`Die Frau, die niemand je gesehen hat...`
Ein Taxifahrer, der für eine Frau einkauft, diese Frau aber nicht zu Gesicht bekommt und die bisher niemand gesehen hat.
`Die Frau, die noch keiner gesehen hat`
Unter Taxifahrern gibt es Nachtschichtfahrer und Tagschichtfahrer.
Auch Krankenschwestern, Ärzte,Polizisten arbeiten in Tag-und Nachtschichten.
Das ist nicht ungewöhnlich.
Unter Taxifahrern differenziert man allerdings zwischen Tagschicht-und Nachtschichtfahrern, denn Nachtschichtfahrer
organisieren ihr Leben wohldosiert und leben in der Nacht.
Schlafen, wenn andere Menschen zur Arbeit fahren.
Arbeiten , wenn die Mitmenschen sich schlafen legen , oder ihre Schattenseiten und Leidenschaften in Disco`s , Kneipen,
bei Prostituierten ausleben.
Sie begegnen ihren Fahrgästen im Ausnahmezustand.
Sie essen des nachts irgendwo in einem türkischen Imbiss,bei Mc Donalds.
Trinken ihren Espresso aus Automaten.
Essen frühmorgens ihr Brötchen in der Frühgaststätte, wo Andere ihren letzten Drink nehmen und Prostituierte frühstücken.
Die gewöhnlichen Alltagsverrichtungen , nur zeitlich versetzt.
Ich sollte eine Tagschicht fahren, da mehrere Kollegen krank seien.
Das bedeutete `Rückkehr in die Normalität`: alte Frauen zum Arzt, Nachtschwärmer in den Morgenstunden
nach Hause , Prostituierte nach der Schicht nach Hause oder zum Frühstücken fahren, Besorgungsfahrten.
Im günstigsten Fall Fahrten zum Flughafen, `raus aus der Stadt.
Ich stand auf dem Betriebshof ,einen Becher Kaffee neben mir, vertieft in Houellebeque`s `Ausweitung der Kampfzone`,
als der Ticker anzeigte `BF, Rückruf`.
Das bedeutete, ich solle in der Zentrale anrufen, mir einen Aufrag für eine Besorgungsfahrt erklären lassen.
Besorgungsfahrten sind zeitraubend, bringen wenig in die Kasse.Aber besser ,als rumzustehen.
Vor einigen Jahren hatte ich mal eine höchst lukrative Fahrt, morgens um 07:00 Uhr.
Drei englische Soldaten hatten die Nacht über durchgemacht und wollten -total betrunken-unbedingt nach Amsterdam.
Eine Studentin hatte mit Kommilitoninnen gefeiert bis zum Abwinken und verspürte auf dem Nachhauseweg eine grenzenlose Sehnsucht nach ihrem Freund,der in Enschede lebt.
Die hat die ganze Fahrt über,wenn sie nicht gerade eingeschlafen war, geschildert, was sie erwarte, wenn sie da völlig unerwartet auftauche...
Wenn sie etwas geraucht hätten,sei der Sex phänomenal.
Sowas kommt selten vor.
`1-3 an Zentrale, was gibt`s ?`
`1-3, fahr`zum Rapunzel, hol die Bestellung für Ruprecht ab und fahr` dann zum Fleischer Mantey in der Hasestraße und
hol` da die Bestellung ab. Lass`Dir die Kassenzettel geben, leg` das aus und fahr` zur Remmstraße 23.
Mach die Uhr an, wenn Du vom Platz losfährst und rechne das dazu, die Besorgung kostet dann 7,50 extra.
Schell bei Ruprecht, geh` in den III.Stock und leg` die Taschen auf die Matte, die Kassenzettel sichtbar daneben.
Geh`dann wieder `runter , warte 3 Minuten und geh`wieder hoch.
Nimm das Geld und melde dich wieder frei.
`
`Zentrale, was soll das, willst du mich verarschen ?!
`1-3, das ist kein joke, fahr`hin, frag` nicht lange.`
Ich fahre los, quäle mich über den Wall ,halte vor dem Rapunzel, springe `rein.
`City-Taxi, ich möchte...`
Eine Frau mit rosaroter Gesichtsfarbe in weißem Kittel ruft in Richtung Kasse `Die Bestellung für Ruprecht`
Eine jüngere Fleischereifachverkäuferin springt hinter der Auslage hervor, reicht der Kassiererin eine weiße
Plastiktüte entgegen.
Die Kassiererin händigt mir die Tasche aus mit den Worten ` Macht 17,80 `.
Ich reiche ihr einen Zwanziger hin, stecke 2,20 ein und verlasse den Laden.
An meinem Wagen macht sich gerade eine dieser Politessen zu schaffen, denen es offensichtlich große Lust
bereitet, sich unnachgiebig zu zeigen.
Ich erkläre, für eine behinderte, alte Frau, Besorgungen zu machen und wisse, dass sie nur ihren Job mache.
Frage dann lächelnd, ob es nicht möglich sei, noch einmal ein Auge zuzudrücken.
Es folgt das übliche statement, wenn das jeder mache, sie mache auch nur ihren Job und derartige `Ausreden`kenne sie
zur Genüge...
Als ich entgegne, ich sei nicht `jeder` und das sei `ehrlich` keine Ausrede, lässt sie mich ungestraft fahren.
die muss sich großartig gefühlt haben.
Ich erreiche nach einer halben Stunde die Remmstraße 23, klingel bei Ruprecht.
Der Türöffner signalisiert mir, dass ich eintreten darf.
Ich nehme mehrere Stufen auf einmal und erreiche den III. Stock, stelle die Plastiktüten auf die Fußmatte ,
die Kassenzettel, auf denen ich die Besorgungsfahrt und den Fahrpreis notiert habe, daneben und trete den Weg nach unten an.
An der Haustür,allerdings innen, warte ich.
Deutlich höre ich, wie in den oberern Stockwerken irgendwo eine Tür zugeschlagen wird und begebe mich auf den Weg in den III. Stock.
Auf der Fußmatte liegen 30 Mark.
Ich starre die verschlossene Tür an, frage mich, was sich dahinter abspielt.
Beim Heruntergehen spiele ich alle erdenklichen Szenarien durch; Verfolgungswahn, entstellte Gesichtszüge...,Messiewohnung...
Als ich im Fahrerbüro ankomme, mir einen Espresso ziehe, sitzt dort ein `alter Hase`, Peter, dem ich die Geschichte erzähle.
Er kennt diese Besorgungsfahrt und erklärt, dass noch niemand diese Frau gesehen habe.
Es gebe offensichtlich einen Kollegen, der mit ihrer EC- Karte Geld für sie hole.
Ihn interessiere das nicht.
Wäre eben so.Leichte Tour.
Mich beschäftigt diese Frau, ich frage mich, was sich hinter dieser Tür ereignet haben könnte.
Diese Gedankenspiele finden lediglich in meinen `neuronalen Netzwerken` statt, in meiner Phantasie.
Es sind Konstrukte,Gedankenspiele,die nicht mit der Realität übereinstimmen müssen.
Unter Taxifahrern gibt es Nachtschichtfahrer und Tagschichtfahrer.
Auch Krankenschwestern, Ärzte,Polizisten arbeiten in Tag-und Nachtschichten.
Das ist nicht ungewöhnlich.
Unter Taxifahrern differenziert man allerdings zwischen Tagschicht-und Nachtschichtfahrern, denn Nachtschichtfahrer
organisieren ihr Leben wohldosiert und leben in der Nacht.
Schlafen, wenn andere Menschen zur Arbeit fahren.
Arbeiten , wenn die Mitmenschen sich schlafen legen , oder ihre Schattenseiten und Leidenschaften in Disco`s , Kneipen,
bei Prostituierten ausleben.
Sie begegnen ihren Fahrgästen im Ausnahmezustand.
Sie essen des nachts irgendwo in einem türkischen Imbiss,bei Mc Donalds.
Trinken ihren Espresso aus Automaten.
Essen frühmorgens ihr Brötchen in der Frühgaststätte, wo Andere ihren letzten Drink nehmen und Prostituierte frühstücken.
Die gewöhnlichen Alltagsverrichtungen , nur zeitlich versetzt.
Ich sollte eine Tagschicht fahren, da mehrere Kollegen krank seien.
Das bedeutete `Rückkehr in die Normalität`: alte Frauen zum Arzt, Nachtschwärmer in den Morgenstunden
nach Hause , Prostituierte nach der Schicht nach Hause oder zum Frühstücken fahren, Besorgungsfahrten.
Im günstigsten Fall Fahrten zum Flughafen, `raus aus der Stadt.
Ich stand auf dem Betriebshof ,einen Becher Kaffee neben mir, vertieft in Houellebeque`s `Ausweitung der Kampfzone`,
als der Ticker anzeigte `BF, Rückruf`.
Das bedeutete, ich solle in der Zentrale anrufen, mir einen Aufrag für eine Besorgungsfahrt erklären lassen.
Besorgungsfahrten sind zeitraubend, bringen wenig in die Kasse.Aber besser ,als rumzustehen.
Vor einigen Jahren hatte ich mal eine höchst lukrative Fahrt, morgens um 07:00 Uhr.
Drei englische Soldaten hatten die Nacht über durchgemacht und wollten -total betrunken-unbedingt nach Amsterdam.
Eine Studentin hatte mit Kommilitoninnen gefeiert bis zum Abwinken und verspürte auf dem Nachhauseweg eine grenzenlose Sehnsucht nach ihrem Freund,der in Enschede lebt.
Die hat die ganze Fahrt über,wenn sie nicht gerade eingeschlafen war, geschildert, was sie erwarte, wenn sie da völlig unerwartet auftauche...
Wenn sie etwas geraucht hätten,sei der Sex phänomenal.
Sowas kommt selten vor.
`1-3 an Zentrale, was gibt`s ?`
`1-3, fahr`zum Rapunzel, hol die Bestellung für Ruprecht ab und fahr` dann zum Fleischer Mantey in der Hasestraße und
hol` da die Bestellung ab. Lass`Dir die Kassenzettel geben, leg` das aus und fahr` zur Remmstraße 23.
Mach die Uhr an, wenn Du vom Platz losfährst und rechne das dazu, die Besorgung kostet dann 7,50 extra.
Schell bei Ruprecht, geh` in den III.Stock und leg` die Taschen auf die Matte, die Kassenzettel sichtbar daneben.
Geh`dann wieder `runter , warte 3 Minuten und geh`wieder hoch.
Nimm das Geld und melde dich wieder frei.
`
`Zentrale, was soll das, willst du mich verarschen ?!
`1-3, das ist kein joke, fahr`hin, frag` nicht lange.`
Ich fahre los, quäle mich über den Wall ,halte vor dem Rapunzel, springe `rein.
`City-Taxi, ich möchte...`
Eine Frau mit rosaroter Gesichtsfarbe in weißem Kittel ruft in Richtung Kasse `Die Bestellung für Ruprecht`
Eine jüngere Fleischereifachverkäuferin springt hinter der Auslage hervor, reicht der Kassiererin eine weiße
Plastiktüte entgegen.
Die Kassiererin händigt mir die Tasche aus mit den Worten ` Macht 17,80 `.
Ich reiche ihr einen Zwanziger hin, stecke 2,20 ein und verlasse den Laden.
An meinem Wagen macht sich gerade eine dieser Politessen zu schaffen, denen es offensichtlich große Lust
bereitet, sich unnachgiebig zu zeigen.
Ich erkläre, für eine behinderte, alte Frau, Besorgungen zu machen und wisse, dass sie nur ihren Job mache.
Frage dann lächelnd, ob es nicht möglich sei, noch einmal ein Auge zuzudrücken.
Es folgt das übliche statement, wenn das jeder mache, sie mache auch nur ihren Job und derartige `Ausreden`kenne sie
zur Genüge...
Als ich entgegne, ich sei nicht `jeder` und das sei `ehrlich` keine Ausrede, lässt sie mich ungestraft fahren.
die muss sich großartig gefühlt haben.
Ich erreiche nach einer halben Stunde die Remmstraße 23, klingel bei Ruprecht.
Der Türöffner signalisiert mir, dass ich eintreten darf.
Ich nehme mehrere Stufen auf einmal und erreiche den III. Stock, stelle die Plastiktüten auf die Fußmatte ,
die Kassenzettel, auf denen ich die Besorgungsfahrt und den Fahrpreis notiert habe, daneben und trete den Weg nach unten an.
An der Haustür,allerdings innen, warte ich.
Deutlich höre ich, wie in den oberern Stockwerken irgendwo eine Tür zugeschlagen wird und begebe mich auf den Weg in den III. Stock.
Auf der Fußmatte liegen 30 Mark.
Ich starre die verschlossene Tür an, frage mich, was sich dahinter abspielt.
Beim Heruntergehen spiele ich alle erdenklichen Szenarien durch; Verfolgungswahn, entstellte Gesichtszüge...,Messiewohnung...
Als ich im Fahrerbüro ankomme, mir einen Espresso ziehe, sitzt dort ein `alter Hase`, Peter, dem ich die Geschichte erzähle.
Er kennt diese Besorgungsfahrt und erklärt, dass noch niemand diese Frau gesehen habe.
Es gebe offensichtlich einen Kollegen, der mit ihrer EC- Karte Geld für sie hole.
Ihn interessiere das nicht.
Wäre eben so.Leichte Tour.
Mich beschäftigt diese Frau, ich frage mich, was sich hinter dieser Tür ereignet haben könnte.
Diese Gedankenspiele finden lediglich in meinen `neuronalen Netzwerken` statt, in meiner Phantasie.
Es sind Konstrukte,Gedankenspiele,die nicht mit der Realität übereinstimmen müssen.
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