Eine Frau.
Ein Mann.
Zusammen 110 Jahre alt.
110 Jahre Lebensgeschichte – dividiert durch zwei.
Wie viele virtuelle Plattformen gibt es, in denen sich Menschen tummeln.
Um sich kennen zu lernen.
Ich habe versucht, sie zu zählen.
Und habe verwirrt aufgegeben – zu viele.
Mit vielsagenden Namen...
Know-one – was für ein Wortspiel.
No one knows no one.
Lonely one wants do know one...
Quatsch.
Heartbooker.
Auch nicht schlecht – Herzen buchen.
Wann wär's denn recht, von bis.
Luxussuite oder eher Stundenhotel?
Billigtarif – Nebensaison?
Gelegentlich bin ich sarkastisch.
Nicht zynisch, nein, das nicht.
Elite Partner.
Na, das ist eindeutig.
„Hach, wo sind denn die netten Rechtsanwälte, Architekten und Ärzte zum Kennenlernen?“
So ungefähr warb man für Elite Partner.
Würde es nicht so bellend klingen, schriebe ich jetzt zweimal wow!
Nein, nein, die Damen im Werbespot suchen keine männlichen Menschen.
Sie suchen etwas, was sie wohl selber nicht haben.
Status, Stil und Souveränität.
Einen Mann mit Titel, Einkommen und Prestige.
Elite Partner verkauft das.
Parship – ein bisschen par(tner)ship.
Hier wird man gematcht.
Kriegt Menschen zugeteilt.
Mindestens 55 %ig passend.
Darf's auch ein bisschen mehr sein?
Matchen...!!
Was sich von Natur aus ergänzt.
Wenn man so will – gottgegeben.
Ich bin nicht religiös.
Aber.
Natur lässt sich so nicht matchen.
Verhalten, – fein säuberlich von Psychologen aus dem Leben herausgeklaubt und so sortiert, dass Mann und Frau sich matcht.
Geht das?
Suchkriterien – die kann man matchen.
Golfspieler zu Golfspieler.
Elite zu Elite.
Feinsinnige Bildungsbürgerin zu kunstinteressiertem Mannsbild.
Proleten zu....
Ich hör jetzt auf.
Single Börsen –allesamt.
Man stelle sich das mal bildlich vor.
Eine single Börse.
Eine riesige Anzeigetafel mit Bildern drauf.
Börsenmakler – hektisch telefonierend, bieten ...ja was?.
Und kriegen...ja was?
Wann fällt der Kurs, wann steigt er?
Ich versuche es freundlicher zu zeichnen dieses Partner-Such-Forums-Bild.
Ein virtueller Garten, kleine Cafes mit Gesprächsthemen, Musikgruppen, Ausstellungen und in diesem schlendert man.
Bewusst.
Und bleibt hie und da stehen, weil einem da etwas gefällt.
Ein Bild.
Die urälteste Botschaft.
Er-sie erzählt geschrieben von sich.
Er-sie liest.
Menschenlesen.
So begegnet man sich im Virtuellen.
Man liest sich.
Und da lesen sich nun meine Zwei.
Zusammen 110 Jahre alt.
Beide schlendern da und sehen viele Gesichter.
Nicht alle gefallen – wie im richtigen Leben.
Beide schlendern da und lesen – viele Gedanken, Aussagen zu sich und dem Leben.
Zu den Träumen.
Dem schon Geträumten auch.
Vieles liest sich gut.
Manches nicht so.
Weiterklicken.
Vieles liest sich da sympathisch.
Man lächelt beim Lesen.
Das erste Anlächeln.
Das niemand sieht.
Bleibt einer da stehen beim ersten Anlächeln?
Versucht sofort ein geschriebenes Gespräch?
Oder gehen nicht die meisten erst einmal weiter.
Schaun, wen man noch anlächeln kann.
Virtuell ist nicht real.
Virtuell heißt 1000e an Männern und Frauen tummeln sich hier.
Draußen in der Wirklichkeit ist es grade mal (wenn überhaupt) einer oder eine, die am Tisch neben an sitzt, auch alleine, und der-die irgendwie anzieht, gefällt.
Und das ist die Krux.
Das verführt.
Zur Optimierung.
Suchoptimierung.
Findemaximum.
Doch sie werden sich treffen – meine zwei.
Aber das dauert noch.
Weil....so viele da sind.
To be continued
