Der Rohrstock - Prügelstrafen in den fünfziger Jahren
Der Stock war noch in den fünfziger Jahren ein von Lehrern (und Eltern) beliebtes "Erziehungsmittel"...
Ich wurde 1956 eingeschult - zu einer Zeit, als Eltern und Lehrer Prügelstrafen als geeignete Erziehungsmethoden ansahen. Zum Glück hatten meine Eltern eine andere Einstellung zur Erziehung und mein Bruder und ich durften in einer liebevollen Familie aufwachsen, ohne Angst vor Schlägen. Das war in dieser Zeit etwas Besonderes und bei unseren Freunden waren wir schon fast "Paradiesvögel":
"Ihr bekommt keine Prügel zu Hause?" hörten wir sie oft erstaunt fragen... Natürlich gab es auch für uns Konsequenzen, wenn wir etwas angestellt hatten, aber die hatten immer etwas mit der jeweiligen Sache zu tun.
Als ich z.B. einer Nachbarin wiederholt die Zunge herausstreckte, weil ich sie nicht leiden konnte, musste ich mich sofort bei ihr entschuldigen. Andere Kinder hätten dafür Ohrfeigen bekommen.
Im ersten Schuljahr bekam ich die erste und einzige Ohrfeige meines Lebens. Hinter dem Schulgebäude gab es eine Wiese, die wir nicht betreten durften. Die Gänseblümchen lockten mich aber so sehr, dass ich das Verbot einmal vergessen habe. Die Quittung war eine schallende Ohrfeige des Rektors...
Damals musste man immer damit rechnen, für jedes kleine "Vergehen" vom Lehrer hart bestraft zu werden. Schläge mit dem Lineal auf die Hände, Ohrfeigen, Schläge mit dem Rohrstock auf das Hinterteil, das Ziehen an den Ohren und Haaren - viele Lehrer und Lehrerinnen und Lehrer kannten kein Erbarmen. Sehr oft mussten wir mit ansehen, wie der eine oder andere Schüler - weil er z.B. keine Hausaufgaben gemacht hatte - sich bäuchlings auf einen Stuhl legen sollte und der Stock auf seinen Allerwertesten niedersauste.
Erst nach einem Umzug habe ich in einer anderen Schule erfahren, dass es auch engagierte und liebevolle Lehrer und Lehrerinnen gab. Das war für die damalige Zeit eine Seltenheit. Meine neue Klassenlehrerin war eine Gegnerin der Prügelstrafe. Dafür haben wir sie geliebt und geachtet. Sie zog es vor, bei Problemen mit uns Schülern das Gespräch und dadurch Lösungen zu suchen. Mit großem Erfolg.
Leider starb sie sehr früh, nach meiner Schulentlassung, mit 34 Jahren an Krebs. Bei jedem Klassentreffen ist sie das Thema Nr. eins. Wir sind noch heute dankbar für diese
Zeit ohne Schulangst...
"Ihr bekommt keine Prügel zu Hause?" hörten wir sie oft erstaunt fragen... Natürlich gab es auch für uns Konsequenzen, wenn wir etwas angestellt hatten, aber die hatten immer etwas mit der jeweiligen Sache zu tun.
Als ich z.B. einer Nachbarin wiederholt die Zunge herausstreckte, weil ich sie nicht leiden konnte, musste ich mich sofort bei ihr entschuldigen. Andere Kinder hätten dafür Ohrfeigen bekommen.
Im ersten Schuljahr bekam ich die erste und einzige Ohrfeige meines Lebens. Hinter dem Schulgebäude gab es eine Wiese, die wir nicht betreten durften. Die Gänseblümchen lockten mich aber so sehr, dass ich das Verbot einmal vergessen habe. Die Quittung war eine schallende Ohrfeige des Rektors...
Damals musste man immer damit rechnen, für jedes kleine "Vergehen" vom Lehrer hart bestraft zu werden. Schläge mit dem Lineal auf die Hände, Ohrfeigen, Schläge mit dem Rohrstock auf das Hinterteil, das Ziehen an den Ohren und Haaren - viele Lehrer und Lehrerinnen und Lehrer kannten kein Erbarmen. Sehr oft mussten wir mit ansehen, wie der eine oder andere Schüler - weil er z.B. keine Hausaufgaben gemacht hatte - sich bäuchlings auf einen Stuhl legen sollte und der Stock auf seinen Allerwertesten niedersauste.
Erst nach einem Umzug habe ich in einer anderen Schule erfahren, dass es auch engagierte und liebevolle Lehrer und Lehrerinnen gab. Das war für die damalige Zeit eine Seltenheit. Meine neue Klassenlehrerin war eine Gegnerin der Prügelstrafe. Dafür haben wir sie geliebt und geachtet. Sie zog es vor, bei Problemen mit uns Schülern das Gespräch und dadurch Lösungen zu suchen. Mit großem Erfolg.
Leider starb sie sehr früh, nach meiner Schulentlassung, mit 34 Jahren an Krebs. Bei jedem Klassentreffen ist sie das Thema Nr. eins. Wir sind noch heute dankbar für diese
Zeit ohne Schulangst...
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