Liebe Gabriele,
Deine Wünsche sind überaus substanzielle Bilder, die durchaus einem empathischen Menschenwesen Kraft geben können, seine Vorstellungen von Leben auf mancherlei kreative Art tatsächlich in die Tat umzusetzen.
Die intuitive Begriffsvorstellung Deiner „Wünsche“ sehe ich dabei gleichbedeutend mit einem Traumbild von „Wundern und Visionen“. Deshalb betrachte ich diese beschriebenen Wünsche und ihre sinnhafte Phantasie auch als elementare Triebfeder in unserem Wollen und Handeln.
Jedoch spielt es nicht wirklich eine Rolle, wie wir diesen Wunschweg beschreiten. Wichtig ist, dass wir es tun. Für manche dieser Wunschziele nehmen wir sehr viel auf uns, riskieren vielleicht sogar Leid oder Ablehnung.
In diesem Sinne kann ich durchaus die Umsetzung eines Wunschbildes auch als Wunder anerkennen und voller Stolz dann staunend den zurückgelegten Weg betrachten. Denn um den lebendigen, dynamischen Weg geht es hier tatsächlich und nicht vorrangig, um das statische Ziel.
Natürlich erachtest auch Du die materielle Sicherheit als wichtige Schutzfunktion eines jeden Menschen. Leider ermangelt es einem sehr großen Teil der Gesellschaft an diesen Mitteln und es trägt dazu bei, dass viele Wünsche auf Dauer unerfüllt bleiben werden. Dieser Umstand sorgt dafür, dass Menschen desillusioniert, frustriert und sogar aggressiv reagieren. Denn nur die Wenigsten sind in der Lage zu verzichten und dieses Defizit auf Dauer zu akzeptieren.
Die Folgen sind vielfach auch in PN zu spüren und das ist überaus traurig. Aber so ist nun mal das Leben.
Wir haben es also selbst in der Hand, unser Leben positiv zu verändern, aber das ist eine ganz andere Geschichte.
Viele Menschen leben meist in einer Wunschgedankenwelt … aber was bewirken Wünsche tatsächlich?
Nun, in einer Welt, in der es wichtig ist, das zu erreichen, was ein Mensch sich vorgenommen hat, um seine Wünsche zu befriedigen, die jener in sich spürt, kann es mitunter sehr wichtig sein, unstillbare Wünsche nicht anzuerkennen.
Aber wir Menschen leben nun mal in einer Zeit in der alles möglich gemacht werden soll, was wir uns nur vorstellen können. Da hat es keine unerfüllbaren Wünsche zu geben ... und wenn es sie doch gibt, dann verdrängt Mensch sie und tut so, als habe er sie nie gehegt.
So schmerzen sie weniger.
So muss er sich nicht mit ihnen auseinandersetzen.
Aber genau da verrät sich der Mensch selbst. Er verliert, was ihn offen hält für alles, was über die alltägliche Welt hinausgeht ... die Kraft in ihm, die sich anstrengt und unbefriedigt ist, weil sie weiß, dass das Leben mehr ist als nur Essen, Trinken, Eltern sein oder ein guter Job.
Und weil der Mensch meint, sich seine Sehnsüchte nicht eingestehen zu dürfen, sucht er nach Ersatzbefriedigung. Er verliert sich in Nebensächlichkeiten und hält für Erfüllung, was ihn nur für diesen Moment befriedigt. So verringert er sein Leben und verarmt innerlich.
Ein Mensch ohne Sehnsucht, Träume und Wünsche lebt perspektivlos. Von da ist es oft nicht mehr weit bis zu einem stillen, schleichenden Zynismus, mit dem alles belächelt und nichts mehr wirklich ernst genommen wird.
So bildet sich das in ihm zurück, was ihn geistig und emotional größer gemacht hätte.
Unser Wunsch, aus dem Leben etwas zu machen, könnte sich also in unsere Sehnsucht konzentrieren. Da würde unser Einsatz, unser Durchhaltevermögen wachsen und uns dem eigentlichen Ziel immer näher bringen können.
Manchmal sind wir nur ein klein wenig entfernt von unseren Wünschen und Sehnsüchten, es fehlt nur ein kleiner geistiger Ruck und schon glauben wir zu träumen.
Weshalb habe ich mir den Ruck nicht schon vorher gegeben, fragen wir uns?
Ich glaube, weil viele Angst haben, vor dem was kommen wird, vor der Ungewissheit, dem Neuen.
Wie wird es denn werden?
Niemand kann einem sagen, was wird, jedoch aufkommende oder bestehende Konflikte können nur gelöst werden … ohne Machtausübung … ohne Manipulation … im Sinne der geistigen Liebe.
Nun … was wünsche ich Dir ... ?
... ich wünsche Dir, dass Du ohne Angst und Selbstvorwürfe mit Deiner Sehnsucht, Deine Wünsche erfüllen kannst, auch wenn sie Dir noch so weit entfernt scheinen.
Der Wunsch aus dem Leben mehr zu machen und sich Selbst zu sein - Respektiert und verstanden.
Friede, Liebe und Mut auf Deinem Weg.
Carl