Das hatte Sie mal mir erzählt, als ich nicht verstand, warum ein Mensch sich umbringen will!

Sie hatte die erste Sehnsucht zum Sterben schon mit 9 J. gehabt.

Den ersten Versuch mit knapp 12 ½ J., es ist die Hölle für sie gewesen als Kind. Das sie nur, den einen Ausweg sah, den Tod.
Die Ruhe und die Stille darin.

Hilfe bekam ihre Elten und sie nicht, nur gesagt:

Sie hätte zu viel Phantasie und solle sie nicht zu viel lesen lassen.

Das Ende vom Lied, bis zu ihren 42 Lebensjahr hatte sie, zu den einen, noch 3 weitere handfeste Selbstmordversuche hinter sich. Und viele mal den Gedanken daran gehabt sich umzubringen oder war sogar auf den Wege, es zu tun.

Es waren keine Hilferufe, sie wollte Sterben in diesem einen Moment an diesen Tag, in dieser Minute, in dieser Sekunde, weil sie wirklich keinen Ausweg mehr für sich sah.

Dennoch wollte sie es wiederum auch nicht, sie verlor die Kontrolle über sich und die Gewalt über ihren Geist, dass schlimme für sie war, dass zusehen dabei:

    Sie stand neben sich und schaute dabei zu, wie sie sich verletzte, das Messer ansetzte und es tat.
Sie sagte, die eine Hälfte von mir wollte es, die andere nicht.

Manchmal hatte sie Glück auf den Weg. Sie gewann irgendwann die Selbstkontrolle wieder über sich zurück und konnte es selber unterbinden.

Aber das schlimmste für sie war gewesen, als sie keine Kontrolle mehr hatte darüber und im Krankenhaus aufwachte.


Natürlich waren Konfliktsituationen da, in die sie stürzte und nicht wusste, wie sie raus kommen sollte, aus ihrer Sicht.


Aber in ihrer Kindheit doch nicht, sagte sie oft verzweifelt, welches Kind will sich mit 9 J. umbringen?.


Sie ist in Therapie, aber es gibt Zeiten, da geht alles rasend schnell mit ihr,

selbst unter Tabletten gibt es solche Tage, Stunden, wo alles schief geht.


Aber ich weiß auch, noch andere Sachen über sie.


Wo ich selber sag, wenn ich das erlebt hätte, wollte ich da wirklich noch leben???


Sie saß auch heute wieder da, bestimmt in ihrem Schrank, um sich geborgen zu fühlen.
Sie rief mich voller Angst an, mit dem Zettel in der Hand, wo ihre Handlungen standen was zu tun sei, wenn!


Es war wieder so ein Tag wo es ihr sehr schlecht ging, sie wusste, das Anrufen bei mir hilft, dass ich sie für Momente auffangen konnte, dass ich sie ein wenig verstehen konnte.

Ich hatte auch einen Zettel mit Nummern in der Hand und Verhaltensregeln, denn hatte sie mir selbst geschrieben, und ich sprach ruhig mit ihr.

Dann schaltete ich auf ‚nicht hören’ für sie und rief wie ausgemacht die Notrufzentrale an und ihren Arzt. Zwischendurch sprach ich mit ihr obwohl jedesmal mein Herz bis zum Hals schlug, vor Angst um sie.

Als man mir meldete das sie vor Ihrer Wohnung waren, kam der schwierigste Teil für mich.

Sie zu überzeugen, die Tür auf zu machen.

Mit Mühe tat sie es, mit Mühe sah sie ein, das dies der einzige Weg zu Hilfe war.

Der Arzt meldete, das sie, sie hätten, er sagte: Schön, das Sie, sie zum Erbrechen gebracht haben, sie ist zwar benommen, es wird aber wieder.

Ich hatte sie nicht, zum Erbrechen gebracht, ich hatte Wahnsinnige Angst um sie, dass habe ich ihr gesagt und das ich sie liebe als Freundin.

Mir macht der Tag Angst, wo ich nicht für sie erreichbar bin, weil irgend etwas ist,
wo sie mich nicht erreicht oder nicht erreichen will.

So kann ich nur hoffen, das sie die anderen Nummern wählt, die auf ihrem Zettel stehen, die von der Telefonseelsorge, Diakonie oder gleich von der Klinik.

Ich weiß schon seit Jahren, das sie nicht´s dafür kann, das ihre Chemie im Kopf nicht richtig abgestimmt ist und ihr Leben nicht leicht war.


Viele verstehen nicht, wie schnell Menschen am Abgrund stehen und noch andere Unschuldige mitreißen.

Ich verstehe diese Menschen auch, dass sie sich fragen, warum tun „die“ das, aber weiter fragen sie nicht, dies wäre zu viel Wissen.

 

©Angela L.

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