Nun bin ich dieses Wochenende wieder im Westerwald bei meinem Liebsten.
Seine Interessen gelten der Herkulesstaude, Ambrosia und dem Jakobskreuzkraut, der Fotographie......und Last not Least auch mir.

Heute waren wir im Stöffelpark, einer ehemaligen Basaltabbaugrube, und an einem Hang machte er mich auf Ambrosia aufmerksam.

Seit Jahren ist sie bei uns auf dem Vormarsch.

Ambrosia...ein wunderschöner Name....eine Pflanze, die nicht auf dem ersten Blick auffällt und die unbeabsichtigt, aus Nordamerika, ihrer Heimat, bei uns eingeschleppt wurde.

Sie wächst auf fast allen Böden...je magerer...umso lieber.
Und so finden wir sie an Straßenrändern, Wegrändern, Magerwiesen, Baustellen, Kompostierungsanlagen...aber mittlerweile auch ganz viel in unseren Gärten.

Das Berühren der Pflanzen kann zu Hautreaktionen führen, aber gefürchtet ist der Pollenflug, der bei Allergikern und Asthmatikern einen Krankheitsausbruch verursacht.
Die Zeit des "Heuschnupfens" verlängert sich...denn Ambrosia blüht in der Zeit von Juli bis Oktober.

Wie kommt Ambrosia zu uns:

Eine Tierliebe wird uns zum Verhängnis.
Wir lieben den Gesang der Vögel und möchten die Piepmätze auch im Frühling wieder in unseren Gärten begrüßen.
Also kaufen wir zur Winterzeit Vogelfutter und füttern, stellen Vogelhäuschen bereit, hängen Futterringe mit Sonnenblumen auf und sind glücklich, etwas für den Tierschutz zu tun.

Aber was wir nicht wissen:

Etwa 75% des Vogelfutters (laut Studien) sind mit Ambrosiasamen kontaminiert und so züchten wir im wahrsten Sinne des Wortes Ambrosia, wenn wir die Vögel füttern.

Eine ausgewachsene Ambrosie kann bis zu 62.000 Samen bilden, die über 39 Jahre keimfähig bleiben.

Erdreich, angereichert mit diesem Samen, ein Neubaugebiet und die Bagger haben das Erdreich aus und bringen es woanders hin....und schon kann Ambrosia an einem anderen Standort Fuß fassen.

Sie liebt die Wärme und breitet sich immer mehr Richtung Süden aus. In Ungarn ist es mittlerweile das Ackerunkraut und gelangt über den Mais, Sonnenblumensamen, Sommergerste zu uns.

Und die Naturschutzbehörden machen sich natürlich Gedanken, wie kann man vorsorgen, wie kann man vorhandene Bestände beseitigen.

Herbizide.....damit wird mehr Schaden angerichtet als Nutzen.
Die Mahd der Ackerränder, Waldränder...ja, sie hält Ambrosia kurz, aber auch viele andere wichtige Pflanzen...unsere Naturvielfalt würde kleiner.
Es wird sogar befürchtet...es könnte eine Überreaktion der Bevölkerung ausgelöst werden, wie damals bei der Vogelgrippe, als in vielen Gärten die Hecken als Nistmöglichkeiten der Vögel beseitigt wurden.

Und so erreicht ein Aufruf die Bevölkerung.

Der Gärtner, der in seinem Garten die Pflanze findet....er zieht sich Handschuhe an und reißt Ambrosia mitsamt der Wurzel aus. Entsorgt sie aber nicht auf dem Kompost oder dem Biomüll, sondern im Hausmüll.
Blüht die Pflanze gerade....Achtung Pollenflug....muss sogar eine Feinstaubmaske getragen werden....und die Allergiker nehmen am Besten " Reiß-Aus".

Und im Winter...auf Vogelfütterung verzichten...oder zu unserem schweizer Nachbar schauen.
Die haben mittlerweile ein Gesetz in Kraft gesetzt, das Vogelfutter keine Ambrosiasamen enthalten darf.

Und doch, wenn ich die seitenlangen Infos lese, habe ich den Eindruck....noch sind wir in den Kinderschuhen beim Ambrosiavernichtungsfeldzug...und irgendwie ist es auch den Naturschutzbehörden nicht ganz klar...welches Konzept das beste ist.

Für alle, die an ausführlichen Infos interessiert sind:

www.ambrosiainfo.de
oder über das Bundesamt für Naturschutz:
www.bfn.de

Wünsche euch einen schönen Sonntag
Marlies