Ich bin ein Herr, so halb aus Seide,
bin sehr bekannt in Wald und Heide.
Auch in der Stadt und auf dem Land
bin ich als Frauenheld genannt.
In jedem Dorf, in jedem Städtchen,
kennen mich die süßen Mädchen.
Man kennt mich gut, weiß meinen Namen,
die Herren nicht so, mehr die Damen.
Sie freuen sich wenn sie mich seh'n,
beim Kommen mehr noch als beim geh'n.
Zwar ist es bei den Herren so,
die sehen lieber meinen Po.
Denn seh'n die Herren meinen Rücken
kann ich nicht ihre Frauen entzücken.
Die Damen - die sowohl als auch,
die sehen lieber meinen Bauch.
Was sag' ich seh'n - ich meine spüren.
Denn ich kann prima sie verführen.
Nein, nein, nicht alle - das ist wahr.
Bei mir waren's leider nur ein paar.
Ich muß gesteh'n es ist `ne Qual,
ich hatte nie die große Wahl.
Ich frage oft: "Wie kommt das bloß.
Im lieben bin ich doch ganz groß."
Und erst die andren guten Sachen,
kann ich doch auch recht prima machen.
Ich denke oft: "Was kann's nur sein?
Ich möchte so gern ein Playboy sein!"
Seh' ich die Playboys frag ich mich:
"Sind die denn besser noch als ich?"
Ich schau mich um, und krieg die Wut -
sind die denn so besonders gut?
Ein alter Playboy, denke ich,
sieht doch nicht besser aus als ich!
Seh ich so'n Typ, platzt mir der Kragen.
Die haben Kohle, dicke Wagen.
Ich bin bestimmt nicht neidisch, nein.
Doch finde ich, daß darf nicht sein.
Die Burschen haben, was mir fehlt,
ein dickes Konto, massig Geld.
Da hat so'n Typ, ganz kurz gedacht,
ein Weib vom Film sich angelacht.
Als Star hat sie bei Tag und Nacht,
die feinen Pinkels wild gemacht.
Wie die auf ihren Busen stieren -
mir könnte so was nicht passieren,
Mal ganz dezent, ein schneller Blick,
und dann die Augen schnell zurück.
Doch käm' die Maid mal in mein Haus,
der knipste ich die Lichter aus.
Warum ich mir so sicher bin?
Lang ist die Rede, kurz der Sinn.
Ich seh' gut aus, beweg' mich mäßig.
Bin stets im Tran, doch sehr gefräßig.
Hab ich mal einen Freund getroffen,
dann war ich auch schon mal besoffen.
Doch habe ich - das ist der Hit,
die größte Kraft im Schniedelwitt.
Ich bin der Wal, der größte Fisch,
ich kann's bei Nacht, ich kann's bei Tisch.
Werde ich wild, gibt es kein Halten,
die Liebe muß sich voll entfalten.
Mein Schniedel, der gibt kein Pardon,
sei's auf dem Teppich, dem Balkon,
auch in der Küche - wo auch immer.
Auf dem Abort, in jedem Zimmer.
Selbst wenn die Frau beim Wäschewaschen -
ich bin ich bereit, sie zu vernaschen.
Wie dem auch sei, mir ist's egal,
ich kann's im Wasser, wie der Wal.
Im tiefsten Wald, auf weiter Flur,
ich schaue niemals auf die Uhr.
Des Morgens, Mittags, auch am Abend.
Ich kann sofort, es ist erlabend.
Sind sie auch müde, diese Damen,
ich greif' sie mir, in Gottes Namen.
Ich liebe sie, wann es auch sei.
Sogar beim ersten Hahnenschrei.
In Feld und Flur, sogar im Park,
im lieben bin ich immer stark.
Ihr lieben Frau'n, ich bin nicht dumm,
ich krieg' euch alle, alle `rum.
Ich habe ständig einen steh'n,
das müssten Sie bei Tag mal seh'n.
Hätt' ich die Kohle, wie die Reichen,
ich würde jedes Weib erweichen.
Ich würde, ohne mich zu schämen,
auch sie mit auf die Matte nehmen.
Hätt' ich das Geld nur, ein Gewinn,
ich machte alle Damen hin.
Mir wär`s egal, wie alt auch immer,
im lieben bin ich ein ganz Schlimmer.
Nur eines fehlt mir, das ist Geld.
Und das regiert nun mal die Welt.
Denke ich dran, - mir wird ganz schlecht.
Ich finde, das so ungerecht.
Das ist nicht gut - das darf nicht sein,
Ich könnte auch ein Playboy sein.

Raimund Welack