Es lebte mal ein stolzer Ritter,

der war klein, rund und hieß Pitter.

Saß er erst mal auf dem Ross

und folgte dann damit dem Tross,

ging alles ganz gemütlich zu

Hauptsache er hat seine Ruh.

Doch plötzlich nahte ein Gewitter

Es scheut vorm Blitz, das Pferd vom Pitter

Und er ist im hohen Bogen

in die Pfütze dann geflogen.

 

Ach Du armer Ritter Pitter

Das ist bitter!

 

Abends dann im Kämmerlein

besucht er dann das Burgfräulein

Doch Isolde

diese Holde

findet es so gar nicht nett,

dass er will zu ihr ins Bett.

Liegt dort schon der schmucke Wolfgang.

Zeigt dem Pitter flugs den Ausgang.

Setzt ihn derbe vor die Tür.

Hilft ihm auch kein Jammern hier.

Steht er dort in Unterhose.

Rüstung folgt noch mit Getose

auf den dunklen Gang hinaus,

fliegt zum Teil durchs Fenster raus.

Muss er nackisch in den Hof

Findet das ganz schrecklich doof,

weil die jungen Mägdelein

waschen dort die Wäsche rein.

Und wie oft bei solchen Sachen,

müssen sie auch noch laut lachen.

 

Ach Du armer Ritter Pitter

Das ist bitter!

 

Kurz darauf beim Hofturnier

Ritter sind versammelt hier.

Lange, Schmale, Kurze, Dünne

und auch Pitter macht schon hinne.

Soll ihm doch der Sieg gelingen

und die Hand Kriemhildes bringen.

Er bringt sich in Positur.

Was geschieht denn jetzt ihm nur?

Spürt er, dass der andere Wicht

ihn einfach mit der Lanze sticht.

Pitter kam noch nicht mal ran

mit seiner Lanze an den Mann.

War doch seine noch viel länger,

doch die hatte einen Hänger.

Konnte sie nicht waagrecht ragen,

weil sie war zu schwer zum Tragen.

Pitter hatte bis zuletzt,

seine Kraft falsch eingeschätzt

und so half ihm trotz Gezeter

bei der Länge nicht mehr Meter.

Holte doch der dumme Lackel

ihn so einfach aus dem Sattel.

Und schon ist er aus, der Traum.

Pitter hängt im Apfelbaum,

der vor der Tribüne steht

auf welcher Kriemhilds Schleier weht.

Alle sehns und alles lacht.

Pitter wünscht sich, es wär Nacht.

 

Ach Du armer Ritter Pitter

Das ist bitter!

 

Ach, so ging es lange schon.

Lachen, Spott, Ärger und Hohn.

Pitter nun hat  jetzt genug

schmeißt hin den Kram ohne Verzug.

„Kann hier doch den Deppen machen,

wer da will. Ich pack die Sachen.

Geh lieber in mein Dorf zurück

Frag um die Hand von der Brigitt

und mach mit ihr die nächsten Winter

eine muntere Horde Kinder.“

Sprachs und ließ gleich Taten folgen.

Bekam die Hand von seiner Holden.

Und in dunkler Wintersnacht

wurden Kinder dann gemacht.

Waren’s dann bald ihrer sieben.

Pitter tat sie alle lieben.

Nur so in der Sommerzeit

macht sich schon mal Ärger breit.

Ist als Bauer man sodann

doch ein sehr gefragter Mann.

Arbeiten von früh bis spät,

bis die Sonne untergeht.

Doch die schöne Winterzeit

versüßt im Sommer Herzeleid.

 

So ist unser Ritter Pitter

schlauer Bauer – nix mehr bitter.

 

© Ulla K.