Die Alten leben auf Kosten der Jungen
Die Debatte zu diesem Thema tobt zur Zeit in der Zeitung "Die Welt". Ich denke, man sollte einmal breiter darüber nachdenken.
Klar leben die Alten, wenn sie denn Rente bekommen, auf Kosten der Jungen. Sie haben ja auch gar keine andere Wahl, der Generationenvertrag zwingt sie dazu. Wie kommt so etwas zustande wider jegliche Logik und Vernunft? Warum wurde nicht sofort auf Kapitaldeckung abgezielt - was sicher nicht in vollem Umfang von Anfang an gegangen wäre. Aber nahezu 60 Jahre sind eine lange Zeit; und nur, weil die Alten gezwungen werden, auf Kosten der Jungen zu leben, befinden wir uns in dem Dilemma. Einzig die Kapitaldeckung hätte dies verhindert - und es wäre sicherlich eine Menge Geld zusammengekommen, hätte man auch nur in homöopathischen Dosen gespart. Jetzt, in einer viel schwierigeren Situation, soll und muß es doch auch gehen. Es kann nicht nur an der mangelnden Weitsicht Adenauers gelegen haben, dass nicht auch Kapital gebildet wurde. Warum hat sich die Idee des Investivlohnes ebenfalls nicht durchgesetzt? Wohlstand für alle - das war vorstellbar; aber nur konsumtiv. Kapital in der Hand des Volkes, das passte als Vorstellung in viele Köpfe nicht hinein. Nicht zuletzt in die Köpfe der Gewerkschafter, die, um ihn vertreten zu können, den lupenreinen doppelt freien Proletarier brauchten. Wir brauchen ein neues Denken und die heraufdämmernde neue Gesellschaft wird dieses Denken erzwingen. Allerdings muß sich auch angespartes Geld erst in Kapital verwandeln, in Geld, das die wirtschaftliche Tat ermöglicht, sonst kann man es nicht essen.
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