Ich habe von dem moslemischen Dichter und Mystiker D.Rumi, gelesen ( im Jahre 2007 wurde sein 800. Geburstag gefeiert), ich möchte es veröffentlichen, mit Euch teilen.
" Wahrlich nie sucht der Liebende, ohne von der Geliebten gesucht zu werden.Hat der Blitz der Liebe dieses Herz getroffen, so wisse, dass auch jenes Herz voll Liebe ist. Kein Händeklatschen ertönt nur von einer Hand ohne die andere zu berühren. Göttliche Weisheit und Gottes Ratschluss macht, dass wir einander lieben. Durch diese Vorbestimmung ist jeder Teil der Welt mit seinem Gefährten gepaart. Nach Ansicht der Weisen ist der Himmel der Mann und die Erde die Frau: die Erde zieht auf, was vom Himmel herabfällt. Fehlt der Erde die Wärme, so schickt sie der Himmel; geht ihr die Frische und Nässe verloren, so versorgt sie der Himmel auf´s Neue. Der Himmel geht seinen Lauf wie der Gatte, der nach Nahrung sucht für sein Weib; und die Erde widmet sich eifrig häuslichen Pflichten: sie hilft bei der Geburt und nährt, was sie gebiert. Siehe, auch Erde und Himmel sind mit Verstand begabt, verrichten sich doch das Werk verständiger Weses. Fände der eine nicht Gefallen am anderen, weshalb hingen sie dann wie Liebenden aneinander? Wie sollten Blumen und Bäume blühen ohne die Erde? Was würde ohne sie Wasser und Wärme des Himmels erzeugen ? So wie Gott in Mann und Frau das Verlangen verpflanzt hat, auf dass die Welt erhalten bliebe durch Vereinigung, so hat Er auch jedes Teil der Welt eingepflanzt. Feinde sind Tag und Nacht von außen gesehen, doch dienen sie beide demselben Zweck. Beide lieben einander, um gemeinsam ihr werk zu vollenden, ohne die Nacht würde des Menschen Natur nichts empfangen , so dass der Tag nichts mehr zum Ausgeben hätte."
E.Fromm " Die Kunst des Lebens"
