Sie hatte alles vorbereitet. Ein leichtes Kribbeln durchfuhr sie, als sie an das dachte, was kommen würde …

Der Wind verfing sich in den Gardinen. Draußen leuchteten jene Feuerbälle, die Sommernachtswärme simulierten. Sie goss sich ein Glas Champagner ein. Der letzte Blick in den Spiegel verriet ihr, es wird alles so werden, wie sie es sich wünschte …

Dieser Wunsch, den sie seit Jahren in sich trug, und heute Abend sollte er sich endlich erfüllen … Diese quälendende Sehnsucht, endlich das zu fühlen, was dem Wunsch endlich Erlösung versprach …

Die Party war perfekt, die Menschen amüsierten sich galant im entsprechenden Outfit und sie fühlte, das Spiel übte jenen Reiz auf sie aus, welches sie schon jenseits der Grenzen brachte, die jede Sehnsucht auf ein Mehr sprengte …

Sie wusste, was um Mitternacht passieren würde … und sie fieberte diesem Moment so sehr entgegen. Dann war es so weit, die Korken knallten, das Feuerwerk am Himmel wünschte ihr das, was sie sich wünschte …

Eine Augenbinde war Spiel einer erwachsenen Generation. Sie nahm diese an und überließ es dem Zufall, was man mit ihr machte, weil sie diese trug … Ein Spiel, welches dem Zufall Nahrung gab … oder war es doch kein Zufall?

Sie hatte ihren Wunsch auf diese Faltkarte geschrieben und war sich nicht sicher, wenn sie gezogen wurde, ob sich wirklich alles so erfüllte, wie sie es sich wünschte … aber gerade das machte doch diesen Reiz aus … nicht zu wissen was passiert … Jeder Wunsch ist erfüllbar, es ist eben die Frage … wie …

Ein Reiz der Sonderklasse, wobei sie ja gerade das Heimrecht der Gastgeberin inne hatte … aber war das eine Garantie … ?

Sie wurde nervös,  ... wann wurde sie endlich gezogen?

Die Dame des Loskühlers befahl, dass sich alle anwesenden Frauen zu einem Kreis aufstellen sollten. Was war das? Es entsprach in keinster Weise einer Abmachung, trotzdem faszinierte sie die Entwicklung …

Alle Frauen in dem Kreis mussten sich in demütiger Haltung präsentieren ...

Das war nicht ihr Wunsch und der Abend schien aus den Fugen zu geraten. Sie versuchte ihren Abendbegleiter unter der Augenbinde auszuspähen, welcher für Buffet und Organisation zuständig war. Doch sie fand ihn nicht. Oder er war hinter einer dieser skurrilen Masken versteckt, die alle Männer in diesem Moment trugen, welche den Aussenring bildeten  …

Sie befand sich in diesem Kreis und wusste nicht mehr, was überhaupt vor sich ging. Sie, als Gastgeberin hatte zu entscheiden, wollte diese Augenbinde von sich reissen, aber der Reiz des Ungewissen ließ sie doch gewähren …

Frauen sollten sich demütig einem Mann zeigen, welcher in den engeren Kreis der Anwesenden trat. Etwas, was für sie überhaupt nicht in Frage kam, eher ein umgekehrter Kreis wäre ihren Wünschen entsprechend. Doch fühlte sie, wie sich jede noch so dominante Frau dem Befehl fügte.

Die Spannung, die sie spürte  auf das, was folgen sollte fühlte sich zu sehr an dem eigenen Reiz des Ungewissen nagend fordernd, und so fügte sie sich dem Gehorsam  …

Sie wurde von dem Mann innerhalb des Kreises auserwählt. "Ich muss dem ein Ende machen, aber noch ist ja nichts passiert, was auch nur einen Hauch von Gefahr signalisiert …" waren ihre Gedanken ...

Eine weitere Frau aus dem Kreis aller Frauen wurde in den vorher geweihräucherten, erlauchten Kreis geführt. Sie fühlte, wie sie Hände berührten und sich wieder entfernten …

Sie hätte jederzeit die Maske um ihre Augen abnehmen können, doch wollte sie entdecken, ohne ihre Augen sehen zu lassen. Sie wusste, sie ist jetzt in einem Kreis von ihren Gästen und wahrscheinlich schauen die meisten Gäste ihr zu, denn alle durften die Maske abnehmen, welche sich nicht im Kreis der Auserwählten befanden.

Sie und ich? Er und ich? So ganz war ihr das nicht klar … Aber ihr Wunsch war eindeutig und es schien wohl alles dafür getan zu werden, wenn auch auf andere Art und Weise …

Sie fühlte Hände, schmale, seichte Hände und sie wusste, dass sind keine Hände eines Mannes.

Sie fühlte Entdeckungstouren dieser Hände … und sie wusste, ihr Wunsch würde tatsächlich Erfüllung finden. Sie fühlte und spürte förmlich die Nähe aller anwesenden Gäste, die sie beide beobachteten …

Sie ging in Gedanken die Gästeliste durch, aber andererseits war sie schon viel zu gefangen, was da mit ihr geschah …

Eine Frauenhand, die sie zu Boden zwang …

Eine Frauenhand, die sich ihres Körpers bemächtigte …

Eine Frauenhand, die sich alles mit einer Männerhand teilte …

Sie zog erschrocken die Augenmaske in einer impulsiven Handlung  ab und schaute in das sanfte Licht …

Sie fühlte seine beruhigenden Küsse und vernahm. wie er flüsterte: „Alles Gute zum Geburtstag und hier mein Geschenk für dich …“

Sie fühlte sie … sie fühlte ihn … und ihr wurde bewusst, dass man nie so alt werden kann, wie Wünsche Erfüllung finden …

Sarah