon über 40 Jahre und z.T. noch viel länger hier wohnen, treffen sich regelmäßig im Waldhaus und es wird geplaudert, gelacht und gescherzt und gelegentlich erzählt einer eine alte Geschichte, die sich zu DDR-Zeiten zugetragen hatte und über die wir heute noch schmunzeln können.
Doch am 20. 04. 2010, ereignete sich etwas, was für uns Anrainer so etwas wie eine neue Erfahrung darstellte und das es so noch nie gab.
Ich war gerade damit beschäftigt mein Grundstück ein wenig auf Vordermann zu bringen, da hörte ich auf der anderen Seite der Straße ein lautes Gebrüll, dem ich aber keine Aufmerksamkeit widmete, da ich an nahm, die Forstarbeiter rücken wieder mal Holz, da geht es auch manchmal recht laut zu wegen der Maschinengeräusche und so kümmerte ich mich nicht weiter darum.
Ein paar Tage später, als ich mir in unserem Hotel Waldhaus ein wohl verdientes Feierabend Bier gönnte, sagte der Wirt zu mir, „hast du denn das schon von deinem ehemaligen Chef gehört“. „Was“, fragte ich. „Na der hat sich doch mit seinem Nachbarn geprügelt und hat ihn Krankenhausreif geschlagen“. „Das ist das Neuste, was ich höre“, sagte ich darauf hin“. Und weiter sagte ich. „Hat es Herr G. nun tatsächlich geschafft, seinen Nachbarn bis aufs Blut zu reizen.“ „Den 4 Kg schweren Stein, den Herr G. aus nächster Nähe der Frau seines Nachbarn auf die Brust geworfen hat, war wohl nicht genug“.“ Nur wurde es damals aus Mangel an Beweisen vom Gericht abgeschmettert und jetzt das“. Der Wirt erzählte weiter. „Herr G. muss wohl widerrechtlich das Grundstück von seinem Nachbarn betreten haben, weil sein Hund auf das Nachbargrundschück
ausgerissen war und sich mit dessen Hund verbissen hatte“. „Und wie das so ist, ein Wort gibt das Andere und schon flogen die Fäuste“.“ Also so etwas, wie das was jetzt hier oben bei uns abgeht, hatten wir noch nie“.“ Können die sich denn nicht ein wenig zusammennehmen“. „Es wird mit uns Deutschen immer schlimmer“.“ Nächstens ziehe ich vor Gericht, nur weil meines Nachbarn Frosch in seinem Teich quakt“. „Bei so viel Dummheit kann man sich doch nur an den Kopf fassen“. „Merken die denn nicht, das hier nur einer gewinnt und das sind die Rechtsanwälte“ . „Da hast du wohl ganz recht“, sagte darauf hin der Wirt zu mir. Und in der Tat ist es auch so. Die lachenden Dritten sind doch in jedem Fall die Rechtsanwälte.
