Der schwere Weg, eine Freundin zu gewinnen
Vor kurzem habe ich mir eine Katze angeschafft. Lesen Sie, was in den ersten Tagen und Wochen so alles passierte.....
Der schwere Weg, eine Freundin zu gewinnen. An einem ganz normalen Freitagmorgen endet die Zeit meines frauenlosen Haushalts. Etwas Weibliches, Schwarzhaariges, Grünäugiges beehrt meine Wohnung. Nein, nicht was Sie vielleicht denken: etwas Weibliches auf vier Beinen, mit einem weichen Fell, einem Schnurrbart und samtigen Pfoten. Richtig, eine Katze! Sie heißt Miss Ellie, kommt aus einem Tierheim und ist kastriert, ge-impft, entwurmt und was weiß ich noch alles, was man mit solch einem armen Katzentier anstellen kann.
Die Transportkiste wird geöffnet, und Ellie entschwindet blitzartig in den Tiefen meiner Wohnung, ohne mich auch nur eines Blickes zu würdigen. Den ganzen Tag über bleibt sie spurlos verschwun-den. Wer hätte gedacht, daß meine Behausung so viele Schlupfwinkel birgt! Kein noch so intensives Suchen, keine Lockrufe, keine Leckerbissen-Versprechungen können Ellie aus einem dieser Verstek-ke hervorholen. Ein böser Verdacht keimt in mir auf: Ist dieses gerissene Tier etwa durch die nicht vollständig geschlossene Wohnungstür ins Freie entwichen? Ist es womöglich über die Balkonbrü-stung in die Tiefe gesprungen? Ich beruhige mich mit dem Gedanken, daß ich alle nach draußen füh-renden Türen sorgfältig geschlossen habe. Oder vielleicht doch nicht so ganz sorgfältig? Am frühen Morgen geht es wieder mit dieser elenden Sucherei los: Nach einer dreiviertel Stunde schmerzt mein Rücken wie nach einer Trainingseinheit an den Foltergeräten eines Fitneß-Studios. Aber dann habe ich plötzlich die entscheidende Idee. Ich krieche, so gut das in meinem Alter mög-lich ist, unter die Couch und ziehe den Bettkasten hervor. Tatsächlich, darin sitzt mein Stubentiger und schaut mich mit einem spöttischen Blick an, wie ich festzustellen glaube. Er läßt sich sogar her-ab, ins Zimmer zu treten und – welch ein Wunder – er hält mir gnädigerweise seinen Kopf zum Strei-cheln hin. Für den Rest des Tages ist Ellie wieder unauffindbar. Diesmal sitzt sie nicht im Bettka-sten. Am dritten Tag sind Ellies Futternapf und Trinkschale immer noch unberührt. Ich sinne darüber nach, ob ich wohl drei Tage ohne Essen und Trinken überstehen könnte. Katzen scheinen echte Hun-gerkünstler zu sein. Doch am späten Abend höre ich kräftige Knackgeräusche aus der Küche, Ellie hat ihren Hungerstreik beendet und putzt ihr Spezialfutter weg wie nichts. Früher bekamen die Kat-zen das, was sozusagen vom Tisch fiel; heute lebt eine ganze Industrie davon, sie mit tausenderlei Leckereien zu verwöhnen. „Reis mit Lachs“, „Pute spezial“ lese ich auf den Futterpackungen. Es fehlt nicht viel und man möchte mal eine Zeitlang Katze sein. Am Tag darauf wird ein sündhaft teurer „Kratzbaum“ geliefert und aufgebaut. Wohlmeinende Freunde, die auf Katzen spezialisiert sind und offenbar alles über sie wissen, haben mir zu dieser Anschaffung geraten, von wegen der Sitzgarnituren und so. Aber Ellie tut so, als sei dieses neue Spiel- und Kratzgerät gar nicht vorhanden, sie nimmt es einfach nicht zur Kenntnis. Nun sind fast zwei Wochen seit Ellies Einzug vergangen. Miss Ellie hat die Herrschaft über meine Wohnung angetreten, man könnte fast sagen, sie hat alles im Griff. Sie hat mir zu erkennen gege-ben, mich als Freund in der Wohnung zu dulden, allerdings unter gewissen Voraussetzungen. Dazu gehören füttern, tränken, Tolerierung spezieller Schlafplätze (Couch) und Aussichtspunkte (Fenster-bänke) und – nicht zu vergessen – mehrmals tägliches Streicheln, Tätscheln, Knuddeln und miteinan-der Spielen. Sollte ich alle diese Bedingungen erfüllen, habe ich eine echte Chance, eine liebe Freundin zu gewinnen. Ich werde mich tüchtig anstrengen müssen!
Die Transportkiste wird geöffnet, und Ellie entschwindet blitzartig in den Tiefen meiner Wohnung, ohne mich auch nur eines Blickes zu würdigen. Den ganzen Tag über bleibt sie spurlos verschwun-den. Wer hätte gedacht, daß meine Behausung so viele Schlupfwinkel birgt! Kein noch so intensives Suchen, keine Lockrufe, keine Leckerbissen-Versprechungen können Ellie aus einem dieser Verstek-ke hervorholen. Ein böser Verdacht keimt in mir auf: Ist dieses gerissene Tier etwa durch die nicht vollständig geschlossene Wohnungstür ins Freie entwichen? Ist es womöglich über die Balkonbrü-stung in die Tiefe gesprungen? Ich beruhige mich mit dem Gedanken, daß ich alle nach draußen füh-renden Türen sorgfältig geschlossen habe. Oder vielleicht doch nicht so ganz sorgfältig? Am frühen Morgen geht es wieder mit dieser elenden Sucherei los: Nach einer dreiviertel Stunde schmerzt mein Rücken wie nach einer Trainingseinheit an den Foltergeräten eines Fitneß-Studios. Aber dann habe ich plötzlich die entscheidende Idee. Ich krieche, so gut das in meinem Alter mög-lich ist, unter die Couch und ziehe den Bettkasten hervor. Tatsächlich, darin sitzt mein Stubentiger und schaut mich mit einem spöttischen Blick an, wie ich festzustellen glaube. Er läßt sich sogar her-ab, ins Zimmer zu treten und – welch ein Wunder – er hält mir gnädigerweise seinen Kopf zum Strei-cheln hin. Für den Rest des Tages ist Ellie wieder unauffindbar. Diesmal sitzt sie nicht im Bettka-sten. Am dritten Tag sind Ellies Futternapf und Trinkschale immer noch unberührt. Ich sinne darüber nach, ob ich wohl drei Tage ohne Essen und Trinken überstehen könnte. Katzen scheinen echte Hun-gerkünstler zu sein. Doch am späten Abend höre ich kräftige Knackgeräusche aus der Küche, Ellie hat ihren Hungerstreik beendet und putzt ihr Spezialfutter weg wie nichts. Früher bekamen die Kat-zen das, was sozusagen vom Tisch fiel; heute lebt eine ganze Industrie davon, sie mit tausenderlei Leckereien zu verwöhnen. „Reis mit Lachs“, „Pute spezial“ lese ich auf den Futterpackungen. Es fehlt nicht viel und man möchte mal eine Zeitlang Katze sein. Am Tag darauf wird ein sündhaft teurer „Kratzbaum“ geliefert und aufgebaut. Wohlmeinende Freunde, die auf Katzen spezialisiert sind und offenbar alles über sie wissen, haben mir zu dieser Anschaffung geraten, von wegen der Sitzgarnituren und so. Aber Ellie tut so, als sei dieses neue Spiel- und Kratzgerät gar nicht vorhanden, sie nimmt es einfach nicht zur Kenntnis. Nun sind fast zwei Wochen seit Ellies Einzug vergangen. Miss Ellie hat die Herrschaft über meine Wohnung angetreten, man könnte fast sagen, sie hat alles im Griff. Sie hat mir zu erkennen gege-ben, mich als Freund in der Wohnung zu dulden, allerdings unter gewissen Voraussetzungen. Dazu gehören füttern, tränken, Tolerierung spezieller Schlafplätze (Couch) und Aussichtspunkte (Fenster-bänke) und – nicht zu vergessen – mehrmals tägliches Streicheln, Tätscheln, Knuddeln und miteinan-der Spielen. Sollte ich alle diese Bedingungen erfüllen, habe ich eine echte Chance, eine liebe Freundin zu gewinnen. Ich werde mich tüchtig anstrengen müssen!
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